Da ich Beraterin in der gleichen Tupperware-Bezirkshandlung war, interessierte mich dieses Buch schon, als es in unserer heimischen Zeitung angekündigt wurde. Der Bericht beschreibt genau die Vorgehensweise, wie das "Geschäft Tupperware" funktioniert, wird aber natürlich sehr subjektiv bewertet. Die Beraterinnen werden beschrieben als Marionetten der Firma, leicht zu beeinflussen und zu beeindrucken, denen es an Selbstbewusstsein fehlt oder die nicht die nötige Courage haben, ihrem Frust oder ihrer Meinung Luft zu machen. Hier werden viele der Beraterinnen der Handlung über einen Kamm geschoren (mittlerer Bildungsabschluss und zuweilen übergewichtig) und mitleidig von der Autorin betrachtet, die als einzige erkannt hat, dass sie in eine Falle getappt ist, die sie als eine solche glaubt erkannt zu haben. Das eigentliche Problem könnte aber sein, dass die Autorin mit der Persönlichkeit der Bezirkshändlerin nicht gerade gut klar gekommen ist, da diese ihren Job - ich betone - im Sinne von Tupperware meisterhaft erledigt. Jede der Beraterinnen hätte die Möglichkeit, aufzuhören, eine Beraterin zu sein, wenn sie sich nicht wohl fühlt oder von dem hier beschriebenen "sektenartigen" Vorgehen glaubt, depressiv zu werden. Die Arbeit dort ist freiwillig und macht durchaus Spaß, wenn man seinen eigenen Weg gefunden hat (und die Polonäse eben nicht mittanzt, wenn man nicht will). Und viele der Damen dort geben gute und zufriedene Beraterinnen ab, manche auch schon jahrelang. Fazit: Lesenswert für Interessierte, die an einer Tätigkeit interessiert sind: Viele Details sind objektiv richtig. Aber man sollte den subjektiven Inhalt nicht als Warnung vor einer Falle verstehen, sondern als Erfahrung einer Beraterin, die die Dinge aus ihrer Sicht bewertet und nicht schmunzeln konnte über so manche Dinge, die andere Frauen gerne machen und bei denen jene offensichtlich Spaß haben (übrigens auch die Schlanken mit Abitur)!