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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der erste Band der Krimiserie mit Kommissar Martin Beck, 23. September 2000
Von Ein Kunde
Mit "Die Tote im Götakanal" (rororo 22951 - "Roseanna", 1965) begann die berühmte Krimi-Serie mit dem schwedischen Kommissar Martin Beck von Maj Sjöwall und ihrem - 1975 verstorbenen - Mann Per Wahlöö. Dieser Roman liegt nun - wie auch die anderen neun Martin Beck-Romane - als Neuauflage vor. In einem Schleusenbecken des Götakanals wird eine Tote gefunden. Auf alle Fragen zu diesem Mord gibt es keine Antworten. Wer war die Tote? Niemand kennt sie, niemand vermißt sie. Wo wurde die Tat verübt? Es gibt keine Hinweise, ob an Land, auf See oder im Schleusenbereich. Warum wurde sie ermordet? Kein Motiv greift. Und wer ist ihr Mörder? Es gibt keinen Verdachtsmoment und keine Spur. Der Fall ist aufgabereif. Doch Kommissar Beck und Inspektor Ahlberg geben nicht auf. Und nach sechseinhalb Monaten haben sie den Mörder gefaßt. Wie ihnen dies gelungen ist, steht in diesem ungemein spannenden und dennoch unspektakulären Kriminalroman, der zeigt, wie der Täter Schritt für Schritt mit Routine und Kreativität ermittelt wird. Nicht ohne Grund wurde die Beck-Reihe neu aufgelegt.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Verhaltener Auftakt, 3. Mai 2003
Durch Zufall wird bei Schleusenarbeiten die Leiche einer jungen Frau gefunden. Ein geheimnisvoller Fall, denn ihre Identität ist unbekannt und es scheint auch keine junge Frau, auf die die Beschreibung passt, vermisst zu werden. Nach langer Suche erhält Kommissar Beck über Interpol Meldung von einem amerikanischen Kollegen. Die junge Frau ist eine Bibliothekarin auf ausgedehnter Europareise. Über die Vernehmungsprotokolle seines amerikanischen Kollegen erhält Beck Einsicht in das Leben der Toten, aber weiterhin ist unklar, unter welchen Umständen sie ums Leben kam, wer ein Motiv gehabt hätte. Bis ihm am Götakanal eine Erleuchtung kommt. Der erste von zehn Romanen um den schwedischen Kommissar Beck hat Klasse und Niveau, im Vergleich zu den anderen neun Büchern dieser Serie steht er aber deutlich zurück. Man muss auch nicht unbedingt mit diesem Roman beginnen, um die Person Martin Beck besser begreifen zu können. In erster Linie werden die Ermittlungen geschildert, mit ihrer Sozial- und Systemkritik, für die das Autorenduo später bekannt wurde, halten sich die beiden weitgehend zurück. Erst mit der Auflösung erhebt sich ein moralischer Zeigefinger. Interessant sind allerdings die genau geschilderten Methoden, mit denen die Polizei noch in den 60er Jahren kommunizierte und welchen immensen Fortschritt seitdem Telefax und Internet darstellen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Konventioneller Auftakt für Martin Beck, 21. November 2005
Bei Baggerarbeiten in einem Schleusenbecken des Götakanals wird eine nackte Frauenleiche gefunden, die dort noch nicht lange gelegen haben kann. Fest steht: die Frau wurde ermordet. Bevor der Mord geklärt werden kann, muss aber erst einmal die Ermordete identifiziert werden, und das scheint zunächst unmöglich: Es gibt keine Hinweise auf ihre Identität, auch keine Vermisstenmeldung trifft auf sie zu. Monate vergehen. Erst ein Telegramm von Kafka macht aus der Leiche eine Person; es handelt sich um eine amerikanische Touristin namens Roseanna Mc Graw. Viel weiter bringt diese Information die Ermittler aber nicht; es folgen akribische Ermittlungen in aller Herren Länder, denn Roseanna hatte zuletzt eine Rundfahrt auf dem Götakanal gebucht, auf einem Touristendampfer. Schritt für Schritt werden Roseannas letzte Tage rekonstruiert, hunderte Fotos und Schmalfilme betrachtet, Schiffsbesatzungen unter die Lupe genommen. Es kommen viele Details ans Licht, aber der generelle Nebel bleibt. Wie schließlich Martin Beck, Gunnar Ahlberg, Lennart Kolberg und Frederik Melander doch noch den Täter finden, soll natürlich nicht verraten werden; allerdings hilft Kommissar Zufall doch am Ende tüchtig mit. Beim ersten Band ihres von Anfang an auf zehn Bände angelegten Krimizyklus "Roman über ein Verbrechen" gehen Sjöwall und Wahlöö noch recht konventionell vor; "Die Tote im Götakanal" ist insgesamt ein typischer Whodunnit. Die sozialkritischen Unter- und Obertöne, die die Serie berühmt machen sollten, sucht man hier noch vergebens. Allerdings finden sich bereits hier die kleinen Slapstick-Einlagen, die für die Serie charakteristisch waren (auch wenn Kristiansson und Kvant noch nicht auf den Plan treten) -- das "Telegramm von Kafka" etwa, oder die eigenartigen Zeugenaussagen und Vernehmungsprotokolle der Mitreisenden aus dem Ausland, schließlich Martin Becks Telefonate mit Lieutenant Kafka aus Lincoln/Nebraska und Kollbergs süffisante Kommentare. Auch die psychologischen Grundstrukturen der Ermittler sind bereits angelegt, die sich im Laufe der weiteren Bände immer deutlicher entwickeln werden -- 1965, als der Roman erstmals erschien, ein Novum, auch wenn sich heutige Leser darüber nicht mehr wundern. "Die Tote im Götakanal" ist bei alledem ein konventioneller Krimi; die spezifischen Merkmale der Martin-Beck-Krimis sind hier noch nicht ausgeprägt. Was wegen seiner Unbefangenheit mit sexuellen Themen vor 40 Jahren noch schockierend fürs damals typische Krimi-Publikum war, lässt heute keine Pulsfrequenz mehr in die Höhe schnellen. Auch wenn man die Martin-Beck-Krimis generell in der ursprünglichen Reihenfolge lesen sollte -- ein echter Köder für Neueinsteiger ist "Die Tote im Götakanal" eigentlich nicht. Wem die Serie noch unbekannt ist, dem empfehle ich zum Einstieg vielleicht "Der Mann, der sich in Luft auflöste" oder "Endstation für neun", und dann, schon des Überblicks wegen, diesen Band.
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