Seit dem ich vor einiger Zeit auf dieses Buch gestoßen bin, habe ich mich richtig darauf gefreut es zu lesen, denn es sollte mir laut Klapptext "Eine dramatische Liebe in dunkler Zeit" also die für mich perfekte Mischung aus historischen Roman mit Liebesgeschichte bieten. Doch leider stellte sich heraus, dass meine Erwartungen leider viel zu hoch gesteckt waren. :-(
Was den historischen Teil des Buches anging, der war ganz gut und für mich vor allem auch völlig neu und damit lehrreich, auch wenn nicht gerade das, was mein allergrößtes Interesse weckt, doch die Liebesgeschichte war leider nix. :-(
Zunächst einmal finden wir uns hier schon mitten in der sogenannten tragischen Liebesgeschichte wieder, denn Tam und Saphira sind schon ein Liebespaar als das Buch anfängt.
Das war leider auch das Problem an dem ganzen, denn ich finde es einfach schwer, ins Schwärmen zu geraten, nur weil gesagt wird Tam liebt Saphira und umgekehrt, das löst keine "Mit"-Gefühle in mir aus, besser wäre es gewesen, die Liebesgeschichte langsam aufzubauen und den Leser daran teilhaben zu lassen und ihm auch Zeit zu geben sich darin einzufühlen. So war mir auch der schon so früh stattfindende Seitensprung Saphiras, bezogen auf ihre Liebe zu Tam, eher egal, denn ihre Liebe hat mich bis dahin und übrigens auch bis zum Ende des Buches nicht berührt. Ich fand den Seitensprung stattdessen eher unglaubwürdig. Mit dem einen wagt sie es kaum Händchen zu halten und mit dem anderen steigt sie gleich ins Bett bei der ersten Begegnung??? Ich weiß ja nicht. Und dann geht sie natürlich auch sofort zu ihrem streng gläubigen Vater und beichtet ihm alles. Ja sicher!!
Mit Christian begann jedoch zumindest in ganz kleinen Ansätzen eine Liebesgeschichte, denn im Gegensatz zu Tam, der mir irgendwie eher verliebt in die Liebe und das Jammern über sein Schicksal und seine Nöte schien und mir auch zu schmalzig und zu sehr "Weichling" war, hatte Christians Kampf gegen seine aufkeimenden Gefühle mehr Dramatik und war auch nachvollziehbarer. Doch dem ganzen wurde leider zu wenig Mühe und Zeit gewidmet, als dass es noch die Liebesgeschichte zu dem hätte werden lassen können, was ich mir erhofft habe.
Was Saphira angeht, wie schon vorab erwähnt, war ihr Handeln nicht unbedingt immer nachvollziehbar und auch ansonsten habe ich mich nicht besonders zu ihr verbunden gefühlt. Sie war nicht unsympathisch aber sie wuchs mir auch nicht ans Herz.
Was hier ebenfalls ein wenig lächerlich rüber kam war die Situation beim König. In dem einen Augenblick will er sich nicht auf das Wort eines Menschen verlassen und Saphira in den Kerker werfen, eine Sekunde später veranlasst er auf das Wort eines anderen Menschen Haftbefehle und harte Strafen, das ging zu schnell und war unglaubwürdig.
Womit ich zumindest zu Anfang auch Probleme hatte war die Sprache. Der Autor haucht seinen Stil etwas altertümlich an, was nicht immer schlecht sein muss, ich kenne viele positive Beispiele, doch hier empfand ich den Stil den er gewählt hatte als gewöhnungsbedürftig.
Für mich war das Buch aufgrund meiner Erwartungen eine Enttäuschung. Ohne diese beurteile ich es aber als o.k., ich würde zwar nicht unbedingt abraten, doch empfehlen würde ich es auch nicht.