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Zu den tragischsten Umständen im Leben des ambitionierten Science Fiction-Autors Dexter Lampkin zählt die Tatsache, dass er mit seinem Erstlingswerk, einem Roman mit dem Titel Die Transformation, zugleich seinen größten Erfolg feierte. Immerhin verdankt er diesem Roman eine treue Fangemeinde, von deren Verehrung er sich hin und wieder umschmeicheln lässt. Um sich jedoch über Wasser zu halten, ist Dexter schon seit langem gezwungen, auch den abwegigsten Auftrag anzunehmen.
Eines Tages tritt der etwas zwielichtige Agent Texas Jimmy Balaban an Dexter heran und bittet ihn, das Konzept für eine Fernsehshow zu entwerfen. Im Mittelpunkt der Show steht der Komiker Ralf, der behauptet, aus der Zukunft zu stammen und die rückständigen Affenmenschen des 21. Jahrhunderts zur Zielscheibe für seinen beißenden Spott macht. Dexter ist von Ralfs Darbietung begeistert und lässt sich engagieren, um dessen Repertoire an Witzen zu erweitern. Mitunter spielt Ralf seine Rolle jedoch so überzeugend, dass Dexter sich bald fragt, ob sie nicht doch einen Funken Wahrheit enthalten könnte.
Spinrads Roman im Roman entfaltet sich über eine Vielzahl von Handlungssträngen, die er auf geschickte Weise miteinander verknüpft. Seinen besonderen Reiz gewinnt Die Transformation dabei aus zahlreichen ironischen (Selbst-)Bezügen, die durch Spinrads langjährige Erfahrung in der Science Fiction-Szene zu einer ganz persönlichen Abrechnung mit dem Genre werden. Auf den über tausend Seiten des Romans findet sich allerdings doch die eine oder andere Länge, die das Lesevergnügen ein wenig schmälert. Das ändert jedoch nichts an der Wirksamkeit von Spinrads überaus treffsicherer Satire auf die moderne Medienzivilisation und ihre Gurus. --Sara Schade
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Das Schmuddeldasein der SF-Autoren,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Transformation (Taschenbuch)
Gleich einem seiner Protagonisten, dem SF-Autor Dexter Lampkin, begründet sich Spinrads Ruhm auf einem Frühwerk, "Champion Jack Barron", das in den Siebzigern entstand. Seither hat Spinrad nur mäßig erfolgreiche Romane vorgelegt, "Die Transformation" wird als sein "Opus Magnum" angepriesen.Könnte man sogar gelten lassen. Dexter Lampkin begann seine Karriere als Science-Fiction-Schriftsteller mit jener Sorte von Buch, die von einer Botschaft und dem Bedürfnis, die Welt zu verbessern, getragen sind. Die Helden seines Romans, ambitionierte und zukunftsskeptische Wissenschaftler, gaukeln der Weltbevölkerung vor, eine außerirdische Botschafterin entdeckt zu haben, die gesandt wurde, um die Erde vor dem drohenden Untergang durch Umweltzerstörung, völlige Ausschöpfung der Ressourcen und Verzicht auf innovative Konzepte zu bewahren. Eine junge Frau wird kurzerhand mehreren Gehirnwäschen unterzogen, chirurgischen Eingriffen, heftigen Trainingsprogrammen, bis sie selbst glaubt, von einer Planetenförderation zu kommen, die die Erde nur in ihre Reihen aufnehmen würde, wenn die "Transformation" gelänge: Die Veränderung der geltenden Konzepte hin zu einem, das ein Überleben in Wohlstand und Freiheit bei gleichzeitiger Bewahrung der Natur garantieren würde. Der Coup gelingt, und letztlich kommen dann wirklich ein paar Aliens angedackelt und gratulieren der Erde zum Schritt in die nächste Stufe der Zivilisation. Das Buch verkauft sich kaum, aber Lampkin gewinnt eine kleine, beharrliche Fangemeinde, die "Transformationalisten", deren Treffen er hin und wieder besucht. Nebenher hält er sich mit allen möglichen Schreibjobs über Wasser, klopft Treatments für SF-Comicserien zusammen, und läßt sich als Ehrengast auf den pausenlos stattfindenden SF-Cons aushalten, den Zusammenkünften des Fandoms, der eingeschworenen Gemeinde von fettleibigen, brillentragenden Trekkies und Wüstenplanet-Gläubigen, Star Wars-Anhängern und Fanzine-Herausgebern. Dann tritt Ralf auf den Plan. Jimmy Texas Balaban, ein zweitklassiger Komiker-Agent, entdeckt irgendwo in der "Borscht-Provinz" einen flippigen Typen, der von sich behauptet, wiederum von seinem Agenten in die Vergangenheit geschickt worden zu sein, weil sich sein Programm in der unwirtlichen Zukunft abgenutzt hat. Balaban, Lampkin und eine esoterische Dozentin namens Amanda entwickeln die Fernsehshow "Ralfs Welt", in der das wirre Energiebündel das "Affenvolk" beschimpft, vom "Totenschiff Erde" faselt - mit wachsendem Erfolg. Dexter setzt das Fandom auf die Show an, und Ralfs Ideen, akribisch verwurstet mit den Konzepten aus Lampkins erfolglosem Roman, ziehen weite Kreise. Währenddessen hadern alle Beteiligten pausenlos mit der Frage, ob der gurkennasige Typ mit der quälenden Stimme nicht vielleicht doch *echt* ist. Spinrad bewegt sich zwischen bösartiger Satire und harscher Gesellschaftskritik, macht sich einerseits auf wunderbare Weise über die SF-Fans und -Autoren lustig, laviert dabei dicht an der Nestbeschmutzung, während er andererseits alle zehn Finger in die Wunden der Welt legt, die tatsächlich so groß sind, daß selbst riesige Hände komplett darin verschwinden. Und das ist die Krux. Ist die Zukunft kausal oder optional, gibt es überhaupt noch die Chance, etwas zu ändern, gar zu retten, das "Sternenschiff Erde" zu kreieren, oder befinden wir uns wirklich schon lange auf einem Totenschiff, einem bei Flaute dahindümpelnden, miefigen Segler mit zerfetzter Takelage und dahinsiechender Mannschaft? Spielt es in diesem Zusammenhang überhaupt eine Rolle, ob der vermeintliche Botschafter aus der Zukunft die Wahrheit sagt? Gleichzeitig beleuchtet das - etwas zu lange - Buch auf sehr interessante, überaus amüsante Weise das Schmuddeldasein der SF-Autoren und ihrer Anhänger, aber nicht nur das. Wie so häufig innerhalb des Genres, das literarisch betrachtet weniger als kaum Ansehen genießt, wartet Spinrad mit Fakten, Ideen und Reflexionen auf, die einleuchtend, plausibel, gewitzt und wohlrecherchiert anmuten. Eine Parallelhandlung um die Crack-Absteigerin "Lotter-Lotti" beweist nachhaltig die erzählerische Wandlungsfähigkeit des Autors. So steht am Ende nicht nur die Erkenntnis, ein intelligentes und vor Kreativität übersprudelndes Buch gelesen zu haben, sondern auch jene, daß das literarische Schattendasein des Genres nicht nur seit Philip K. Dick und anderen eigentlich jeder Begründung entbehrt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein interessantes Buch ....,
Rezension bezieht sich auf: Die Transformation (Taschenbuch)
...von dem ich bis jetzt (da ich noch nicht bis zum Ende vorgestoßen bin) noch nicht weiß ob es nun ein SF-Buch oder ein kritischer Gegenwartsroman ist. Auch wenn der Anfang nicht sonderlich spannend war und ich zwischendurch schon überlegte ob ich es nicht zur Seite legen soll bereue ich es doch nicht weiter gelesen zu haben. Die Spannung baut sich im Laufe des Buches auf, auch wenn mich persönlich die eher düster geschriebenen Passagen der Lotter-Lotti abschreckten. Vielleicht auch nur, weil man sich zu leicht in die Person hereinversetzen kann. Alles in allem aber ein sehr gelungenes, ehrlich geschriebenes, Buch, welches manche Illusionen zerstört und aufzeigt wie durch die Medien manipuliert werden kann und wie die Medien manipuliert werden können. Auch, wie sich die Figuren der Handlung letztendlich selber manipulieren.Und zu guter letzt freut sich noch meine schwarze Seele, wie dabei ungehemmt über die Szene gelästert wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Verlangt einige Selbstironie,
Von K. Beck-Ewerhardy "kgbeast" (Moers) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die Transformation (Taschenbuch)
Dies ist der Roman eines Mannes, der es liebt Skandale zu erzeugen (Der stählerne Traum und Champion Jack Barron) und im Rahmen des SF- und ST-Fandom wird er sich mit diesem Werk bestimmt einige Feinde machen.Transformation ist der Titel eines Romans aus den späten 60er frühen 70er-Jahren und wurde von dem Autoren Dexter Lampkin in Anlehnung an Fremder in einem fremden Land und einen Vortrag von Phil José Farmer geschrieben. Mit diesem Werk wollte Dex dazu beitragen, die Welt vor der Vernichtung durch die menschliche Dummheit zu retten. Nun zu Beginn des 21. Jahrhunderts und weitestgehend glücklich verheiratet, besucht er immer noch regelmäßig Treffen seiner alten Fans die Transformalisten - und geht regelmäßig auf SF-Conventions, die er mehr und mehr hasst. Viele Phänomene der SF seit Ende der 30er-Jahre werden in diesem Roman ausgiebig verarbeitet und diskutiert, wobei einflussreiche Bücher und Serien, sowie das Fandom eine sehr wichtige Rolle spielen. Neben einer unendlichen Geschichte ist dieses Buch darum auch eine Geschichte des Fandoms, der Vermarktung der SF und Allem, was dazu gehört. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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