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Sevilla, Spanien. In dem noblen Vorort Santa Clara werden der reiche Bauunternehmer Rafael Vega und seine Frau tot aufgefunden, sie mit einem Kissen erstickt, er durch eine kräftige Portion Abflussreiniger vergiftet. Inspector Javier Falcón steht der These skeptisch gegenüber, der Unternehmer habe zunächst seine Frau und dann sich selbst umgebracht. Er forscht in der Nachbarschaft und befragt beharrlich nach. So trifft er auf Consuelo Jiménez, die die Toten gefunden hat und die er von einem früheren Mordfall her kennt. Er verhört den Architekten Martin Krugman und dessen attraktive Frau Madeleine und den bekannten Theaterschauspieler Pablo Ortega. Sie alle scheinen etwas verbergen zu wollen und hatten ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem toten Nachbarn. Außerdem bemerkt Falcón, dass seine Ermittlungen bei seinen Vorgesetzten nicht auf uneingeschränkte Zustimmung stoßen. Eine handschriftliche Notiz des Verstorbenen bringt ihn auf eine Spur, die schließlich zu einem schrecklichen Verbrechen führt.
Es mag thrillererprobte Leser stören, dass augenscheinlich so wenig passiert in Robert Wilsons faszinierendem und dichtem Kriminalroman. Wilson verzichtet auf Action und Klamauk jeder Art. Vorangetrieben werden die Ermittlungen in den fabelhaft gebauten Dialogen, oft spielt gerade das nicht Gesagte oder bewusst Verschwiegene eine entscheidende Rolle. Und -- Wilson vertraut der Fähigkeit seiner Leser, den versteckten Fährten zu folgen. Ihm ist ein hintergründiger und intelligenter Roman gelungen, der die Qualitäten von Tod in Lissabon aufs Schönste bestätigt. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Der Selbstmord(?) eines einflussreichen Bauunternehmers soll - so der Wunsch der Staatsanwaltschaft - schnell ad acta gelegt werden. Falcon glaubt aber, dass der reiche Unternehmer ermordet wurde. Ihn machen eine Notiz und der offensichtliche Mord an der Frau des Unternehmers stutzig und er ermittelt gegen den Willen seiner Vorgesetzten, die keinen Skandal in den "besseren Kreisen" von Sevilla wünschen.
Robert Wilson - über dessen Schreibstil man durchaus streiten kann - ist vom literarischen Anspruch her mit Sicherheit einer der besten Krimi-Autoren unserer Zeit. Wie schon bei allen anderen Werken zuvor verschwimmen auch hier manchmal die Grenzen(?) zwischen Kriminalliteratur und Roman. Trotzdem verliert die Handlung nur selten an Fahrt. So ist denn "Die Toten von Santa Clara" auch wieder ein gut konstruierter Krimi mit komplexer Handlung und zahlreichen Wendungen, der allerdings an den genialen Vorgänger "Der Blinde von Sevilla" nicht ganz herankommt. Die Story ist sehr gut und unterhaltsam. Mir fehlte jedoch etwas "Pepp".
Fazit: Sehr gute Unterhaltung. Ein Krimi, der deutlich über dem Niveau der meisten Bestseller-Autoren liegt. Atmosphärisch dicht und nur sehr selten mit Längen. Vielleicht nicht ganz 5 Sterne. Liegt aber wirklich nur am Vergleich zum Vorgänger.
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