Dies ist ein wunderschöner Roman über Johanna, die letzte Königin Spaniens, welche im 16. Jahrhundert spielt. Geschrieben wurde die Geschichte vom Autor Christopher W. Gortner. Ich habe das Buch durch Zufall entdeckt und es mir gekauft, weil es sich interessant anhörte.
Und das sollte sich als richtig erweisen. Interessant, spannend, informativ und vor allem ergreifend wird aus der Sicht Johannas in der Ich-Form ihre Geschichte erzählt. Damit erreichte der Autor sehr viel Tiefe, von den Charakteren, über die Geschichte bis zur historischen Handlung ist alles schön detailliert und liebevoll gestaltet.
Johannas Leben war mir bis jetzt noch nicht wirklich bekannt, aber dank dieses Romans konnte ich mir ein sehr gutes Bild davon machen. Mir sind eher ihre Schwester Katharina, die erste Frau Heinrichs VIII. und ihr Sohn Karl V. bekannt, die in diesem Roman auch vorkommen. Und auch darüber erfuhr ich einiges wissenswertes, was ich sehr faszinierend fand.
Johanna ein sehr leidenschaftlicher Charakter, mit viel Stärke und Mut, für die ich sofort Sympathie empfand. Wir begleiten sie durch ihr Leben, wo die Geschichte von Johanna als 13-Jährige beginnt, als die Vereinigung Spaniens unter ihren Eltern Isabella von Kastilien und Fernando von Aragon stattfindet. Somit konnte der Autor von Anfang an die politischen Ereignisse, die später auch Johanna betreffen, in die Geschichte mit einflechten und mir diese auch verständlich nahe bringen können. Das hat Gortner das ganze Buch über geschafft, denn es war nie unverständlich oder verwirrend, sondern immer lehrreich, aber ohne belehrend zu wirken.
Aber auch die anderen Charaktere konnten mich überzeugen. Sei es durch Sympathie oder Antipathie, da dieser Roman nur aus historischen Persönlichkeiten besteht waren alle überaus interessant. Aber ich war auch erschrocken über Machenschaften, die in der eigenen Familie vorkommen können. Das hat mich auf jeden Fall sehr berührt und tief bewegt.
Laut Nachwort hat Gortner sechs Jahre an diesem Roman gearbeitet und ich finde, dass merkt man auch. Er schreibt außerdem, dass dieser Roman eine fiktive Interpretation ihres Lebens darstellt, aber er hat sich bemüht, sich wahrheitsgetreu an historisch belegten Fakten zu halten. Er hat sich zwar hinsichtlich Zeit und Orten einigen Freiheiten bedient, aber da er darauf hinweist, finde ich das auch in Ordnung. Das Nachwort gibt außerdem viele Informationen nach Johannas Herrschaft wieder, so dass ich noch erfahren habe, wie es mit der Herrschaft Spaniens und einigen von Johannas Verwandten weiter ging.
Ein für mich großartiger Roman, den ich absolut weiter empfehlen kann. Da ich mich mit diesem Thema nicht wirklich auskenne, kann ich nicht beurteilen, in wie weit die historischen Ereignisse stimmen. Für mich hört sich die Geschichte aber sehr glaubwürdig an und nachdem der Autor so lange daran gearbeitet hat, hoffe ich, dass dies zumindest ansatzweise so wahr ist, wie es hier geschrieben wurde. Wenn nicht, war es trotzdem eine tolle Geschichte, die ich gern gelesen habe.