BLU-RAY Rezension
Film: 8/10
Bildqualität: 7,5/10
Bildformat: 1,78:1 (Orig.: 1,85:1)
Laufzeit (24fps): 2 18'21"
Ton: GB; D; F; I; E; P
ST: GB; D; F; I; DK; FIN; N; S
RC: B (A;C?)
Kapitel: 33
Extras: alle in SD bzw. engl. mit dt. UT
- Audiokommentar Robert Redford
- "Telling the Truth about Lies"; 28'22"
- "Woodward and Bernstein - Lighting the Fire"; 17'54"
- "Out of the Shadows - The Man Who was Deep Throat"; 16'21"
- "Pressure on the Press"; 10'05"
- Talkshow "Dinah!" feat. Jason Robards, 1976; 7'10"
ASIN: B004FHEKP0
Studio: Warner
Politthriller über den authentischen Watergate Skandal (1972-74) und dessen Aufdeckung durch die beiden Washington Post-Journalisten Bob Woodward (R. Redford; auch Co-Produzent) und Carl Bernstein (D. Hoffman), an dessen Ende Richard Nixon durch Rücktritt in letzter Minute seiner drohenden Amtsenthebung zuvorkam.
Der Film folgt dabei dem Buch "All the President's Men" der beiden Journalisten, d.h. er zeigt eher die Menschen hinter der Geschichte und ihren Kampf um die Wahrheit, als den gesamten historischen Kontext.
Der legendäre Informant "Deep Throat" (Hal Holbrook) outete sich erst 2005 im Alter von 91 Jahren, es war Mark Felt, ehemaliger Vizedirektor des FBI. Ein mögliches Motiv für seine "Mitarbeit" bei der Aufklärung des Skandals könnte seine Verärgerung darüber gewesen sein, daß er bei der Nachfolge von J. Edgar Hoover übergangen worden war. Nixon installierte als FBI-Direktor lieber den devoten Patrick Gray, der sich dadurch revanchierte, daß er die FBI-Akten zu Watergate ans Weiße Haus durchreichte, also genau an die Personen, gegen die das FBI ermittelte.
Mark Felts Informationen und die Aussagen des Wahlhelfers Hugh Sloan (Stephen Collins) - er war von Nixon als Sündenbock vorgesehen - vor einem Untersuchungsausschuß trugen im wesentlichen dazu bei, die kriminellen Machenschaften der Nixon-Administration (Chief of Staff Bob Haldeman, Justizminister John Mitchell, John Ehrlichman, Gordon Liddy, Ron Ziegler usw.) aufzudecken.
Mehr zum Thema in den recht informativen Bonus-Dokus.
- weiterer BD Tip zum Thema: Oliver Stones "Nixon"
Wie hat sich der Umgang der (US-)Medien mit heiklen Themen nach Watergate entwickelt?
Die US-Journalistin Linda Ellerbee dazu:
"The media today, much of it, is heavily into self-censorship. They do not pursue stories that they do not believe will be popular with the readers or viewers, particular television. Television is about offending the fewest because it's about filling the seats. In television it's important to remember that the product is not the program. The product is the audience and the consumer is the advertiser."
zitiert aus: "Telling the Truth about Lies" (BD Bonus)
Das falsche Bildformat 1,78:1 (genau wie bei den BDs von "Psycho", "Thomas Crown ist nicht zu fassen" (s. meinen Text dazu), "Hängt ihn höher", "Bad Lieutenant", "Bullit", "Is' was Doc?", "Easy Rider", "The Fly", "Taxi Driver" etc. etc.) statt original 1,85:1 ist ebenso ärgerlich wie unnötig.
Der etwas schwache Kontrast und die teilweise unzureichende Bildschärfe (besonders bei Halb-/Totalen) lassen sich zwar mit TV-Einstellungen etwas ausgleichen, sind aber für eine BD nicht optimal. Vermutlich waren diese dunkler gehaltenen Einstellungen eine künstlerische Entscheidung: Kameramann Gordon Willis ('The Prince of Darkness', Peter Biskind); Chefkameramann bei "Der Pate", wollte dadurch den Kontrast zwischen dem politischen Washington ("dunkel") und den Washington Post-Redaktionsräumen ("im Lichte der Wahrheit") herausarbeiten.
Vermutlich wurde das Bild der BD auf 16:9 Vollbild hochgezoomt. Überhaupt schwankt die Bildqualität zwischen teilweise recht gut TC 00:13:52, 00:30:52, 01:12:53 (Nah) bzw. 01:37:19-33 (Totale) und eher DVD-Niveau z.B. TC 00:08:42, 00:12:22, 00:23:26, 00:41:40, 01:12:19 (Halbtotale).