Mit dem Thema der Todesmärsche kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges hatte ich mich bislang noch nicht näher beschäftigt - bis mir dieses Buch in die Hände fiel.
Hier werden nicht nur die unzähligen Todesmärsche detailliert beschrieben und mit Aussagen Überlebender ergänzt, es wird auch das "weshalb" und "warum" beleuchtet. Besonders erschütternd war für mich zu lesen, welche Willkür und Grausamkeit bei der Evakuierung der Lager geschah. Es wurden tausende von Häftlingen kurz vor dem Ende des Krieges mehr oder weniger planlos durch die Gegend getrieben, wobei sie der Gewalt und den Launen ihrer Bewacher schutzlos ausgeliefert waren. Gnade und Menschlichkeit waren hier so gut wie nie zu beobachten. Schlimm auch die Tatsache, dass das Sterben bzw. das Überleben vieler Häftlinge von so vielen unkalkulierbaren Faktoren abhing. Je näher die Front und mit ihr die alliierten Soldaten kamen, desto unberechenbarer verhielten sich die Bewacher. In einigen Fällen liefen sie einfach davon und überließen die Häftlinge ihrem Schicksal, in anderen Fällen wurden die Häftlinge grausam ermordet, damit sie "dem Feind" nicht lebend in die Hände fallen konnten.
Doch auch die grausamsten Massaker wurden von einigen Häftlingen überlebt, so dass sie davon berichten konnten...
Es ist nur schwer vorstellbar, zu welchen Taten Menschen fähig sind. In diesem Buch sind sie beschrieben und dokumentiert, so dass es an manchen Stellen schwer fällt weiterzulesen.