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Die Tote im See [Sondereinband]

Raymond Chandler
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Sondereinband: 272 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 26 (24. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325720311X
  • ISBN-13: 978-3257203110
  • Originaltitel: The Lady in the Lake
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 190.494 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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4.0 von 5 Sternen Ein luftgetriebenes Riesenhorn 10. April 2010
Von nrschmid TOP 1000 REZENSENT
Format:Sondereinband
Ein wunderbares Buch, das den gewaltigen Schönheitsfehler hat, vom Gelegenheits-Übersetzer Hellmuth Karasek 'vollständig neu' übersetzt worden zu sein. Karasek weiß vieles nicht und schlägt nicht nach: aus 'you darn fool' macht er 'Sie zusammengeflickter Narr', weil er von der Doppelbedeutung des Wörtes 'darn' nichts weiß. Aus einem 'new air-raid horn' macht er 'ein neues luftgetriebenes Riesenhorn', was immer das ist. Und es gelingen ihm so wunderbare Stilblüten wie diese: 'Ich wusste, dass er seinen Kopf bewegt hatte und dass seine Augen auf mir froren' für 'I knew his head moved and his eyes froze on me'.

Fehler macht jeder, man übersieht etwas, versteht etwas falsch und die meisten Übersetzungen müssen unter Zeitdruck abgeliefert werden. Aber diese Übersetzung ist 1976 passiert. Niemand hat es seither offenbar für notwendig erachtet, die peinlichsten Fehler auszubessern.

Deutsche Leser werden anscheinend für dumm gehalten, denen man eine Übersetzung andrehen kann, die keine ist - in einer erbärmlichen Sprache. Was soll man von einem Text halten, in dem ein Polizist einen erwachsenen Mann mit 'mein Süßer' anredet, oder wo die Leute Forellen als 'alte Hurensöhne' bezeichnen und einander als 'zusammengeflickte Narren'?

Das es trotzdem großes Vergnügen macht, dieses Buch zu lesen, ist ausschließlich Raymond Chandler zu verdanken. Er treibt die Story zügig voran, lässt seinen Philip Marlowe die unangenehmsten Situationen erleben, denen man im 'wirklichen Leben' aus dem Weg gehen würde. Und man ist gespannt, wie sich die ganze Geschichte auflösen wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kammerspiel in freier Natur 21. Januar 2007
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Sondereinband
Diesmal ist es nicht das Dickicht der Großstadt, in dem Marlowe nach dem Mörder sucht, sondern ein einsames Idyll auf dem Lande. Drei Ferienhäuser, ein Hausmeister mit seiner Frau und ein See mit einem Damm und einem Anlegesteg bilden den wichtigsten Schauplatz eines Mordfalls, der von Marlowe geklärt werden muss. Außerdem gibt es da noch die verschwundene Frau eines Geschäftsmanns, sowie einen merkwürdigen Arzt, der über gute Verbindungen zur Polizei von Bay City zu verfügen scheint. Und wie immer bei Chandler tauchen mit der Zeit weitere Leichen auf.

Aus meiner Sicht hat "Die Tote im See" vielleicht die stärkste Kriminalstory aller Romane von Chandler. Die Morde und die Motivationen der Mörder sind bis ins Detail durchkonstruiert und werden am Schluss durch Marlowe auch bis ins Detail erläutert. Die Lösung des Falls ist elegant einfach. Teile ahnt man während des Lesens, aber das Gesamtbild bleibt verborgen bis zum Schluss, so dass die Spannung bis zur letzten Seite erhalten bleibt. Es gibt ein bisschen mehr Gewalt als in den anderen Romanen von Chandler, vielleicht auch weil im Hintergrund immer wieder vom 2. Weltkrieg die Rede ist, und so erinnert der Roman sehr an das Genre des klassischen Detektivromans mit seinen harten Männern, seinen Schusswechseln und Prügeleien.

Die philosophische Seite von Marlowe kommt dagegen in diesem Buch etwas zu kurz, weniger Gesellschaftskritik, vielleicht auch etwas weniger von Chandlers und Marlowes beißenden Humor. Es fällt auf, dass sich Marlowe zum ersten Mal als alternder Mann beschreibt - eine Eigenschaft, die auch Chandler beim Schreiben des Buches zum ersten Mal gefühlt haben mag.
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4.0 von 5 Sternen Marlow und die Wasserleiche 27. Dezember 2013
Von Krimi-Vielfraß VINE-PRODUKTTESTER
Format:Sondereinband
In diesem Roman schickt der amerikanische Autor Raymond Chandler mal wieder seinen Serienhelden, den Privatdetektiv Philip Marlowe, ins Rennen. Marlowes Auftrag lauetet eine verschwundene Ehegattin zu suchen, doch bereits nach kurzer Zeit stolpert er über die erste Leiche, eine tote Frau im See. Und soviel sei bereits verraten, es bleibt nicht die letzte Tote in diesem Geschehen.
Chandler präsentiert, wie von ihm nicht anders zu erwarten, einen Privatdetektivroman in Reinkultur. Der Handlungsfaden ist knallhart konzipiert und wird konsequent bis zum bitteren Ende durchgezogen. Dabei bleiben jegliche Form von Sozialromantik und Gutmenschlichkeit vollkommen außen vor. Die Polizisten sind in der Regel bösartig und korrupt, die Frauen sind durchtrieben und hinterhältig und die restlichen Charakteren sind allesamt irgendwie kaputte Gestalten. Natürlich rückt Chandler von diesen Vorgaben gelegentlich auch mal ab, ansonsten wäre es ja öde, und so muß der Leser bei ihm irgendwie wirklich mit allem rechnen. Lediglich der als Ich-Erzähler agierende Marlowe bleibt sich und seiner aufrechten Linie treu, und stellt so wohl die einzigste Konstante dar. Am Romanende wartet dann natürlich auch eine schonungslose Aufklärung auf den Leser, die vielleicht nicht der ganz große Wurf ist, aber dennoch überrascht und wie die Faust aufs Auge zu dem Rest des Geschehens paßt.
Die zahlreichen Dialoge werden auf das Wesentliche reduziert, allerdings neigt Chandler dazu stellenweise seine Figuren etwas ansprechen zu lassen, was der Leser nicht sofort versteht. So muß man sich schon etwas konzentrieren und kann das Geschriebene nicht so ohne weiteres nebenher lesen.
Fazit: Ein guter Chandler-Roman, doch sind seine Romane nicht ganz so gut und hochklassig wie seine zahlreichen Krimikurzgeschichten. Somit gibt es hier "nur" 4 Sterne.
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