Die Buchreihe über die Nachtschattengewächse ist sehr schön gemacht und ausgesprochen gut zu lesen, da umfangreiches Quellmaterial gut zusammengetragen und mit aktueller Fachkenntnis präsentiert wurde.
Dies ist bei "Die Tollkirsche" so nicht der Fall. Angekündigt für 2005, erschienen aber erst im Spätfebruar 2008, ist es ein dünnes Buch von gerade mal 120 Seiten, wovon aber nach Abzug von Glossar, Literaturhinweisen, Werbung, Inhaltsverzeichnis, Autorenvorstellung, Widmung, Vorwort und Einleitung (sehr lesenswert von Wolf-Dieter Storl), insgesamt 33 Seiten, noch 87 großzügig bebilderte Seiten mit Inhalt übrig bleiben. Das wäre ja noch OK, aber leider bestehen diese aus z.T. sehr alten, wenig aussagekräftigen und teilweise inhaltlich offensichtlich falschen seitenlangen Zitaten aus Büchern, wissenschaftlichen Aufsätzen und Emails. Mit etwas Zeit und bedeutend billiger kann man sich bessere Informationen aus dem Internet zusammensuchen.
Das Ganze wirkt wenig liebevoll zusammengestückelt und gestreckt, um wenigstens ein kleines Büchlein soweit zu füllen, daß es auf den Markt gebracht werden konnte.
Was mich am meisten gestört hat, ist aber nicht das schlechte Preis/Leistungsverhältnis, der geringe Umfang oder die paar inhaltlichen Fehler. Es ist der lieblose Umgang mit dieser faszinierenden Pflanze. Diese Behandlung hat "Die Königin der dunklen Wälder", eine der sagenumwobensten einheimischen Zauberpflanzen nicht verdient.
Dennoch 2 Sterne, zum Einen wegen der Einleitung von Wolf-Dieter Storl, zum Anderen wegen der anteilig durchaus brauchbaren Informationen und weil es ein Teil einer sehr guten und empfehlenswerten Reihe ist.