Eigentlich wollte ich keine Rezension schreiben, aber da die bisherige Wertung bei 3,5 Sternen liegt, fühlte ich mich doch verpflichtet, meine Meinung zur Diskussion zu stellen.
Wyndham´s "Triffids" sind ein SF-Klassiker und es geht im Folgenden nicht darum, die Qualität der Buchvorlage zu rezensieren, sondern ausschließlich die Umsetzung als Hörspiel.
Als erstes fiel mir auf, dass ich die CDs nicht im Auto hören kann. Die Sprecher sind teilweise kaum zu verstehen, entweder zu leise abgemischt oder sie sprechen am Mikrofon vorbei. Dafür sind die eingespielten Geräusche um so lauter. Flapsig gesagt, das nervt. Es tut in den Ohren weh, wenn in einer Kneipe Flaschen zerschmissen werden. Dreht man den Ton leiser, versteht man kein Wort mehr. So geht das häufig hin und her.
Genauso schlimm ist die durchgängig fehlende oder falsche Betonung, mit der die Sprecher ihren Text vortragen. Fast die gesamte Bevölkerung Londons ist auf Schlag erblindet, Millionen von Menschen drohen in den nächsten Tagen ohne Hilfe zu sterben. Der Protagonist verläßt ein Krankenhaus, hört die Kinder auf der Kinder- und Säuglingsstation schreien und um Hilfe rufen und sagt mit ausdrucksloser Stimme: Wir können ihnen nicht helfen. Natürlich, das ist inhaltlich schon Übel, aber der ausdruckslose Tonfall (den ich zu keinem Zeitpunkt für Fatalismus halten kann) wird die gesamte Zeit über beibehalten. So drängt sich bald die Vermutung auf, dass die Hauptfiguren zwar nicht blind, aber debil sind und gar nicht merken, was um sie herum geschieht. Die Motivation der Sprecher war offenbar nur die Gage, es ging nicht darum, eine ordentliche Leistung zu bringen. Die Regie hat sich da genauso verweigert, und das Label hatte trotz allem die Hoffnung auf Profit nicht aufgegeben und hat dieses "Hörspiel" herausgegeben, das aus meiner Sicht eine Frechheit ist. Die "Qualität" der Produktion findet sich übrigens auch im Begleitheft wieder. Der einleitende Kurztext zu Wyndham liest sich wie der Erguss eines unmotivierten Quartaners, der mit viel Nachsicht des Lehrers auf eine 4- hofft.
Dem Verlag möchte man anraten: Zeigen sie Scham und Einsicht, erstatten sie verärgerten Kunden den Kaufpreis und bessern sie sich!