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Ariana Franklin, Newcomerin auf dem Gebiet des Historienthrillers, geht neue Wege. Im Gegensatz zum oft näselnd historisierenden Sprachgestus manch berühmter Kollegen, pflegt sie eine erfrischend moderne, fast ironische Sprache. Da schickt König Henry schon mal ein Stoßgebet gen Himmel, Thomas Becket, der ermordetete Erzbischof von Canterbury, möge gefälligst denen da oben auf den Sack gehen. Ebenso augenzwinkernd erweist sie dem Gottvater des historischen Arztromans, Noah Gordon, ihre Reverenz in Gestalt von Gordinus, Adelias Lehrer an der berühmten Ärzteschule im süditalienischen Salerno.
Funkelnde Genrebilder, sauber recherchiert, mit leider nicht immer straff geführtem Spannungsbogen. Adelia, die im England jener Tage sofort als Hexe gebrandmarkt würde, schnippelt und schnüffelt sich auf Killersuche incognito durchs düstere Cambridge. Zartbesaitete Leserseelen sollten sich auf rüde Behandlungsmethoden gefasst machen. Neben diversen Vivisektionen erleichtert die resolute Heilerin per Schilfrohr (!) einem Prior das Wasserlassen derart, dass es jeden prostatageplagten Leser in die Ohnmacht treiben dürfte. Mauschelnde Stadtväter, schweigsam mümmelnde Mönche, sie alle werden zum Aderlass gebeten bis des Rätsels überraschende Lösung auf dem Seziertisch liegt. Trotz streckenweise verschleppter Handlung, kein schlechter Einstand für Ariana Franklin. --Ravi Unger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
66 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Manchmal absurd, aber gut!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Totenleserin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Kritiken zu diesem Mittelalter - Pathologen - Krimi sind ja sehr kontrovers und ich war mir auch lange unsicher, wie viele Sterne mir das buch wert sein darf, denn obwohl es mir unterhaltsame und spannende Lesestunden beschert hat, habe ich doch auch immer wieder den Kopf geschüttelt. Um mit dem Negativen zu beginnen: Die Geschichte mag einen wahren Kern haben und es mag wirklich anno domini 1171 (!) weibliche Medizinerinnen gegeben haben, die Obduktionen ausführten, ohne sich auf dem Scheiterhaufen wiederzufinden, aber die enge Verwandtschaft der kühnen Adelia zu Tempe Brennan und Kay Scarpetta und wie die anderen TV - Pathologinnen alle heißen, ist doch gar zu krass. Da soll man allen Ernstes glauben, dass die Gute sich im frühen Mittelalter mit Gazemaske und Augenschutz bewehrt an eine Kinderleiche macht, ihre Beobachtungen aufzeichnet bzw diktiert und auswertet? Das liest sich so absurd und gewollt modern , dass ich teilweise damit gerechnet habe, dass sie jetzt gleich eine DNA -Analyse macht oder schnell ein mobiles Röntgengerät zückt. Oder mit einem mittelalterlichen Handy telefoniert , wie Grautvornix bei Asterix und seinen Galliern.Und diese Frau ist frech! Wahnsinn! Was die sich traut!!!! ! 1171!!!! In England! Als Italienerin!!!!! Verlangt nach Salat wie eine Sex and the City - Zicke!!! Irre! Fehlt nur noch der grüne Tee und der Low-fat-nocoff-grande- latte....Grins. Dann die Sache mit den Kindern. Getötete Kinder waren gewiß zu allen Zeiten schlimm. Aber einfache Leute im mittelalterlichen Cambridge - bitte vergebt mir! - waren an den plötzlichen, teilweise gewaltsamen Tod von Kindern , so grausam das klingen mag, auf einen andere Art und Weise gewohnt als wir das heute sein mögen. Das gigantische Echo, das der Tod dreier Kinder, alle nicht von hohem Stande, in der Bevölkerung ausgelöst haben soll, passt eher in die moderne Zeit als ins finstere Mittelalter, wo der Herr eben gab und wieder nahm. Von diesen Ungenauigkeiten abgesehen ist der Krimi kurzweilig, spannend und ausgesprochen gut erzählt. Der Schreibstil ist ausgesprochen anschaulich, wenn auch die Sprache zu salopp sein mag, die Figuren werden liebevoll und sorgfältig gezeichnet, nichts an ihnen ist platt oder eindimensional ( bis auf den ekligen Roger aus Acton!) und ihnen durch die Geschichte zu folgen macht Spaß. Es werden falsche Fährten gelegt und nichts deutet zu früh auf den Ausgang der Geschichte hin, das sind die Pluspunkte dieses Buches, die seine Schwächen nahezu aufwiegen. Daher ein speziell für den Strand durchaus zu empfehlendes, nicht übermäßig anspruchsvolles aber auch nicht reißerisches Buch, für Fans mittelalterlicher Krimis und starker Frauen Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kay Scarpetta im Mittelalter - bitte mehr davon!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Totenleserin: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Die Totenleserin" dürfte ausserdem auch FreundInnen von Celia L. Graces Kathryn Swinbroke gefallen, denn genau wie Kathryn ist auch die Protagonistin in Ariana Franklins erstem spannungsgeladenen Krimi eine selbständige, liebenswerte - wenn auch manchmal etwas brüske - Person. Mich hat sie in ihrem ersten Auftritt völlig überzeugt - und nach 15 Jahren Recherchearbeit der Autorin für diesen Roman ist das wohl auch eher kein Wunder:Die Grundlage für diesen Roman bildet ein Kriminalfall aus dem Jahre 1144. Ein achtjähriger Junge aus Norwich wurde ermordet. Franklin hat sich erlaubt, den Kriminalfall ins Jahr 1171 und nach Cambridge zu verlegen sowie aus spannungstechnischen Gründen noch einige fiktionale ermordete Kinder hinzuzufügen. Spannung ist ebenso reichlich wie faszinierende Charaktere vorhanden: Ein Dreigestirn aus atheistischer Pathologin, ein jüdischer Agent/Vermittler/Ermittler/Aufklärer/Spion und ein sarazenischer Leibwächter/Eunuch werden abgerundet durch einen königlichen Steuereintreiber, mehrere ehemalige Kreuzfahrer, geifernde & fehlgeleitete Kleriker & Nonnen. Nicht zu vergessen sind eine Sirene der Kochkunst und Henry II., der in der Tat auch noch etwas anderes getan hat, als Thomas Becket ermorden zu lassen: er hat dem englischen Volk die Grundlage für das Common Law geschaffen, mit seinem Auftritt hier die Kirchenoberen das Fürchten gelehrt und mich - was ja eher unerheblich ist;-) - zum Schmunzeln gebracht. Adelia - Vesuvia Adelia Rachel Ortese Aguilar - der Name für sich allein ist schon genauso faszinierend wie die Person an sich - ist nicht nur meist brüsk und ungeduldig mit ihren Mitmenschen, sie schrammt bei ihren Ermittlungen auch ständig haarscharf an der Anklage zur Hexerei vorbei und setzt ihr Leben aufs Spiel. Sie erinnert mich unheimlich an die Kay Scarpetta aus Cornwells ersten und besseren Thrillern. Es war für mich unheimlich interessant und abwechslungsreich Scarpettas mittelalterlichen Counterpart bei ihren Ermittlungen zu begleiten Fazit: Für mich war "Die Totenleserin" nicht nur sehr gut lesbar, sondern spannend, atmosphärisch dicht, voller interessanter Figuren und einfach lebendige Geschichte - trotz der zahlreichen Anachronismen die sich eingeschlichen haben, um "Die Totenleserin" überhaupt für ein heutiges Publikum lesbar zu machen (immerhin steht die Autorin dazu!). Der Nachfolgeband ist bereits in Arbeit und ich freue mich schon sehr darauf! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannende mittelalterliche Mördersuche,
Rezension bezieht sich auf: Die Totenleserin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein toller Roman! Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe mich auf den über 400 Seiten bestens unterhalten gefühlt.Ein ungleiches Trio, bestehend aus einem jüdischen Gelehrten, einem Sarazenen und der Hauptfigur, der barschen Dottora, der "Totenleserin", reisen 1170 mit dem königlichen Auftrag, einige bestialische Kindermorde aufzuklären, von Salerno ins regenfeuchte Cambridgeshire in England. Die Suche nach dem Mörder der Kinder gestaltet sich jedoch alles andere als einfach und die drei haben nicht nur mit Obrigkeit und Kirche zu kämpfen, sondern auch mit dem tiefverwurzeltem Aberglauben der englischen Landbevölkerung, mit Vorurteilen und religiösen Eiferern. Die Akteure bis hin zu den Nebenfiguren sind lebendig und liebenswert gezeichnet, und vor allem die forsche Doktorin, die in einer Männerwelt ihre Frau steht, kein Blatt vor den Mund nimmt und so manches Mal ihr Gegenüber mit ihrer unverblümten Art reichlich sprachlos (und den Leser schmunzelnd) zurücklässt, bleibt einem lange im Gedächntis haften. Die Schilderung des mittelalterlichen Lebens ist anschaulich und farbenfroh, deftig-derb, humorvoll und durchweg glaubwürdig. Und die Mördersuche bleibt spannend bis zum Schluss. Interessant auch die Einblicke in die mittelalterlichen Anfänge der Medizin und Pathologie. Das Setting und die sympathische Figur der Totenleserin schreien geradezu nach einer Fortsetzung, und ich hoffe sehr, dass es von der Autorin bald mehr zu lesen gibt. Fazit: ein spannender, gut geschriebener und empfehlenswerter mittelalterlicher Forensik-Krimi. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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