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Die Ungetrösteten.
 
 
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Die Ungetrösteten. [Taschenbuch]

Kazuo Ishiguro
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 735 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499222795
  • ISBN-13: 978-3499222795
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 13 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 891.954 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kazuo Ishiguro
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mit "Was vom Tage übrigblieb", von James Ivory verfilmt, gewann Kazuo Ishiguro den Booker Price. Der vorliegende Roman handelt von dem berühmten Pianisten Ryder, dessen Leben auf mysteriöse Weise aus der Bahn gerät. Nach einem anstrengenden Flug betritt Ryder sein Hotel, am liebsten würde er sich die drei Tage bis zu seinem großen Konzert einfach zurückziehen und entspannen. Doch er findet keine Ruhe, ständig kreuzen mysteriöse Gestalten seinen Weg, Bekannte und Fremde, Lebende und Totgeglaubte, die sich von ihm als Künstler Hilfe oder gar Erlösung erhoffen. So bittet eine Frau ihn, auf der Beerdigung ihres Hundes Klavier zu spielen, der alkoholabhängige Dirigent Leo Brodkey bekniet Ryder, für ihn seine Ex-Geliebte zurückzuerobern. Geschmeichelt versucht Ryder den vielfältigen Wünschen gerecht zu werden. Am Abend seines großen Konzerts muß Ryder dann feststellen, wie schnell gute Taten vergessen sind.

Klappentext

"In seinem neuen Roman `Die Ungetrösteten' webt der Anglo-Japaner Kazuo Ishiguro ein kunstvolles Geflecht von Geschichten um das Grundthema menschlicher Unzulänglichkeit und ungestillten Verlangens nach Erlösung."
Berner Zeitung

"Dieser vielschichtige, beklemmende Roman spricht unter der Oberfläche des altmodisch Epischen ganz zeitgenössische Themen an: das Verhältnis des Künstlers zum Gemeinwesen und die Überforderung des einzelnen in einer immer komplexeren und undurchschaubareren Welt."
Journal Frankfurt

"Ein Spiegelkabinett der Allegorien."
FAZ -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Bei Franz Kafka gibt es in den Tagebüchern eine Bemerkung darüber, wie schwierig es sei, aus der Haustür zu treten. Kafka, der an seinem Alltag in der Familie litt und doch nie die Energie hatte, sich daraus zu befreien, hat diese Schwierigkeit in seiner Prosa beschrieben.
Als ich Kazuo Ishiguros Roman Die Ungetrösteten" las, musste ich immer wieder an Kafkas Helden" denken.
Aber Ishiguro ist in gewisser Hinsicht noch radikaler. Im Schloß" ist es eine namenlose Behörde, die die Hauptfigur daran hindert, an ihr Ziel zu kommen. In den Ungetrösteten" gibt es keine Behörde, die den Pianisten Ryder (ein Vorname wird dem armen Mann nicht zugebilligt) an der Ausführung seiner Aufgabe hindert, in einer namenlosen Stadt ein Konzert zu geben. Aber ist der Mann überhaupt ein Pianist? Noch dazu ein berühmter, wie alle Welt zu glauben scheint? Am Anfang ist der Leser ja noch davon überzeugt, aber je weiter er liest, desto mehr Zweifel kommen ihm. Statt sich auf seinen Auftritt vorzubereiten, lässt Ryder sich immer mehr in die Händel und Sorgen der Hotelangestellten verstricken. Er nimmt Aufträge an, an denen er eigentlich nur scheitern kann. Auch die Identität der Personen, mit denen er es zu tun bekommt, scheint nicht festzustehen. So hält die Tochter des Hotelportiers, Sophie, Mr. Ryder für ihren Ehemann und er selbst lässt sich auf diese Rolle ein, ohne dass klar wird, ob er wirklich mit Sophie verheiratet ist oder nicht. Also kümmert er sich um Sophies Sohn, er kümmert sich um den Sohn des Hoteldirektors, er hört zu und versucht zu vermitteln; nur zu dem, was er eigentlich will, kommt er nicht. Und das Schlimmste ist: Er kann sich noch so anstrengen, er schafft es nicht, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Dafür sind es einfach zu viele und zu widersprüchliche Erwartungen, die sich um ihn legen und ihn mehr und mehr erdrücken. Und zugleich spielt Ishiguro virtuos mit der Erwartung des Lesers, der natürlich hofft, Mr. Ryder werde jetzt endlich die Energie aufbringen, sich zu wehren und seine Interessen durchzusetzen. Es ist quälend, all den endlosen Gesprächen zu folgen, in denen die Personen Mr. Ryder von ihrem gescheiterten Leben erzählen. Irgendwann versteht man: das ist Programm und wird sich vermutlich auch bis zum Schluss nicht ändern. Es ist ein Laufen im Hamsterrad und insofern möglicherweise ein treffendes Bild für die Bedingungen, unter denen die Menschen des 21. Jahrhunderts leben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland Freisitzer TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der weltberühmte Pianist Mr. Ryder soll in einem nicht näher definierten Ort (möglicherweise in Österreich, Deutschland, Frankreich oder der Schweiz) ein Konzert geben. Ein Konzert, das außerordentlich wichtig für die Stadt ist, weil nebst einem Auftritt Ryders in diesem Konzert der ehemalige Dirigent Brodsky nach vielen Jahren der Alkoholexzesse wieder das Musikgeschehen der Stadt führen soll und weil der Sohn des Hoteldirektors auch sei Debüt als Pianist geben soll.

Ryders Terminplan ist voll, nur kennt er ihn nicht. Er weiß auch noch nicht, welches Werk er beim Konzert spielen wird. Etwas, dass im Konzertbetrieb natürlich unmöglich wäre; was aber in diesem Roman symptomatisch für die Entwicklung ist.

Ryder wird gleich auf den ersten Seiten vom Hotelpagen Gustav angesprochen, der ihm von seiner Leidenschaft für den Stand des Hoteldieners erzählt, um dann zu einer Erzählung über seine Tochter Sophie und deren Sohn zu sprechen. Nebenbei bittet er Ryder, zwischen ihm und seiner Tochter zu vermitteln, da die beiden seit vielen Jahren zwar Sichtkontakt hätten, aber nur über den Sohn kommunizieren würden. Als Ryder Sophie trifft, vermittelt sie ihm das Gefühl, kein Unbekannter zu sein, sondern gar möglicherweise ihr Mann, wahrscheinlich sogar Vater des Kindes. Ryder spielt mit, beginnt sich auch immer mehr an gemeinsame Szenen zu erinnern, bis er sich selbst aktiv in der Rolle des Mannes und Vaters sieht. Immer mehr Menschen, zum Teil aus seiner Vergangenheit, zum Teil ihm unbekannt, wenden sich an ihn, um Hilfe oder Interviews bittend. Ryders Unvermögen, nein zu sagen lässt ihn immer wieder Termine verpassen, während er in geheimnisvolle Situationen gerät und stundenlange Autofahrten macht, oder Straßenbahnfahrten, die in eine Art Niemandsland führen, nur um dann von dort durch hinter Türen verborgene Treppen wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Nichts ist wie es scheint. Ryder gerät in absurde Situationen, in denen seinen Mitmenschen lautstark über ihn reden, ihn scheinbar, obwohl er daneben steht, nicht bemerken, wird politisch missbraucht, in dem man ihn vor dem Haus eines umstrittenen ehemaligen Musikdirektors der Stadt (meine Vermutung) posieren lässt.

Man fragt sich, ob Ryders doch immer wieder auftretende Erinnerungsfetzen wirklich auftreten, oder ob sie nur aus seiner Schwäche, nein zu sagen heraus resultieren. Warum Ryders ehemalige Schulfreunde in dieser Stadt auftauchen, ist auch unklar. Und so muss man sich damit abfinden, dass dieser Roman sehr bald Dimensionen des Unwissens erreicht, die man selten beim Lesen eines Romans hat.

Je näher der Konzerttermin rückt, desto ferner scheint sich Ryder von diesem wegzubewegen. Intrigen um den Versuch, Brodsky mit seiner Exfrau erneut zusammenzubringen, scheinen Ryder in den Mittelpunkt zu stellen. Ryder ist auch hier als passiver Beobachter unbewusst aktiv.

Beeindruckend ist, wie Kazuo Ishiguro mit der Zeit umgeht, man hat das Gefühl, in slow-motion zu lesen, bzw. Zeuge der Aufhebung der Zeit, wie wir sie kennen, zu sein. Schön auch, wie man immer wieder eine gehörige Portion Humor durchscheinen spürt.

Das Programm des Romans scheint eine art ewige Verirrung, bzw. ein permanentes Herumirren des Protagonisten zu sein, ein perpetuum mobile, das man, wenn man will, auf die Frage nach dem Sinn des Lebens umwälzen könnte. Und so ist die Entwicklung am Ende dann doch überraschend, denn auch wenn sich nichts an den permanent auftretenden Hindernissen nichts ändert, so beginnt in Ryder Auflehnung zu wachsen, die in einer Schimpftirade ausbricht.

Mehr möchte ich zum Ende und den verschiedenen Entwicklungen dieses Buches nicht sagen, um nicht zu viel zu verraten.

Kazuo Ishiguros Roman als Spiel der Wahrnehmung? Als konsequentes Irreführen über den fiktiven Zustand des Seins? Oder als auskomponierter (Alb)Traum, aus dem man mit dem Zuklappen des Buches aussteigt?

Frappierend, wie kontrolliert langsam Ishiguro seinen 701 Seiten langen Roman als surreales Flickwerk inszeniert, wie scheinbar unwichtige Elemente aus den vermeintlich am Punkt vorbei gehenden Dialogen in die durch immer stärkere inkonsequente Einschübe gezeichnete Schlussphase passen.

Kazuo Ishiguros "Die Ungetrösteten" ist ein großartiger und mutiger Roman, auf den man sich jedoch bewusst einlassen muss, dem man Zeit geben muss, den man nicht mit den üblichen Fragen zur Glaubwürdigkeit der Aktionen messen darf, den man sich erarbeiten muss, der viel Zeit in Anspruch nimmt, mitunter auch ein wenig Verzweiflung auftreten lässt, der den Leser aber sicher nicht ungetröstet zurücklässt, sondern um eine literarische Erfahrung der Extraklasse reicher, auch wenn möglicherweise nicht alle Fragen beantwortet sind...
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Es gibt einfach Bücher, in die man wie in ein Mysterium eintaucht, die man zur Seite legt und sich verwundert fragt, ob nun der Lesesessel oder die (gelesene) Fiktion die Realität sei. "Die Kunst ist das einzig Wahre, the rest is a nightmare" (Arno Schmidt). Zu diesen Büchern gehört für mich Kazuo Ishiguros "Die Ungetrösteten" - seit ich es vor 3 Jahren gelesen habe, mein absolutes Lieblingsbuch. Die Geschichte ist spannend wie ein Kriminalroman, rätselhaft und geheimnisvoll-undurchsichtig wie Kafkas Erzählwerke ("Die Ungetrösteten" sind für mich das moderne "Schloß" und der zeitgenössische "Prozeß"), philosophisch im unterhaltendsten Sinne, intellektuell anspruchsvoll, sprachlich ein ästhetisches Gesamtkunstwerk - und keine Seite zu lang! Der Inhalt läßt sich meines Erachtens mit einem Satz resümieren: ein Mensch auf der Suche nach sich selbst, sich die ewigen Fragen stellend: Wo komme ich her? Wer bin ich? Wo komme ich hin? Der Pianist Ryder als postmoderner Parzifal, als der Hans Castorp der Neuzeit - ein phantastisches Buch.
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Verwirrend
Dass man bei Kazuo Ishiguro vieles zwischen den Zeilen lesen muss, war mir bekannt, auch, dass seine Bücher einen nicht gerade freudestrahlend entlassen. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Tagen von Rotkäppchen veröffentlicht
Keine Ent-wicklung und kein Mit-gefühl für die...
Titel und Klappentext von Ishiguros Roman machen auf den ersten Blick neugierig. Die Ungetrösteten! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. April 2009 von Juli
Gegen Identität
Es mag etwas angestaubt klingen, aber könnte die Philosophie Adornos und der Humor der sehr englischen Komikertruppe Monty Python einen Roman ergeben, so wäre das "Die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2008 von E. Lange
Ich versteh das alles nicht
Trotz Literaturstudium und einem Faible für geheimnissvolle Geschichten bin ich bei diesem Roman völlig hilflos. Lesen Sie weiter...
Am 20. Januar 2003 veröffentlicht
zieht sich lang wie kaugummi
am anfang mag man von ishiguros erzählstil noch fasziniert sein, die fast surrealistische kulisse, in die er seinen protagonisten einbringt, mag einen fesseln- aber leider... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Mai 2001 von "ruelius-mangold"
Wunderbares traumaftes Buch!
Schon die sanfte Sprache zieht einen in eine "traumhafte" Welt, die einen nicht mehr loslaesst. Die Handlungen der verschiedenen Personen sind überraschend. Lesen Sie weiter...
Am 19. April 2001 veröffentlicht
Total überbewertet
Also wirklich, was ist an diesem Ishiguro schon besonderes! Laut FAZ einer der wichtigste Autoren der Gegenwart, was ich nun wirklich nicht verstehen kann! Lesen Sie weiter...
Am 16. Januar 2001 veröffentlicht
Eine atemberaubende zeitgenössische Parabel
Die Kraft und Intelligenz dieses Buches ist enorm. Von der ersten Seite ab bleibt es einen einheitlichen und durchgearbeiten Ton und Stil treu. Lesen Sie weiter...
Am 29. Juni 2000 veröffentlicht
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