Die zwei neuen Folgen der Titania-Serie "Grusel-Kabinett" habe ich mit großer Aufmerksamkeit gehört. Während "Das verfluchte Haus" durch eine teilweise hektische Stimmung (ähnlich wie die Folge "Phantom der Oper") besticht, gefällt mir "Die Totenbraut" genauso gut wie die zwei bisherigen Glanzstücke "Die Familie des Vampirs" und "Die Unschuldsengel". Über den Inhalt der "Totenbraut" möchte ich nur verraten, dass es hier um einen uralten und immer fortbestehenden Konflikt zwischen Männern und Frauen geht. Und über das Ende des Hörspiels sei hier natürlich gar nichts verraten - nur das offene Geheimnis, dass die Produzenten gern am Schluss mit einer schaurigen Pointe aufwarten - wenn die Geschichte der "Totenbraut" bereits zu Ende ist und die letzten Klänge der Schlussmusik verhallen, ertönt ein letztes Lachen der Totenbraut, dass schaurig schön nachhallt... das ist eben die Spezialität der Grusel-Serie, die zwar modern produziert wurde, aber so schön klingt und anmuted, als hätte sie schon reichlich Patina angesetzt - und das liebe ich! Ich habe keine Ahnung, wie alt die Produzenten der Serie sind, doch ihren Namen nach können sie noch nicht allzu alt sein - und das zeugen ihre Hörspiele von Erfahrung in der Machart, die ihresgleichen sucht! Die Entscheidung, die legendäre Sprecherin Dagmar von Kurmin als Dauergast in der Serie zu haben, war genau richtig! In der "Totenbraut" habe ich außerdem die Stimme jener Dame wiedererkannt, die einst "Dallas"-Star Deborah Shelton synchronisierte (Die das später auch im Brian-de-Palma-Film "Der Tod kommt zweimal" glänzen durfte). "Die Totenbraut" ist stimmige Unterhaltung mit überzeugender, schauriger Story und unaufdringlicher Musik - die müsste es dringend als Soundtrack-CD geben, aber dann bitte von der gesamten Serie! Nun warte ich gespannt auf die neue Doppelfolge "Spuk in Hill House" nach Shirley Jackson. Dieses Hörspiel soll in der nächsten Tagen im "Grusel-Kabinett" erscheinen.