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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wie Prag entstand ...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Träume der Libussa: Historischer Roman (Taschenbuch)
Tereza Vanek hat sich für ihren Roman die Sage der Libuse (deutsch Libussa oder Libuscha), der mythischen Stammmutter der Premysliden-Dynastie in Böhmen angenommen, und sie auf sehr lesenswerte Art mit Leben gefüllt.Zum Inhalt: Der Roman spielt Mitte des 8. Jahrhunderts im Land der Behaimen an der Moldau. Libussa, die jüngste Tochter der unerwartet verstorbenen Hohepriesterin der Behaimen, wird zu deren Nachfolgerin bestimmt. Doch sie hat sich auf dem Kupala-Fest in den Bauern Premysl verliebt und denkt nicht daran, diesen nicht standesgemäßen Gefährten aufzugeben. Mit einer List erreicht sie, dass er als von der Göttin für sie vorbestimmt erscheint und richtet sich ein, ihr Amt als Hohepriesterin zu erfüllen. Angetrieben von ihren Visionen gründet sie an der Biegung des Flusses eine neue Siedlung, die sie Praha nennt, und die schnell zu einem florierenden Ort erblüht. Doch ihr Reich und die alte Ordnung, die Herrschaft der Frauen und die Anbetung der alten Götter sind durch die fortschreitende Christianisierung und die Eroberungszüge des Königs der Franken gefährdet. Schließlich kann sie nicht mehr verhindern, dass ihr Clan direkt in den Krieg verwickelt wird. Tereza Vanek legt hier einen sehr schönen Roman vor, der nicht nach altbekanntem Schema abläuft. Hier wird keine Hauptfigur von Schicksalsschlag zu Schicksalsschlag gehetzt, und dennoch ist die Geschichte an jeder Stelle spannend. Ohne übertriebene Sprachschnörkel oder Gewaltszenen ist es vor allem die Figurenentwicklung, die den Roman vorantreibt, und die oft unvorhergesehene Wendungen nimmt. Die Spannungen, die sich aus dem Aufeinanderprallen von Christentum mit Männerherrschaft und Machtstreben einerseits auf die alte Ordnung der Behaimen mit ihrem Matriarchat, den freieren Sitten und den alten heidnischen" Göttern andererseits ergeben, sorgen für Zündstoff. Die Autorin arbeitet mit mehreren Perspektivträgern, so dass uns nicht nur die Hauptfigur nahe gebracht wird. Sie hat sehr lebendige Figuren geschaffen, mit interessanten Ecken und Kanten, und einige so liebenswerte, dass man gerne um eine Fortsetzung bitten möchte. Dieser Einblick in die Entstehung Prags ist mit dem Wissen, was aus dieser kleinen Siedlung geworden ist, eine aufschlussreiche und unterhaltsame Zeitreise in die Vergangenheit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Abseits des Einheitsbreis historischer Romane,
Von Zabou1964 (Krefeld) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Träume der Libussa: Historischer Roman (Taschenbuch)
Auch in ihrem zweiten Buch (nach Schwarze Seide") entführt Tereza Vanek den Leser in die Vergangenheit. Diesmal geht die Reise ins 8. Jahrhundert des heutigen Tschechien. Grundlage für diesen Roman ist der Libussa-Mythos, der im 10. Jahrhundert entstand. Eine Seherin, jüngste Tochter der Herrscherin der Behaimen, gründete die Stadt Prag und mit ihrem Gemahl die Dynastie der Premysliden.Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil wird das Leben der jungen Libussa beschrieben, wie sie Premysl, einen klugen Bauern, kennen lernt und trotz aller widriger Umstände zu ihrem Gefährten nimmt. Der zweite Teil handelt von Libussas Sohn Lidomir und der wachsenden Christianisierung Europas. Auch das Reich der Behaimen soll missioniert werden. Gelingt es Libussa, die alten Sitten und Riten ihres Volkes zu bewahren? Die Autorin versteht es auf außergewöhnliche Weise, dem Leser jede Figur des Romans so zu beschreiben, als sei man ihnen selbst begegnet. Auch bei den unsympathischsten Personen kann man verstehen, aus welchem Antrieb sie handeln.. So war mir Radegund, eine strenggläubige Christin, z.B. zu Anfang sehr unsympathisch. Der Autorin ist es jedoch gelungen, dass ich mich in Radegunds Psyche und ihr Denken einfühlen konnte. Diese Zeit und dieses Thema sind sehr außergewöhnlich und deshalb besonders interessant für dieses Genre. Ohne dass jemals Langeweile aufkommt, beschreibt die Autorin sehr genau die Riten und Landschaften. Ich habe mit großem Interesse alles über die Zeit der Behaimen gelesen. Das einzige, was mir mal wieder gefehlt hat, war ein Glossar. Bei der Vielzahl der fremdartigen Namen wäre dieses manchmal hilfreich gewesen. Dafür findet sich am Ende des Buches ein Nachwort der Autorin, worin sie den Libussa-Mythos und die Entstehung des Romans beschreibt. Ein großer Teil der Geschichte ist natürlich dichterische Freiheit, aber einige Figuren (z.B. Libussa, ihr Onkel Krok und ihre Schwestern Kazi und Thetka) haben wirklich gelebt. Fazit: Der Buch ist spannend, hervorragend recherchiert und hebt sich vom Einheitsbrei der historischen Romane ab. Unbedingt lesen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn Legenden lebendig werden,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Träume der Libussa: Historischer Roman (Taschenbuch)
Mit ihrem Roman "die Träume der Libussa" hat Tereza Vanek einen Roman vorgelegt, der sich mit der Entstehungsgeschichte der Stadt Prag (deren Name Praha in der Landessprache "Türschwelle" bedeutet) beschäftigt. Der Legende nach wurde die Stadt von Libussa gegründet, einer Fürstentochter aus dem Volk der Cechen und ihrem Gefährten Premysl, einem gebürtigen Bauern.Nach dem Tod ihrer Mutter wird Libussa gegen ihren Willen zur Stammesfürstin erklärt, einer Stellung, die ihr als jüngster Tochter eigentlich gar nicht zustehen würde. Die junge Frau, die gerne Hohepriesterin ihres Volkes geworden wäre, muss nun lernen, sich in ihrer neuen Stellung zu behaupten. In einer Zeit, die eine Wende zwischen der alten Religion der Mutter und dem aufkommenden Christentum bedeutet, ist es für sie nicht immer leicht, sich gegen das vorrückende Patriarchat zur behaupten. Gegen den Willen ihrer Familie geht sie eine Verbindung mit Premysl ein, einem Bauern, dem sie von Herzen zugetan ist. In einer Vision sieht sie nicht weit von ihrem Heimtatort entfernt an einem Fluss die prächtigen Gebäude einer blühenden Stadt. Spontan entschließen sich Libussa und ihr Gefährte, sich dort eine neue Heimat zu bauen. Tereza Vaneks Roman besteht eigentlich aus zwei Teilen. Im ersten Teil lernen wir Libussa kennen, erleben ihren Aufstieg zur Stammesfürstin, ihren Kampf um Anerkennung und die Bemühungen, die vorrückenden Franken unter Karl dem Großen aufzuhalten. Der zweite Teil schildert die vorrückende Christianisierung aus der Sicht ihres Sohndes Lidomir, der bei den Franken aufgewachsen ist und nach einigen Jahren mit seiner christlichen Gattin Radegund in die Heimat zurückkehrt. So wie Libussa für die alte Religion und die Traditionen ihres Volkes steht, so steht Lidomirs Gattin Radegund für das Christentum mit all seinen Neuerungen. Schnittstelle zwischen diesen beiden ist Libussas Sohn Lidomir, der sich in einem permanenten Zwiespalt zwischen Tradition und altem Glauben, sowie dem ursprünglich nicht ganz freiwillig angenommen Christentum befindet und somit zwischen dem alten und dem neuen Weltbild hin- und hergestoßen wird. Auch die weiteren Protagonisten wie Premysl, Libussas Mann, der nicht ablegen kann, dass er als Bauer geboren wurde oder Libussas Schwester Kazi, die über ihre Abneigung den Menschen gegenüber nicht merkt, was sie mit ihrem Verhalten den ihr nahe stehenden Menschen antut, sind glaubhaft und bis ins Detail gezeichnet. Man kann sie nicht immer verstehen, manchmal möchte man sie am Liebsten ohrfeigen, aber ich denke, wenn man sich so intensiv mit Protagonisten eines Buches beschäftigt, dann ist das das beste Zeichen, dass man ein sehr gutes Buch vor sich hat. Wären sie einem egal, hätte die Geschichte ihre Wirkung verfehlt. Die Gründung der Stadt Prag beruht auf einer Legende. Nichts desto trotz ist es Tereza Vanek gelungen, aus der Legende eine Geschichte zu machen, wie sie hätte sein können. Ganz tief taucht man beim Lesen ab in das Land der Cechen, der Behaimen und Mähren, ist dabei, wenn die Franken versuchen ihre Position auszubauen, fühlt das Schwinden der alten Traditionen und das Aufkommen des Christentums und fühlt die Zerrissenheit, die dieser Wandel bei den Figuren auslöst und den Zwiespalt, in den sie geraten. Wenn man das Buch beendet hat, hallt die alte Legende von der Gründung der goldenen Stadt und ihrer Gründerin noch lange nach, dreht sich, windet sich, fließt, perlt, wie der Fluss, der an Prag vorbei fließt und im Ohr hat man ganz leise die Klänge von Smetanas "Die Moldau". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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