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Die Turiner Komödie: Bericht eines Nachlaßverwalters
 
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Die Turiner Komödie: Bericht eines Nachlaßverwalters [Gebundene Ausgabe]

Michael Krüger
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 190 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (15. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518417320
  • ISBN-13: 978-3518417324
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 372.067 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michael Krüger
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Kurzbeschreibung

Wäre er nach Turin gereist, wenn er geahnt hätte, was ihn dort erwartet? Der Erzähler wird nach dem Selbstmord seines besten Freundes Rudolf herbestellt, um dessen Hinterlassenschaften zu sichten. Ein schwieriges Unterfangen, hat Rudolf doch im Laufe der Jahre nicht nur zahlreiche Haustiere auf seiner Dachterrasse versammelt, sondern als bekannter Schriftsteller und Universitätsprofessor zudem Berge von Schriftstücken gehortet - unter denen sich auch sein Opus magnum versteckt haben soll: ein Schlüsselroman zur bundesdeutschen Mentalität der letzten sechzig Jahre, an dem Rudolf "wie ein Berserker" gearbeitet haben will.
Die Suche nach dem Roman enthüllt Aufschlußreiches über Rudolf, den misanthropischen Melancholiker, der eindrucksvoll zu leiden und zu lästern, aber durchaus auch zu leben wußte - und insgesamt drei Frauen hinterläßt, die alle mehr oder weniger den Anspruch erheben, seine Witwe zu sein. Krügers Erzähler irrt in diesem erfrischend leicht erzählten Roman durch Turin, die eigene Vergangenheit und die Abgründe des Literaturbetriebs.

Über den Autor

Michael Krüger ist in Berlin aufgewachsen. Nach dem Abitur macht er eine Lehre als Verlagsbuchhändler und ist nebenher Gasthörer in Philosophie an der Freien Universität bei Peter Szondi. Von 1962 bis 1965 arbeitete er als Buchhändler in London, seit 1968 als Verlagslektor im Carl Hanser Verlag, dessen literarischer Leiter er seit 1986 ist. Es folgten zahlreiche Gedichtbände, Erzählungen und bisher drei Romane, für die er u.a. 1986 den Peter-Huchel-Preis erhielt, 1994 den Ernst-Meister-Preis, 1996 den Prix Medicis Etranger, 2000 den Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München, 2004 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und 2006 den Mörike-Preis. 2010 wird ihm der Joseph-Breitbach-Preis für sein Gesamtwerk verliehen.
Michael Krüger lebt in München.

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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der Erzähler reist nach Turin, wo sein Freund Rudolf, Philosoph, Dichter und noch so einiges, durch Selbstmord aus dem Leben geschieden ist. Kern der Geschichte: Der Freund, zum Nachlassverwalter bestellt, sieht die gesammelten Unterlagen durch und entdeckt die Leben seines Freundes und einiges über sich. Eingeflochten: Literaturbetriebliches.Ein gutes Sujet, wenn auch nicht ganz neu, aber was hat der sympathische Michael Krüger draus gemacht? Ein sehr komisches Buch, schreibt der Top-50- Kritiker hier, Carl-Heinrichbock, der sich vielleicht erst mal mit Grammatik und dem Sinn von Sprache beschäftigen sollte (ein Mensch, der " Krebs krank " so schreibt, hat kein Gespür für Sprache). Nein, es ist ein finsteres Buch, nicht einmal, wenn Rudolfs komischer Zoo auf seiner Dachterrasse geschildert wird, kommt so etwas wie Leichtigkeit auf. Es ist alles zu bemüht, die vielen "Als wenn - Vergleiche" tun ein Übriges. Wenn etwas finster ist, dann gleich stockfinster. Warum nur um Himmels willen passieren einem so begabten Menschen wie Michael Krüger solche verallgemeinernden Sätze wie: "Bald hatte ich mich wieder durch die verzweifelt Rauchenden in ihren Bademänteln gezwängt"? Warum denn verzweifelt? Und gleich alle? Und alle in Bademänteln?
Lange habe ich überlegt, was mich an diesem Buch besonders stört, bis ich draufgekommen bin: Der Autor versucht an den falschen Stellen bedeutsam zu sein.
Am Ende entdeckt der Freund Rudolfs Bauplan für den endgültigen Roman über die BRD, den er nun herausgeben soll oder auch nicht. Und? Leider nicht mehr. Ein Roman, der mich an keiner Stelle gepackt hat, weder von der Sprache her, noch vom Inhalt.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
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M., der Ich-Erzähler der Turiner Komödie, reist zur Beerdigung seines alten Freundes und ehemaligen WG-Gefährten Rudolf nach Turin. Er war von Elsa, der Frau des Philosophen und Dichters, darum gebeten worden, dessen Nachlass zu sichten und zu verwalten. Allerdings ist die Hinterlassenschaft seines Freundes umfangreich. In seien Wohnung und im Institut gibt es Berge von Schriftstücken, kistenweise Bücher, und irgendwo darin auch sein Opus Mabnum, ein Roman, an dem er in den letzten Jahren wie ein Berserker gearbeitet haben soll. Das soll der «Schlüsselroman zur deutschen Denkweise der letzten sechzig Jahre» sein, eine völlig neue literarische Form. Er hatte M. und anderen schon viel davon erzählt, dennoch konnte sich keiner etwas rechtes darunter vorstellen. «Wäre er vorstellbar, sagte Rudolf dann trocken, müsste ich ihn ja nicht schreiben.»

M. bekommt Hilfe von Marta, Rudolfs Mitarbeiterin der letzten Jahre, einer sehr bestimmenden, übergriffigen Person. Und während M. stück für Stück die Aufzeichnungen seines Freundes durchgeht, zerfällt das here Bild von ihm Stück für Stück, alles scheint unendlich banal zu sein. In den Aufzeichnungen tauchen beispielsweise Hinweise darauf auf, dass er Kontakt zu einer Freundin aus der Berliner WG-Zeit wieder aufgenommen hat, über die er sich M. gegenüber immer nur lustig gemacht hat. Sollte er wirklich mit ihr eine Affäre gehabt haben.

M. beschließt, das manche Sachen aus seinem Nachlass unmöglich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können und überlegt, wie er diese entsorgen kann. Nach kurzer Zeit ist er so weit, dass er nur noch versuchen will, schaden von seinem toten Freund abwenden zu wollen, ansonsten will er eigentlich mit der ganzen Sache nichts zu tun haben.

Die Geschichte ist spannend erzählt, angereichert mit Rudolfs kleinem Privatzoo um den greisen Hund Caesar auf der Turiner Dachterrasse, und in dem Augenblick, als wir Leser denken, die Geschichte nun selbst zu ende erzählen zu können, hat Michael Krüger für uns bzw. das Leben für M einen dicken Knüppel bereit. Endlich mal wieder ein Buch mit einem geniales Ende.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein sehr lustiges Buch 12. Dezember 2005
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Protagonist erhält die Nachricht vom Selbstmord seines in Turin lebenden Freundes Rudolf. Dieser war ein bekannter Schriftsteller und Literaturprofessor. Der Freund wird zum ordnen des Nachlasses herbestellt. Worauf er sich da einlässt ist ihm zunächst nicht bekannt. Der völlig versiffte Professor hat neben zahlreichen Haustieren natürlich Unmengen von Schriftstücken hinterlassen. Bei der Suche nach einem „Schlüsselroman zur deutschen Denkweise der letzten sechzig Jahre“, kommt so allerhand Bedeutsames über den menschenscheuen, schwermütigen Rudolf ans Licht. Das wäre noch zu bewältigen, würden sich da nicht plötzlich noch drei Witwen als Nachlassempfänger melden und damit andeuten, dass dieser Rudolf doch kein Kostverächter gewesen ist.

Zunächst ist da die wirkliche Ehefrau Elsa. Sie ist hochgradig Krebs krank, liegt im Spital und stirbt qualvoll vor sich hin. Dann gibt es Martha, die wie ein grimmiger Wächter sein Tun beobachtet, ihn geschickt hindern will an diese oder jenen Kiste des Nachlasses heranzukommen. Und plötzlich taucht da aus heiterem Himmel noch die dritte scheinbare Witwe auf. Die verschrobene, welke Eva berichtete von der Affäre die sie mit Rudolf hatte. Kummervoll lässt sie den Erzähler wissen, dass sie und Rudolf gemeinsam ein neues Leben nach dem Tod von Elsa beginnen wollten. Nun ist er tot. Mit diesen drei Frauen muss sich der Nachlassverwalter nun auseinander setzen und das kostet Nerven.

Der Erzähler irrt durch die „Selbstmörderstadt“ Turin, einmal schildert er seine Eindrücke vom Friedhof, dann wieder hat er es mit den verdrehten Künstlerwitwen zu tun, irgendwann ist er so genervt, dass er alles hin werfen möchte, kann es aber nicht. Die Abhandlungen über den Literaturbetrieb an sich lassen Insiderwissen des Erzählers erkennen. Die Erklärung dafür liegt sicherlich darin, dass der Autor Michael Krüger, von Hause aus Verleger ist.

Zum Schluss löst sich alles in Wohlgefallen auf.
Es ist ein sehr komisches Buch, in einer klaren, leichten, erfrischenden Sprache geschrieben, von Fall zu Fall in einem ausgefallenen germanistisch spöttischen Ton. Zum Schmunzeln und Nachdenken die vielen gemeinen Kleinigkeiten, die die Erzählung bereithält.

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