Lespress-Rezension
Am Todestag des englischen Königs 1952 steht die Familie Ward im Garten und trauert. Da wird der sechsjährigen Mary plötzlich etwas absolut klar: Sie ist gar kein Mädchen, sondern ein Junge. Mary nennt sich fortan Martin, doch damit ist natürlich längst nicht alles gut. Sie /er kämpft um die eigene Identität, zuerst mit sich selbst, später auch in der Familie und im Freundeskreis. Die Geschichte von Mary/Martin steht zwar im Mittelpunkt von Rose Tremains Roman, doch das ist längst nicht alles. Die Autorin erzählt auch von Mary/Martins Mutter, die aus ihrer unglücklichen Ehe in eine Phnatasiewelt flüchtet, von Irene, die ein uneheliches Kind aufzieht und dafür geächtet wird, und vom Metzgerssohn Walter, der den Betrieb des Vaters übernehmen soll aber lieber Sänger werden will. Das Buch beginnt im spießigen England der 50er Jahre, doch der Bogen wird bis ins Amerika der 70er Jahre gespannt. Alle Erzählstränge werden kunstvoll miteinander verwoben, so dass eine wunderschön erzählte und bewegende Saga entsteht. Der Roman sprudelt förmlich über vor originellen Geschichten und liebenswerten Figuren, ist aber gleichzeitig sehr einfühlsam. Es geht um Selbstverwirklichung, Träume, Isolation und engstirnige Konventionen. Unbedingt lesenswert.
Claudia Frickel
Pressestimmen
Ein Buch, das wir unseren Freunden schenken, weil wir selbst so froh sind, es gelesen zu haben. Die Menschen, von denen Tremain schreibt, wachsen uns sehr ans Herz.
Ein starker, komplexer, unsentimentaler Roman, üppig in manchen Abschnitten, in anderen wunderbar zurückhaltend.
Selbst wenn man die allerhöchsten Maßstäbe anlegt, ist dieser Roman ein unbedingter Erfolg.
Ein Buch, das man bewundert und genießt. Es ist komisch, spannend und ganz und gar originell. Ich habe dieses Jahr nichts gelesen, was ihm gleichkäme.
Rose Tremains Erzählkunst ist eine reine Freude.
Ein wunderschöner, einfühlsamer Roman über Isolation und Einsamkeit.
Herausragend.