Das neue Buch von Elke Vesper geht dort weiter, wo das Erste endete,nämlich in den 20 -iger Jahren in Hamburg, wohin es die Dresdner Familie verschlagen hat. Man kann dieses Buch allerdings auch ohne den Vorgängerband lesen, da nicht viel Bezug zum Vorgängerband genommen wird und wenn ,wird es erklärt.
Der Einstieg in dieses Buch, dass die weiteren Lebenswege von Käthes Töchtern Stella und Lisbeth schildert ,ist etwas trocken und holprig, da die politischen Zustände und Zusammenhänge der damaligen Zeit recht ausführlich beschrieben werden.Lassen sie sich dadurch aber nicht abschrecken, denn es erwartet sie ein tolles Buch, unterhaltsam, spannend und teilweise sehr berührend geschrieben.
Stella und Lisbeth heiraten, leider beide Männer, mit denen sie nicht glücklich werden. Stella verschlägt es nach Afrika, wo ihr Ehemann sein wahres Gesicht zeigt, sie aber auch ihre wahre Liebe findet. Lisbeth lässt sich nach kurzer Ehe scheiden, lernt den jüdischen Medzinstudenten Aaron kennen und lieben und betreibt mit ihm eine Praxis, in der auch Abtreibungen an Frauen vorgenommen werden, denen das wirtschaftliche Elend dieser Zeit kein weiteres Kind erlaubt. Auch über die restlichen Familienmitglieder der Wolkenraths erfahren wir wieder einiges und es zeigt sich, wie unterschiedlich Kinder sich entwickeln.
Die politschen Ereignisse dieser Zeit werden immer wieder geschickt in die Geschichte mit eingeflochten, so dass der Leser ein interessantes und informatives Bild dieser Zeit erhält.Das Buch endet mit der Machtergreifung Hitlers, der von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wird und schreit nach einer Fortsetzung, die glaube ich auch kommen wird.Ich freue mich schon jetzt auf weitere Geschichten der Familie Wolkenrath. Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der eine unterhaltsame, nicht zu seichte Familiengeschichte mit zeitgeschichtlichem Hintergrund liebt.