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Wer diese vier Ereignisse zunächst im Inhaltsverzeichnis liest wird schwerlich glauben, wie viele Gemeinsamkeiten im verhängnisvollen Handlungsablauf vorzufinden sind, ohne das aus der Geschichte Lehren gezogen wurden. Allen Niederlagen sind nicht auf eine Handlung oder Entscheidung zurückzuführen, sondern hatten eine jahrzehntelange Vorgeschichte. Das Endresultat war immer bereits am Anfang den Entscheidungsträgern bekannt. In jedem Fall gab es zahlreiche Möglichkeiten vorher auszusteigen und die drohende Gefahr abzuwenden oder zumindest abzuschwächen. In dem Fehlen jeder Skrupel gegenüber Rechtsbrüchen, wiederholte Nixons Regierung die Haltung der Renaissancepäpste. Kassandras Warnungen, Luthers Thesen, die Steuerdebatten in Englands Oberhaus noch die Warnungen von Johnsons Generälen konnten die Selbsthypnose der Regierenden aufheben. Wie Fremdgesteuert folgten sie weiter dem Weg ihres eigenen Untergangs.
Neben den vier sehr ausführlich beschriebenen Fällen zählt die Autorin noch eine Menge weiterer gleichgelagerter Fällen auf und versucht eine Formel zu finden, die solches Verhalten zu verhindern vermag. Doch weder Bildung noch Wohlstand scheinen dazu in der Lage zu sein. Es scheint, die Macht selbst verändert den Regierenden und verleitet ihn zu jenen Fehlern.
Gute Recherche, feines Gespür für wichtige Details und eine spannende Darstellungstechnik lassen das Buch zu einer angenehm lehrreichen Gesichtsstunde werden. Neben einem Inhaltsverzeichnis, einer fünfzig Seiten starken Bibliographie und Anmerkungen rundet ein Register das Buch ab. Nach zwei Golfkriegen gewinnt das Buch erneut an Aktualität und sollte vielleicht auch mal von Regierenden gelesen werden.
Das Buch ist streckenweise sehr interessant und enthält für den Hobbyhistoriker aufschlussreiche Erkenntnisse über die oben beschriebenen Epochen. Der Ansatz, das Werk auf Epochen historischer Dummheit zu fokussieren ist eine lustige Idee, Geschichte einmal etwas anders anzugehen. Es gibt zwar einen roten Faden. Dieser ist jedoch sehr schwach. Einige Kapitel stechen hervor, wie das Kapitel über den Vietnamkrieg, das einen guten Überblick über diese Epoche gibt. Andere hätte sich die Autorin lieber erspart, wie die Episode über Troja. Die historische Suppe ist da einfach zu dünn. Das Buch kommt daher leider nicht ganz an das beste Werk der Autorin „August 1914 -The guns of August" (das ich überaus empfehlen kann) heran, ist aber dennoch eine nette Lektüre.
Fazit: Wer sich für den Vietnamkrieg und die amerikanische Sezessionsbewegung überblicksmäßig interessiert findet hier die Analyse einer erstklassigen Autorin. Moderat!
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