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Die Tyrannei der Gene [Gebundene Ausgabe]

Werner Bartens
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

1999
Es ist nicht zu leugnen, dass die Gentechnik immer nachhaltiger in unser Leben eingreift und es verändert: Gene aus Tiefseefischen werden in Kartoffeln eingepflanzt, um diese unempfindliche gegen Kälte zu machen; Untersuchungen an Embryonen erleichtern den Weg zur Entscheidung, krankes oder behindertes Leben vor der Geburt zu beenden; Mikroben werden genmanipuliert, damit sie nach Tanker-Havarien ausgeflossenes Erdöl fressen können. Und immer häufiger erfährt die Öffentlichkeit von gefährlichen Versuchen verantwortungsloser Wissenschaftler, Menschen zu klonen.
Der Autor, selbst einige Jahre in der Grundlagenforschung tätig, zeigt, wieweit die Genmanipulation bereits zur puren Selbstverständlichkeit geworden ist, und äußert seine Skepsis, ob es überhaupt noch eine realistische Möglichkeit gibt, sie unter Kontrolle zu halten.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Blessing; Auflage: 1. Auflage (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896670662
  • ISBN-13: 978-3896670663
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.412.540 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

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Eine siebenfingrige, in kaltes blaues Licht getauchte Menschenhand begrüßt Sie auf dem Einband des Buches von Werner Bartens. Der Freiburger Wissenschaftsjournalist, der Medizin, Geschichte und Germanistik studiert hat und selbst einige Zeit in der molekularbiologischen und medizinischen Grundlagenforschung arbeitete, entwirft in Die Tyrannei der Gene ein Horrorszenario. Möchte man ihm auch in den ersten Kapiteln noch einen recht einseitigen, moralinsauren und allzu emotionalen Umgang mit dem umstrittenen Thema vorwerfen, merkt man doch schnell, was den promovierten Mediziner wirklich bewegt.

Er will provozieren und wachrütteln. Nicht die Manipulation von Genen ist Grund für seine Skepsis. Nein, es ist der Mensch selbst. Sind wir mit all unseren charakterlichen Schwächen und Fehlern überhaupt in der Lage, verantwortlich mit Dingen wie Gentechnik und Klonierung umzugehen. Sind die Halbgötter in den weißen Kitteln und den grauen Anzügen sich ihrer Verantwortung wirklich bewußt? Oder sind sie nicht auch nur Menschen, denen die eigene Karriere, der wissenschaftliche Ruhm und der finanzielle Erfolg näherliegen als die abstrakten, verborgenen Gefahren der Gentechnik?

Der Autor belegt seine kritische Haltung mit vielen Beispielen und faßt seine Schlüsse noch einmal in Merksätzen zusammen. Bartens behandelt nicht nur die grüne Gentechnik und Genmedizin, er blickt auch hinter die Kulissen der Forschungsinstitute. Er gibt Beispiele des unverantwortlichen Umgangs mit Forschungsergebnissen und sucht deren Begründung auch in der Struktur der wissenschaftlichen Arbeit und der Sozialisation der Forscher. Auch in den Medien findet der Autor verantwortungslosen Umgang mit der modernen Molekularbiologie. Immer wieder werden im bunten Blätterwald Schicksalsgene von Stars und Sternchen heraufbeschworen. TV-Inspektor Derricks Assistent Harry Klein wird gar ein Assistenten-Gen angedichtet. Die Metaphern und Modelle aus der Genetik haben sich verselbständigt und werden -- auch wenn sie wissenschaftlich noch so falsch sind -- unser Denken nicht leicht verlassen.

Die Tyrannei der Gene zeigt die Probleme der Gentechnologie und Molekularbiologie im ethischen und gesellschaftlichen Kontext. Das Buch ist provokativ und läßt den Leser nicht schnell los. --Sven Zörner

Pressestimmen

Literatur

Gen-Ethik

Wie kaum ein anderer Wissenschaftszweig zuvor macht die Genforschung Schlagzeilen: Ob Novel-food oder geklonte Nutztiere, gentechnisch hergestellte Medikamente oder pränatale Gendiagnostik – die Gentechnik ist inzwischen allgegenwärtig, wie Werner Bartens in seinem Buch «Die Tyrannei der Gene» zeigt. Der Autor studierte Medizin, war dann am Freiburger Max-Planck-Institut für Immunbiologie tätig und arbeitet seit 1997 als freier Wissenschaftsjournalist. Anhand vieler Beispiele wird gezeigt, wie Gentechnologie in Landwirtschaft, Umweltschutz sowie in der Medizin Einzug gehalten hat und wie ihre Anwendungen trotz allen öffentlichen Diskussion selbstverständlich geworden sind. Der Autor zeigt auch, dass diese Anwendungen die Normen, nach denen der Mensch lebt, verändern. So verschiebt die pränatale Gendiagnostik die Vorstellung von Normalität zugunsten eines idealisierten Menschenbildes; die Gentherapie verharmlost Krankheiten zum Defekt auf Molekülebene; die Genkartierung dient (vorläufig) eher der Statistik als der Heilung. Bartens warnt auch vor der Überschätzung der neuen biologischen Technologien, indem er sich gegen den Anwendungspositivismus der Genforschungsindustrie wendet und für Einschränkungen und Kontrollen plädiert – gegen jede naive Eugenik und für eine kritische «Gen-Ethik».

Stefana Sabin -- Neue Zürcher Zeitung



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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Für einen einigermaaßen gebildeten Leien wie mich ist das Buch eine erfrischende und interessante Einführung in die Problematik der Gentechnologie, die aus allen möglichen Winkeln (wenigstens ansatzweise) durchleuchtet wird. Was mir besonders gefallen hat, ist der kühle, sachliche Zugang zum Problem, im Gegensatz zu den überschwenglichen Lobpreisungen der Genfirmen und Zukunftsfanatiker oder den Verteufelungen ihrer Gegner. Nach dem Buch bekommt man echte Lust sich mit diesem Problem intensiver zu beschäftigen. Ein kleiner Makel des Buches ist, daß gewiße Vorraussagen von der rasanten Entwicklung auf diesem Gebiet schon überholt worden sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Empfehlenswert 26. Juli 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor hat sehr gut recherchiert und ist dadurch in der Lage, sich fundiert mit dem Thema Gentechnologie auseinanderzusetzen.
Er versucht den Leser aufzuklären über die zahlreichen Versprechungen der Industrie, was ihm sicherlich auch gelingt. Herausgekommen ist ein sehr kritisches Buch über die Gentechnologie, das aber (Gott sei Dank) trotzdem mit den in der Bevölkerung kursierenden Vorurteilen und Ängsten bricht.
Aus diesem Grund kann ich das Buch eigentlich jedem empfehlen - dem Gegner der Gentechnologie genauso wie dem Befürworter. Man erhält Fakten und Argumente für Diskussionen.
Als negativen Punkt möchte ich jedoch anmerken, dass man nach der Lektüre dieses Buches leicht zu dem Schluss kommen kann, Industrie und Wissenschaft versprächen zwar viel, leisteten aber gar nichts. Diese Auffassung wäre aber trotz aller berechtigter Kritik auch wieder falsch, weshalb ich jedem Leser empfehlen möchte, auch andere Bücher zum Vergleich zu lesen.
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