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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
So einfach kommt man nicht raus,
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die Tretmühlen des Glücks: Wir haben immer mehr und werden nicht glücklicher. Was können wir tun? (HERDER spektrum) (Taschenbuch)
"Warum macht uns der steigende Wohlstand nicht glücklicher? - Die Tretmühlen hinter den Glückparadoxien." So hieß der Titel eines Vortrags, den der Autor Universität Bicocca 2003 hielt. Außer Ökonomen wie er sprachen an dieser Konferenz auch Philosophen, Psychologen und Soziologen. Ich erwähne das deshalb, weil ich erwartet hätte, dass Mathias Binswanger im dritten Teil "Raus aus der Tretmühle" weniger rational argumentieren würde. Zumal Mathias Binswanger seine Lösungsvorschläge damit ankündigt, sie würden sich von bekannten Ansätzen der Ratgeberliteratur unterscheiden und die biologischen Grundprogramme berücksichtigen. Dennoch gehören auf den nächsten Seiten "sollen" und "müssen" zu Binswangers Lieblingswörtern. Dieser Paradoxie entkommen bis jetzt nur ganz wenige Ökonomen, weil sie allzu sehr vom Glauben an den rationalen Menschen geprägt sind. Und so kommt es eben, dass uns Mathias Binswanger nicht viel mehr erzählen kann als seine Berufskollegen.
Immerhin berichtet er in einem Ton, der angenehm ist und der Einfachheit des Buchkonzepts entspricht. Die Kehrseite der lockeren Schreibweise ist allerdings, dass man als Leser die fehlende Tiefe der Problemanalyse kaum bemerkt, weil man allzu schnell über die Zeilen fliegt. Warum wir trotz bester Vorsätze nicht aus der Tretmühle herauskommen, erfahren wir daher kaum. Oder wir nicken brav und gehen zur Tagesordnung über. Mein Fazit: Obwohl der Autor sicher einen anderen Ansatz verfolgen wollte, bleibt er letztlich doch einem Schema treu, das sich zwar gut verkauft, sich aber für wesentliche Verhaltensänderungen als untauglich erwiesen hat. Einfach nur nicken und schöne Beispiele lesen, ebnet den Weg zum Glück nicht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Mit Professorengehalt lässt sich leicht schreiben...,
Von doggo-doggo (Westküste) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Tretmühlen des Glücks: Wir haben immer mehr und werden nicht glücklicher. Was können wir tun? (HERDER spektrum) (Taschenbuch)
Auf den Autor bin ich durch eine Diskussionsrunde bei Maybritt Illner zum Thema Glück aufmerksam geworden.
Neben dem Autor mit dabei: Eckhard Hirschausen, Gregor Gysi, Roland Berger, ein FDP-Generalsekretär sowie eine Management-Aussteigerin. Sehr interessante Diskussion! Mein Hirn war begeistert! Im Grunde wurde das Hohelied auf die Investition in Freundschaften, Familie, Netzwerke allgemein sowie die eigenen Fähigkeiten gesungen. Also mehr (innere) Qualität statt materielle Quantität. Im Grunde volle Zustimmung! Trotzdem machte sich ein leichtes Unbehagen bemerkbar. Denn: Auf dem sozialen und materiellen Level des professoralen Autors (sowie der o.g. Diskussionsteilnehmer) zu sinnieren und evtl. mit Blick aufs Einkommen einen Gang zurückzuschalten, ist sicher etwas anderes als mit mittleren, kleinen Einkommen oder gar auf HartzIV-Niveau, wenn sich nämlich die Rechnungen für grundlegende Dinge wie Miete, Zahnersatz, Klassenfahrt der Kinder oder eigentlich dringend notwendige Altersversorgung stapeln. Speziell für HartzIV-Empfänger - ich selbst hatte schon das zweifelhafte Vergnügen - sorgt bspw. schon der Blick in eine leere Waschmittelpackung (5 Euro) oder ein anstehender Arztbesuch (10 Euro Eintrittsgeld, hoffentlich keine Medikamente mit Zuzahlung) für Schrecken. Und genau daran kranken meines Erachtens auch die meisten Talkshows und Ratgeber wie dieser: Dass nämlich die Themen von bestens integrierten und abgesicherten, wenn nicht privilegierten Menschen behandelt werden, die von den Lebenswirklichkeiten vieler Adressaten ihrer Botschaften meilenweit entfernt sind. Womit ich nicht sagen - und eben trotzdem hoffen - will, dass sich nicht ein Körnchen der Botschaften in beinahe jedes Leben adaptieren lässt. Deshalb auch 2 Sterne für das Buch. Selbst im HartzIV-Bezug (übrigens benannt nach Peter Hartz, bekannt geworden durch die Bordell-Affäre bei Volkswagen) habe ich mir nämlich (allein durch eigenes Nachdenken, OHNE Ratgeber) klarmachen können, dass selbst das noch luxuriös ist im Vergleich mit dem Gros der Weltbevölkerung. Millionen Menschen wären froh, überhaupt ein Dach über dem Kopf und ordentliches Trinkwasser sowie Nahrung zu haben. Zufall oder nicht: Psychologen, Experten, Moderatoren und (gedruckte) Ratgeber sind seltenst an solchen Krisenherden anzutreffen, sondern tummeln sich im vglw. reichen Europa - wo es einen Markt und (gutes) Einkommen für ihre Dienste gibt. ;-) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aufklärung im besten Sinne!,
Von Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Die Tretmühlen des Glücks: Wir haben immer mehr und werden nicht glücklicher. Was können wir tun? (HERDER spektrum) (Taschenbuch)
"Die Tretmühlen des Glücks" ist ein im besten Sinne aufklärendes Buch. Aufklärend sind Bücher, wenn sie mit empirischen Erkenntnissen belegen, was eigentlich bereits kulturelles Gemeingut ist, wenn sie weiterhin explizit formulieren, was jeder bereits in seinem eigenen Leben beobachten aber nicht auf eine griffige Formel bringen konnte oder wenn sie zeitgeistliche Fehlentwicklungen mit der Macht belegbarer Argumente wirksam angreifen. Genau solches gelingt Binswanger in seinem populärwissenschaftlichen Werk mit den gängigen Modellen der ökonomischen Wissenschaft, unterstützt mit den neueren Erkenntnissen der Psychologie zu den Fragen Glück und Lebenszufriedenheit. Der Inhalt, extrem komprimiert, besagt, dass zwar bereits ein Großteil unserer naturgegebenen Bedürfnisse (über-)befriedigt ist, dass aber machtvolle psychologische Mechanismen in uns am Werk sind, nämlich die Mechanismen des sozialen Vergleiches etwa, die uns dazu antreiben, weit über das Notwendige hinaus Geld, Status und (noch weiterem) Komfort hinterherzurennen. Dabei ist das, was Binswanger an Fehlentwicklungen unserer Gesellschaften beschreibt, nicht nur für Menschen mit Professorengehalt und -stellung wahr; Es sei daran erinnert, dass Auto, Handy, mp3-Player, Computer, Internetzugang, alljährlicher Mittelmeerurlaub,... u.s.f. für die Mehrheit (nicht für eine Minderheit - wie z.B. AlgII-Bezieher) zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens gehören, dass wir also in einem Wohlstand leben, der für frühere Zeitalter gleichbedeutend gewesen wäre mit der Verwirklichung ihrer kühnsten Utopien. Wer über unsere trotzdem allverbreitete Unzufriedeneheit nicht staunen kann, steckt wohl zu tief drin, in den "Tretmühlen des Glücks". Was Binswanger an Vorschlägen zum Ausstieg aus den genannten "Tretmühlen" unterbreitet, mag deshalb auch nur vor dem Hintergrund des röhrenden Zeitgeistes naiv erscheinen, ergibt sich aber in Wahrheit schlüssig als Lösung aus der unbequemen, indes korrekten, Problemanalyse.
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