"Die Troubadoura" gibt sich bei einem kurzen Blick auf den Klappentext zunächst wie ein normaler historischer Roman, gewürzt wahrscheinlich mit einer Liebesgeschichte und einige spektakulären Enthüllungen, da der Heilige Gral ein Thema ist. Doch schon auf den ersten Seiten werden die anfangs eher mäßigen Erwartungen des Lesers schon übertroffen. Auch wenn dies der erste Roman aus der Feder Frank Geiles ist, so gelingt es ihm doch sicher, den richtigen Ton zu treffen und seinen Leser dicht an die von ihm gewebte Geschichte heranzuführen.
Seine Hauptfigur, die junge Guenola de Parassin, ist eine starke, mutige und äußerst glaubhaft beschriebene Frau, der es gelingt, den Hauptteil der Geschichte auf ihren Schultern zu tragen. Wegen der politischen Verstrickungen, den kirchlichen Intrigen und der oftmals überstürzten Reisen der Katharer wechselt der Roman oft den Schauplatz, damit der Leser ein vollständiges Bild erhält. Hierbei geht jedoch nie die Übersicht verloren.
Einen historischen Roman, dem es gelingt, die geschichtlichen Hintergründe korrekt darzulegen und gleichzeitig eine packende und überzeugende Geschichte zu erzählen, sucht man oftmals vergeblich. Doch mit "Die Troubadoura" beweist Frank Geile, dass dies sogar bei einem Erstling gelingen kann. Der einzige Schwachpunkt ist, dass der Heilige Gral eine Rolle spielt, denn das Thema ist wirklich schon arg ausgelutscht.