Nach dem bislang schlechtesten Roman "Die Frau im Pelzmantel" war "Die Treppe zum Meer" eine positive Überraschung von Martha Grimes. Auch wenn das Ende von vielen Lesern als geschmacklos empfunden werden kann, ist der Plot von "Die Treppe zum Meer" recht gut gelungen. Das ist aber auch das einzige. Inzwischen sollte sich Martha Grimes Gedanken darüber machen, ob sie ihre Helden Inspektor Jury und Melrose Plant nicht in den literarischen Ruhestand befördert, denn die privaten Handlungsstränge, die mit dem ersten Roman "Inspektor Jury schläft außer Haus" einmal so hoffnungsvoll begonnen haben, sind inzwischen einfach nur noch abgenutzt und fade. Langsam nervt es, dass Jury immer wieder selbstmitleidig über den Tod seiner Mutter reminisziert und sich nicht entscheiden kann, ob er in puncto Liebe Jenny Kennington oder Vivian Rivington den Vorzug geben soll. Auch Melrose Plants Versuche, gemeinsam mit einem kapriziösen Antiquitätenhändler die Hochzeit Vivians mit einem Italiener zu verhindern, könnte Martha Grimes endlich mal zu den Akten legen. Während andere Krimihelden wie z. B. Peter Robinsons Inspector Banks oder Ian Rankins Inspector Rebus sich permanent weiterentwickeln, fällt die Inspector Jury-Reihe durch einen frustrierenden Stillstand auf. Wenn Martha Grimes nichts mehr einfällt, sollte sie sich ausschließlich auf ihren Job als Dozentin konzentrieren.