St. Damian ein im Winter verschneites Bergdorf im österreichischen Rheintal eröffnet den Reigen rund um ein junges, ambitioniertes Mädchen - Antonia Sahler - und beschließt die rheintalische Trilogie, deren Höhepunkt unbeschritten mit "Schlafes Bruder" am Beginn zu finden ist!
Antonia ist die zweite von vier Töchtern, die in einer geschaffenen Idylle, beinahe einer Enklave, zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufwächst, unendlich geliebt von ihren Eltern, reichliche beschenkt vom Vater, der seinen Engeln jeden Wunsch vom Antlitz abliest und sie mit teuren Geschenken überhäuft - bis schließlich der Hof zur Versteigerung ansteht. Alle Mittel sind erschöpft, die Mutter stirbt bei der Geburt des fünften Kindes, der Vater gilt verschollen ... alles Glück zerbricht.
Doch Antonia ist von der Musik gefangen und folgt dem Ruf der "Frau Amerika". Der Volksschullehrer Halbeisen wird sie an einen Mann vermitteln, der sie mit seiner Familie nach Amerika mitnehmen wird - doch dieser ist ein Kinderhändler. In Amerika verändert sich das gute Kind, wird zu einer Diebin und gerät an die falschen Personen, ... die Liebe zum Gesang wird sie nicht verlieren und auch ihre atemberaubenden Stimme soll Gehör finden.
Was als rührende Geschichte - ja beinahe Märchen beginnt - zerschlägt sich sehr rasch nachdem das Kind in Amerika eintrifft. Doch nicht das Elend, das ihr dort widerfährt macht die Geschichte ab diesem Zeitpunkt unerträglich, sondern das Dahinplätschern irgendeiner Handlung ohne Konzept, ohne roten Faden, als hätte Schneider aufs gerade Wohl hingeschmissen, was ihm gerade durch den Kopf flanierte. Die Charaktere, die neben Antonia eingeführt werden, entwickeln sich nicht und sind zum Teil für die Handlung absolut überflüssig. Antonias Gesang erweckt den Anschein eines gewünscht zentralen Themas, ist es aber nicht.
Alles in allem eine nette erste Hälft, verspielt, flüssig und ein wenig kitschig, aber eine absolut unausgereifte zweite, madige "Amerika-Charaktere", und ein schlechte ausgefeilter "Amerika-Plot".