Mit kräftiger, unverblümter Sprache erzählt Assia Djebar, wie sich die 15-jährige Dalila gegen die Lügen der oberen Schicht wehrt, der ihre Familie angehört. Sie lässt sich wohl eher aus Trotz auf die Beziehung mit Selim ein, um zu zeigen, dass sie ihren Partner selber wählen will; sie steht für die Wahrheit ein, auch wenn dabei sämtliche Privilegien verloren gehen... und schafft es selber auch nicht immer ehrlich zu sein. Die Protagonistin ist einem nicht unbedingt sympathisch, muss es auch nicht sein, aber die mutigen, ihrem Alter entsprechend jedoch nicht immer vernünftigen Aktionen (oder kennen wir Europäer ganz einfach die Verhältnisse algerischer Jugendlicher nicht?) gegen Vater und Stiefmutter hinterlassen doch ein Gefühl der Bewunderung.
Ich habe das Buch mit Begeisterung gelesen und die Kraft der Sprache hat noch tagelang in mir nachgeklungen.