Deutscher Titel: Die Unerbittlichen
Originaltitel: Hell Bent for Leather
USA 1960
Mit: Audie Murphy, Felicia Farr, Stephen McNally, Robert Middleton, Jan Merlin, Red Fulton, Eddie Little Sky u.A.
Regie: George Sherman
Bild: sehr gut
Ton: gut
Sprache: Englisch
Synchronisierung: Deutsch
Filmdauer: 78 Minuten
Genre: Western
Das ist meine erste Rezension über einen Film mit dem Schauspieler Audie Murphy. Es ist mir ein ernstes Anliegen, diesen Menschen positiv zu beschreiben, da ich ihn erstens als einen guten und sympathischen Darsteller betrachte, sowie bewundere als den höchstdekorierten Kriegshelden unter den amerikanischen Schauspielern. Nicht nur, dass er im WK II großen Mut bewies, sondern er meldete sich freiwillig zur Armee, als er noch minderjährig war und fingierte sein Alter nach oben. Die Motive für solch ein Tun mögen kritikwürdig sein, doch ich achte hoch die große Courage dieses Menschen, sei es in der Realität, sei es in den vielen seiner Filme, vor allem Western. Er gehörte zu den Schauspielern, die in sehr vielen B-Western spielten und denen der ganz hohe Starruhm nicht gewährt wurde. Schauspieler wie ihn zeichnen jedoch ganz markante Tugenden und Fähigkeiten aus, wie Beständigkeit, Verlässlichkeit, Geradlinigkeit, Mut, Stärke, Vorbildcharakter, Größe. Zur Sparte solcher Filme und Schauspieler zählen Männer wie Randolph Scott und Joel McCrea.
Wenn ich mich recht erinnere, hat Joe Hembus in seinem viel beachteten Westernlexikon Audie Murphy recht negativ bis nichtbeachtend degradiert, was ich nicht nur inobjektiv, sondern total unfair finde.
Audie Murphy hat nicht nur Stil und Smartheit verkörpert, sondern genauso eine sehr ellegante, geschmeidige und körperlich perfekte Choreographie zelebriert. In allen Actionszenen machte er stets eine sehr gute Figur und verhielt sich darin sehr realistisch, wohingegen große Stars wie Gary Cooper, John Wayne, Gregory Peck und viele Andere bei Actionszenen plump und unbeholfen agierten und infolge ihrer physischen Disharmonie oft gedoubelt werden mussten. Dieser Faktor ist aber bezüglich Spannung, Action und Authentizität von mitentscheidender Bedeutung. Und hier war Audie Murphy sogar als Schauspieler den oben genannten Stars, sowie vielen hunderten Anderen, weit voraus und haushoch überlegen, was ihm die Filmgeschichte samt Filmkritikern vorbehaltlos zugestehen muss.
Von daher ist auch ein wichtiges Westernlexikon, wie das von Joe Hembus und später Jr., neu zu formulieren, objektiver, korrekter und unparteiischer, nicht nur in bezug auf die negative Darstellung von Audie Murphy.
Die Unerbittlichen geht mit der Titelangabe nahtlos über in die erste sehr schöne Spielszene ohne Schnitt bis zur Minute 2,15, in der sich ein Mann zu Fuß aus der Wüste schleppend nähert, plötzlich sein Gesicht nach rechts wendet, die Kamera folgt seinem Blick und richtet den Fokus auf einen Mann bei seinem Pferd. Es sind der säuerlich gesichtige Jan Merlin (Travers) und Audie Murphy (Clay). Bald wird sich herausstellen, dass die Hilfsbereitschaft von Clay, als er dem Durstigen sein Wasser reicht, dazu mißbraucht wird, dass ihn Travers mit dem Kolben seiner verzierten Schrotflinte attackiert und mit Clays Pferd davoneilt. Clay gewinnt jedoch das markante Gewehr, als er es dem davonreitenden Travers gerade noch aus der Hand schießt. Als er eine Kleinstadt erreicht, rettet ihn der Marshal (Stephen McNally) vor dem Aufhängen, da ihn die Leute für den gesuchten Banditen Travers halten. Doch dieser Marshal ist genauso fies und skrupellos, wie der Bandit - denn er will Clay töten, um ihn als Travers auszugeben und die ausgesetzte Belohnung für diesen zu bekommen. Clay erfasst die Gefahr und nützt einen unbeobachteten Moment, um dem Marshal zu entkommen.
Er muß nun mit all seinen Kräften kämpfen, um seine Unschuld zu beweisen und sämtliche Böslinge auszuschalten.
Ausnahmsweise gut gewählter deutscher Filmtitel, weil tatsächlich beinahe alle Seiten einen Unschuldigen arg in Bedrängnis bringen, seien es legale oder illegale Lager. Für seine Kürze ein beachtenswert wendungsreicher und solide gemachter Western mit guten Actionszenen und einem schönen Happy End. Feine Nebendarstellerriege und tolle Farben auf Breitwand-Format. Ganz bestimmt eine Perle des B-Western.
Szenenbeschreibung:
Der Stunt-Sprung vom fahrenden Pferdewagen die Böschung hinunter ist sichtbar lebensgefährlich gewesen.