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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
92 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Welt um den Schlaf gebracht,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die Traumdeutung (Taschenbuch)
Sigmund Freuds "Traumdeutung" ist im doppelten Sinne ein Jahrhundertbuch. Einerseits hat es der Begründer der Psychoanalyse aus "Marketinggründen" von 1899 auf 1900 vordatiert, damit es ein Kind des neuen Jahrhunderts werde. Andererseits hat der Inhalt des auf über 600 Seiten angewachsenen Theoriewälzers die wissenschaftliche Sichtweise des Traumes und des Seelenlebens wie kein zweites Werk revolutioniert. Freud interpretiert die Träume als Wunscherfüllungen: Die unterdrückten Wünsche und Triebe aus dem Unbewussten drängen während des Schlafs ins Bewusstsein, werden aber von einer zensierenden psychischen Kraft derart entstellt, dass die Träume meist abstrakt, seltsam oder sogar absurd erscheinen. Anhand von über 100 Träumen zeigt Freud, dass angeblich alle Träume einen sexuellen Hintergrund haben, der zumeist aus der frühesten Kindheit stammt. Die "Traumdeutung" ist somit der Wegbereiter der späteren Freud'schen Trieb- und Sexualtheorie. Freuds Buch hat die Welt an der Schwelle zum letzten Jahrhundert im wahrsten Sinne um den Schlaf gebracht: Seine Theorie erregte Interesse und Abscheu in gleichem Maße. Bei aller Kritik kann man ihm eine Leistung nicht absprechen: Er hat die uralte Kunst der Traumdeutung von ihrem mythischen Ballast befreit und sie systematisch eingesetzt, um im Rahmen seiner neuartigen Psychoanalyse zum Unbewussten vorzustoßen und seelische Leiden therapieren zu können.
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61 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für Skeptiker,
Rezension bezieht sich auf: Die Traumdeutung (Taschenbuch)
Wer schon immer der Meinung war, dass "Traumdeutung" á la "Wenn Sie vom Fliegen träumen, werden Sie bald schwanger" Unfug ist, der wird Freuds Werk - das er selbst für sein wichtigstes hielt - zu schätzen wissen. Wer ein gewisses Klischee vom Vater der Psychoanalyse im Kopf hat, kann beruhigt sein: Es ist nicht nötig.Ausgesprochen interessant und über weite Strecken auch sehr unterhaltsam, besonders auch durch Freuds Selbstanalysen, bekommt auch der Laie einen Einblick in die verschlungenen Mechanismen der Traumarbeit, beginnt automatisch, seine eigenen Träume zu hinterfragen und träumt tatsächlich auch für eine Weile anders, als er es zu tun gewohnt ist. Sicherlich ist "Die Traumdeutung" keine Strandlektüre, trotzdem bleibt es jederzeit nachvollziehbar und verständlich, ungeheuer aufschlussreich ohnehin. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auch nach hundert Jahren lesenswert!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Traumdeutung (Taschenbuch)
Die Traumdeutung ist in erster Linie ein historisches Buch, das war es schon bereits zu Lebzeiten Freuds. Denn bei den späteren Ausgaben, die er noch selber herausgeben konnte, hatte er es mit Absicht unterlassen, den jeweils neuen Stand der psychoanalytischen Kenntnis in das Buch einzuarbeiten. Er wollte es relativ in seiner Originalgestalt erhalten, als das was es ursprünglich war - als eine Revolution. Bereits im Jahr 1899 fertiggestellt, ließ Freud das Buch mit Absicht auf das Jahr 1900 vordatieren, da es ein Buch für das neue, nicht für das alte Jahrhundert werden sollte. Und das es dazu wurde, war Freud sehr wohl bewußt, auch wenn beinahe zehn Jahre vergehen sollte, bis die geringe erste Auflage verkauft war, und das Buch seinen Zug um die Welt antreten sollte, als Grundstein der Psychoanalyse. Doch wenn es so sehr Historie ist, weshalb sollte dieses Buch heute noch gelesen werden - die Revolution ist vorbei und die Psychoanalyse gehört heute teilweise zum alltäglichen Sprachgebrauch, ist dort mitunter häufiger vertreten als in der wissenschaftlichen Psychologie. (was weder automatisch gegen das erstere noch für das letztere spricht). Die Beurteilung des Inhalts steht und fällt mit dem subjektiven wissenschaftlichen Standpunkt. Konsequent empirisch ausgelegt, bietet „Die Traumdeutung" viele unbewiesene, intuitiv gewonnen, und schwer beweisbare Vermutungen, Hypothesen und Behauptungen. Freud beruft sich immer auf die Empirie seiner klinischen Erfahrung und seiner Selbstanalyse, Erfahrungen, die allerdings von keinem anderen nachvollzogen werden können. Deshalb ist es wohl besser, bei nötigem Interesse am Gegenstand, Wissenschaft und Empirie zu vergessen und Freud bei dem Versuch zu begleiten, Licht in das Dunkel der eigenen Träume zu bringen. Hier ausführlicher auf den Inhalt einzugehen ist unmöglich, dazu ist er zu komplex und detailreich - schließlich handelt es sich hier nicht um einen Roman, bei dem man den roten Faden mit wenigern Worten umreißen kann. Freuds Anliegen bestand darin, mit diesem Buch darzulegen, daß der Traum kein sinnloses nächtliches Phänomen ist, wie zu seiner Zeit allgemein angenommen, sondern eine natürliche nächtliche Aktivität eines jeden Menschen, die nach bestimmten Gesetzen abläuft, aus dem Unbewußten gespeist ist und damit sehr wohl auch ihren Sinn hat, nämlich als Wunscherfüllung zu gelten, für Dinge, die das wache Bewußtsein niemals erreichen würden. Damit legt er gleichzeitig den Grundriß der psychoanalytischen Theorie. Manche Schlußfolgerungen werden sonderbar erscheinen, manche sogar absurd, aber dennoch bin ich überzeugt, daß ein jeder an sich selber so manchen Gedankengang und so manche Hypothese bestätigen kann, und darum ist die „Traumdeutung" auch nach hundert Jahren allemal ein sehr lesenswertes Buch.
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