"Die Troerinnen" von Euripides zählt bestimmt zu seinen besten Werken. Die Sprache ist zwar für manche eine Herausforderung, aber wenn man reinliest, wird man erkennen, dass es eine wunderschöne Sprache ist - konträr zum erschreckenden Inhalt.
Ich will nicht zu genau darauf eingehen, da man die Spannung erhalten lassen muss. Aber im Mittelpunkt steht die Königin von Troja, Hekabe. Zusammen mit ein paar trojanischen Sklavinnen wartet sie auf die Reise in die Gefangenschaft nach Griechenland. Alles wurde ihr genommen - ihre Kinder, ihr Mann, ihre Stadt.
In höchst bewegenden Szenen, die vor Gesellschaftskritik nur so strotzen, wird die Furchtbarkeit des Krieges dargestellt.
Euripides hat für dieses Stück viel Verachtung geerntet - nicht wegen der Qualität, die ja einmalig ist - sondern wegen seiner offenkundigen Kritik an der brutalen Kolonialpolitik Athens in Asien.
Und was Euripides vor 2400 Jahren schreibt, hat heute noch Gültigkeit und spricht äußerst für die hohe Qualität des Stückes.
Die pazifistische Tendenz des Stückes und seine berechtigte Kritik an der herrschenden Klasse, an Religion und Machtapparat schockte die Athener - und faszinierte Jean-Paul Sartre, der in den 60-ern eine Bearbeitung schrieb.
Nach all den Demütigungen kehrte dann Euripides mit Freuden ins Exil nach Makedonien.
Also - nur zu empfehlen, dieses Stück.