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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Das Spiel mit den Gefühlen, 4. Februar 2002
Der Beginn dieser Geschichte war mir sehr vertraut: ein romantisches Dorf mit skurillen, verträumten Bewohnern, die stark an die Personen in "Schlafes Bruder" und "Die Luftgängerin" erinnern. Ich habe mich schnell mit Ihnen angefreundet. Allmählich geht es den Hauptfiguren schlechter - auch das ist vertraut, trotz aller Tragik schön und romantisch, und ich habe mit ihnen gelitten und gehofft. Doch je weiter sich Antonia und Balthasar von der Heimat entfernten, um so mehr entschwanden sie auch aus meiner Gefühlswelt. All die Schrecken, denen sie auf ihrem Weg ausgeliefert waren, all die Hoffnungslosigkeit und das Elend rührten mich schließlich überhaupt nicht mehr. Das entsprach so gar nicht den Träumen des kleinen Mädchens auf den ersten Seiten des Buches, das entsprach so gar nicht meinen Vorstellungen davon, was mit diesem Kind hätte geschehen sollen, so dass eine Identifizierung, ein Mit(er)leben für mich nicht möglich war. Ja, je abenteuerlicher und düsterer die Geschichte wurde, um so mehr begann sie mich zu langweilen. Und selbst der großartige Höhepunkt, an dem Antonia Sahler endlich am Ziel ihrer Wünsche anlangt, ließ mich letztendlich kalt. Da es sich aber bei Robert Schneider um einen Autor handelt, der es üblicherweise ganz wunderbar versteht, den Leser in seinen Bann zu ziehen, kann ich das, was mit mir während der Lektüre dieses Buches geschah, nur für die volle Absicht des Schriftstellers halten. So wie Antonia und Balthasar alle Schrecken, aber auch alle Freuden mit stoischer Ruhe über sich ergehen lassen, so kann auch der Leser nicht wirklich mit ihnen leiden, sich nicht ehrlich mit ihnen freuen. Ich denke, die wahrhaft Unberührten in dieser Geschichte sind die Leser.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Würde am liebsten 6 Sterne vergeben!!!, 31. Oktober 2001
Nach seinem letzten Durchhänger mit "Die Luftgängerin" hat Robert Schneider wieder ein Glanzstück der Literatur hervorgebracht. Dieses Buch ist so atemberaubend schön u. traurig in Sprache als auch in Handlung, das man es gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Die Geschichte ist der von " Schlafes Bruder" etwas ähnlich, berichtet vom Leben eines einsamen Menschen, der an seinem Schicksal fast zugrunde geht. Mir hat der erste Teil " in paradiso " persönlich am besten gefallen. Dem Leser wird darin die Kindheit der Antonia Sahler geschildert mit all ihren lustigen und traurigen Seiten. Ich fand es so herzerwärmend, wenn Rupert Sahler seinen Lieben jeden Wunsch von den Augen ablas, obwohl es ihnen finanziell alles andere als gut ging. Was ich schon bei R. Schneiders erstem Buch bemerkenswert fand, war seine Liebe fürs Detail. Er beschreibt mit einer Einzigartigkeit jede Pflanze, Tier... bis ins kleinste. Von dieser Sorte Bücher sollte es wirklich mehr geben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Zu kurz, der Atem!, 2. April 2010
St. Damian ein im Winter verschneites Bergdorf im österreichischen Rheintal eröffnet den Reigen rund um ein junges, ambitioniertes Mädchen - Antonia Sahler - und beschließt die rheintalische Trilogie, deren Höhepunkt unbeschritten mit "Schlafes Bruder" am Beginn zu finden ist! Antonia ist die zweite von vier Töchtern, die in einer geschaffenen Idylle, beinahe einer Enklave, zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufwächst, unendlich geliebt von ihren Eltern, reichliche beschenkt vom Vater, der seinen Engeln jeden Wunsch vom Antlitz abliest und sie mit teuren Geschenken überhäuft - bis schließlich der Hof zur Versteigerung ansteht. Alle Mittel sind erschöpft, die Mutter stirbt bei der Geburt des fünften Kindes, der Vater gilt verschollen ... alles Glück zerbricht. Doch Antonia ist von der Musik gefangen und folgt dem Ruf der "Frau Amerika". Der Volksschullehrer Halbeisen wird sie an einen Mann vermitteln, der sie mit seiner Familie nach Amerika mitnehmen wird - doch dieser ist ein Kinderhändler. In Amerika verändert sich das gute Kind, wird zu einer Diebin und gerät an die falschen Personen, ... die Liebe zum Gesang wird sie nicht verlieren und auch ihre atemberaubenden Stimme soll Gehör finden. Was als rührende Geschichte - ja beinahe Märchen beginnt - zerschlägt sich sehr rasch nachdem das Kind in Amerika eintrifft. Doch nicht das Elend, das ihr dort widerfährt macht die Geschichte ab diesem Zeitpunkt unerträglich, sondern das Dahinplätschern irgendeiner Handlung ohne Konzept, ohne roten Faden, als hätte Schneider aufs gerade Wohl hingeschmissen, was ihm gerade durch den Kopf flanierte. Die Charaktere, die neben Antonia eingeführt werden, entwickeln sich nicht und sind zum Teil für die Handlung absolut überflüssig. Antonias Gesang erweckt den Anschein eines gewünscht zentralen Themas, ist es aber nicht. Alles in allem eine nette erste Hälft, verspielt, flüssig und ein wenig kitschig, aber eine absolut unausgereifte zweite, madige "Amerika-Charaktere", und ein schlechte ausgefeilter "Amerika-Plot".
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