Unter dem Aspekt der historischen Genauigkeit hat dieser Roman mehr als fünf Sterne verdient. Wissenschaftliche Ergebnisse und Untersuchungen sind beispielhaft eingearbeitet. Und auch die spekulative Seite ist plausibel dargestellt, so dass eine runde Geschichte sich ergibt.
Eine Geschichte in der der Ägypter Haremhab die Hauptrolle spielt. Fast schon eine Traumrolle, denn er wird als Bauernsohn geboren und stirbt letztlich als Pharao von Ägypten. Diese Begebenheit beruht auf Tatsachen.
Der Autor verarbeitet in seinem Roman "Die Toten kehren wieder mit dem Wind" die Lebensgeschichte von Haremhab mit Grundlage auf Fakten und seiner Fanatasie sowie Spekulation. Was bereits wissenschaftlich erwiesen ist, findet sich auch getreu im Roman wieder. Was noch Diskussionsstoff bietet in der Fachwelt, vermittelt der Autor aus seiner Sichtweise, Meinung.
Nicht übermäßig spannend ist der Roman, aber sehr authentisch und flüssig. Haremhab rückt dem Leser damit näher als in Fachbüchern. Er bleibt zwar etwas profillos, doch ist sein Weg durch die Historie unter den Pharaonen Amenophis III., Echnaton, Tutanchamun und Eje, so einzigartig, dass alleine dies schon reicht um daraus interessanten Lesestoff zu machen.
Leicht zu lesen, mit Fachbegriffen und altägyptischen Ausdrücken bestückt, die im Anhang erklärt werden, sind allerdings Kenner hinsichtlich der ägyptischen Historie im Vorteil, weil sie die Fakten von der Fantasie trennen können.
Ich finde der Roman sollte jenen ans Herz gelegt sein, die ein Faible für historische Genauigkeit haben in Verbindung mit Menschlichkeit, die durch die zahlreichen Personen im Buch, verkörpert sind. Auch die 18. Dynastie, während der drei Pharaonen (Echnaton, Tut, Eje) die von den Ägyptern in ihren Annalen ignoriert wurden, ist sehr plastisch dargestellt. Ein Lob für die guten Beschreibungen zu Themen, wie Bestattungsritual, Krönung, Opetfest, etc.
Fazit: anspruchsvoll, sehr lehrreich, gut aufgebaut.