Es ist die Geschichte einer senegalesischen Frau, die mit sieben Jahren den
Alptraum der Beschneidung durchleiden musste, mit 13 zwangsverheiratet wurde
und von ihrem wesentlich älteren Mann nach Frankreich gebracht, eine lange
Zeit ehelicher Gewalt durchleiden musste.
Erschreckend authentisch beschreibt sie ihre eigene Beschneidung, die wirklich grausige Bilder im Kopf entstehen lassen:
«Gut fünf Minuten lang schneidet und sägt diese Frau, zerrt und beginnt aufs Neue, um sicher zu sein, dass sie alles entfernt hat. An jenem Tag glaubte ich zu sterben und nie wieder aufzuwachen.»
Diese Tradition, die aber so gar nichts mit Religion zu tun hat, soll die Mädchen reinigen und ihnen Zutritt zum Gebet verschaffen.
Leider wird nicht erwähnt, dass FGM, also female genitale mutilation, sprich weibliche Genitalverstümmelung, keine ausschließlich afrikanische Tradition ist, sondern auch in anderen Ländern praktiziert wird.
Wichtig war, dass aufgezeigt wurde, dass FGM kein islamisches Phänomen ist, FGM ist eine präislamische Praxis! Diesen Hinweis hätte ich mir gleich am Anfang des Buches gewünscht und nicht erst am Schluss.
Khadys Vermählung, das Auswandern nach Frankreich, ihr Leben dort mit ihrem weit älteren Ehemann - der ihr Cousin ist, die eheliche Gewalt, Polygamie und das Einleben in ein fremdes Land sind weitere wesentliche Bestandteile dieses Buches.
Mit Khady selbst als Erzählende kann man "warm" werden, während andere Personen uninteressant bleiben und einen nicht berühren.
An manchen Stellen mutet es etwas holprig, hölzern an... wahrlich kein Werk meisterhafter Schreibkunst. Es ist etwas <<unsortiert>>, denn wichtige Tatsachen werden viel zu spät erklärt. Z.B. dass es nicht nur Infibulationen gibt, sondern auch noch andere Formen der FGM.
Schade.