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Die Tochter
 
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Die Tochter [Broschiert]

Maxim Biller
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Produktinformation

  • Broschiert: 432 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (11. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596185386
  • ISBN-13: 978-3596185382
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 903.238 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Maxim Biller
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Lesezeichen

Deutschland, bleiche Riesin

Kein «anständiger» Roman: «Die Tochter» von Maxim Biller

Eine der grausamsten biblischen Geschichten ist die von Abraham, der seine Gottesfurcht durch den Mord am eigenen Kind beweisen soll und einwilligt, seinen Sohn Isaak zu schlachten. Dessen Namen hatten unter den Nazis alle männlichen Juden als Stigma zu tragen – die «Itzigs», die im Holocaust, dem grossen Brandopfer, von den Deutschen ermordet wurden. Noch einmal 40  Jahre danach spielten die Nachfahren der Überlebenden in Libanon das «Itzig»-Wettspiel, ein mörderisches Kriegsvergnügen, bei dem die Geschicklichkeit darüber entscheidet, wessen Patrone die Gewehrkammer und damit das lebende Ziel erreicht.

«Was für eine Ausrede haben wir? Gar keine, verstehst Du, keine einzige! Wir waren verrückt, und wir werden zur Strafe unser Leben lang verrückt bleiben», schreibt später Eli, einer der beiden israelischen Soldaten, denen sich das Opfer durch einen Todessprung entzogen hat, an den andern, bevor er sich absichtlich vor die Kugeln der Hizbullah wirft. Der andere ist nach Deutschland gegangen und erleidet seine Strafe im Land der Täter, wo er selber zum Täter wird – an seinem Kind. Es ist Mordechai, kurz Motti, der Held des ersten Romans von Maxim Biller, der mit Erzählungsbänden wie «Land der Väter und Verräter» und als Streiter für eine «wirklichkeitsnahe», «journalistische» Literatur bekannt geworden ist.

Opfer und Täter

Kriegsgeschichten behandelt der Roman jedoch allenfalls als fragmentarische Symptome, denn es geht ihm nicht um deftige Krisenreportagen, sondern um einen historischen und existentiellen Zustand: die Verschränkung von Opfer und Täter. Ein grosser verzweifelter Monolog berichtet vom Dasein eines im friedlichen deutschen «Totenland» lebendig Begrabenen, von der Schuldkrankheit zweier Länder, zweier Generationen und eines Menschen, der seine Tochter zum Opfer macht, ohne dass es einen Gott gibt, dem man mörderischen Gehorsam schuldet. Seine Schuld ist die Liebe, seine Liebe ist ein Wahn, und sein Wahn ist die Strafe des äusseren und inneren Exils.

In der Rahmenhandlung sehen wir Motti ein Pornovideo anschauen. Dass er im Gesicht der jungen Darstellerin seine vor zehn Jahren verlorene Tochter wiederzuerkennen meint, hindert ihn nicht, den Streifen als «Vorlage» zu benutzen; am Ende wird er erkennen, dass seine kurze Befriedigung nicht bedeutet, dass alles gut ist. Der Kontext ist – auch im Roman – schnell erzählt. Motti hat nach seinem Libanon-Einsatz auf einem Flug von Tel Aviv nach Indien die Deutsche Sofie kennengelernt und ist ihr zum Entsetzen seiner Eltern – der Vater ist dem KZ entronnen, die Mutter pflegt solche wie ihn: traumatisierte israelische Soldaten – nach München gefolgt. Sofie, die sich mit raupenhaftem Autismus und hysterischer Gründlichkeit ihrem Studium und ihrer Karriere widmet, überlässt ihm die Erziehung des Kindes Nurit. Zwischen ihrer Kälte und Mottis kaputter Liebe wächst die Tochter auf, stumm und verstört, und Mottis Monolog enthüllt widerstrebend, dass er seine «Prinzessin», seine «Buba», mit Sofies halber Duldung missbraucht. Die Umstände der Trennung nach sieben Jahren bleiben im dunkeln. Es mehren sich die Zeichen, dass Mottis Kind längst tot, vielleicht gar von ihm selbst getötet worden ist.

Doch der traumatisierte Schänder macht sich zu einem phantasierten Gang in die sonntäglich öde Stadt auf, um seine Tochter vor ihren neuen Schändern zu retten und endlich mit ihr in sein Heimatland zu ziehen. Mottis Sonntag ist ein Trip durch die Erinnerung und durch die Imagination, durch die jüdisch-israelische Vergangenheit und die deutsche Gegenwart, ein Gang durch den Hades des Täterlandes mit dem ewigen Ziel der Rückkehr in das kriegszerrüttete Zion, und schliesslich ein paranoider Rechtfertigungsmonolog, ein Tanz auf der borderline zwischen pathologischem Abgrund und hellsichtiger Erkenntnis: «Wenn das alles hier kein Traum ist, dachte Motti unsicher, was ist es dann, und weil zu jedem Traum immer auch eine Wirklichkeit gehört, stellte er sich diese zur Probe nun vor . . . Doch kaum . . . öffnete sich der erste, noch hauchdünne Spalt im Parkett, begriff er, dass der Traum wahrscheinlich doch kein Traum war, und das verwirrte ihn um so mehr . . .»

Das Panorama, das Maxim Biller mit sinnlicher Exaktheit und frappierenden Sprachbildern, wenn auch in konventioneller Rollenprosa entfaltet, ist ein Netzwerk der Grenzüberschreitungen und Ambivalenzen. Motti hat eine gottverlassene Vertriebenenexistenz im Land der Täter gewählt und sucht vergeblich den Rückweg ins Land seiner Herkunft. Er war in den Krieg der Israeli verwickelt und leidet unter einem battle-shock- Syndrom. Zugleich ist er als Opfer-Abkömmling selbst ein Scheusal. Die Gleichgültigkeit des Landes, das der Judenvernichtung zusah, deckt nun in Gestalt seiner stumpf-phlegmatischen Frau Sofie das Verbrechen, das er an seinem Kind begeht. Die Tochter eines Nazi tritt zum Judentum über und gibt sich den Namen von Abrahams Frau (und weiblichen Nazi-Sammelnamen) Sarah; der Jude Motti arbeitet, obwohl areligiös, als Privatlehrer für Konversionswillige, und zwar ausschliesslich Frauen.

Die sexuelle Konnotation des Ausnahmezustandes zwischen Juden und Deutschen, die Mischung aus Hass und Liebe, Aufbegehren und Kriechen, findet sich nicht nur in der Geschichte vom Kindsopfer. Motti, als klein, schmal und dunkel beschrieben, trifft mit Sofie auf eine bleiche Riesin – «fast einen Kopf grösser als er, die Schultern wuchtig und breit, die Brüste gross wie zwei Kohlköpfe unter dem weiten Pullover, das Gesicht blass, fett . . .» Eine seiner Schülerinnen, ein Napola-Produkt, ist gross und drahtig, mit «schwer hängenden Brüsten und wulstigem Bauch», eine andere hat «ein Kreuz wie ein Mann und ein Gesicht wie ein germanischer Kriegsgott». Von Motti, der gegenüber Sofie masochistische Phantasien hegt, lassen sie sich sämtlich in stereotyp unterwürfiger Manier besteigen. Schon das Motto zitiert, darin befremdlich an die Peripherie des Themas zielend, das «erstickte Ächzen» eines durch eine Frau sexuell traktierten Mannes, so dass man zweifelt, ob hier nicht bloss plumpe Männerprojektionen die Bildebene erobern, die zunächst so überzeugend zwischen Israel und Deutschland aufgespannt wird: «Da, wo er herkam und wo er jetzt wieder hinwollte, war schliesslich alles viel kleiner . . . die Autos, die Hochhäuser, ja, das ganze Land war so klein, zart und alt . . . nicht so wie hier, wo gerade erst vor ein paar Jahren alles noch einmal doppelt so gross und grau und tot geworden war.»

Grosse Grübelei

Ambivalent ist daher auch das Ergebnis der Lektüre, die über manches Klischee stolpert und dennoch erschüttert. Man ist beeindruckt von dieser grossen Grübelei und dem unbeugsamen Ernst, mit dem Krankheit, Verbrechen und Erlösungswunsch eines Grenzgängers mit dem historischen Entsetzen verschränkt werden. Die Reise ins zerstörte Innere ist gesättigt von religiösem Hader, bis der Hiobsche Klagegesang in Jakobs Offenbarungstraum mündet: «Später . . ., in dem grellweissen Raum seiner Erinnerung, auf dem flüchtigen, ewigen Gang von einer der unendlichen Hallen zur nächsten, käme ihm in der Rückschau genau dieser Tag so lang und schön und mächtig vor wie ein ganzes Leben oder zumindest wie ein besonders erfülltes, berückendes Jahrzehnt.»

Vorher allerdings kommt ein verborgener Dritter zu Wort, ein Erzähler-Ich, das hin und wieder seinen Kopf aus den schwarzen Wellen des Mottischen Albtraums gestreckt hat. Er, der nächste Verwandte des Autors, «müde und traurig . . ., allein mit diesem fremden, erfundenen Unglück und Irrsinn», schreibt dieses Buch, «das ich vor meiner Abreise unbedingt beenden muss . . ., damit ich von Deutschland anständig Abschied nehmen kann». Anständig? Der Autor selbst hat als fleissiger Literaturdebattierer das markig-soldatische Wort offen normativ gebraucht, als er die populistische Forderung erhob, «anständige Romane» zu schreiben, die zu lesen seien «wie eine gute Reportage, ein prima Film». Dass er dieses «realistische» Ziel in seinem ersten Roman zugunsten der Reflexion einer wunden, zerrissenen Existenz verfehlt hat, ist ein grosser Gewinn.

Dorothea Dieckmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 18.03.2000
Eberhard Falcke lobt zunächst den "erzählerischen Drive" dieses Romans um einen Israeli, den es aus Liebe zu einer Deutschen nach Deutschland verschlägt. Aber dann meldet er auch erhebliche Zweifel an dem Buch an: Die Schwarzweißseherei Billers, der ja mehr als ein Zeitungspolemiker bekannt ist, schlägt nach Falcke ungünstig auf sein Buch durch: Was auch immer der arme Held erleide - Deutschland ist schuld. Alles Deutsche sei bei Biller tot und böse, der Autor erliege seiner "Lust aufs Vorurteil" und mit ihm sein erster Roman.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein großer, grandioser, schwarzer Roman. Das wahrscheinlich erste jüdische Werk in der deutschen Nachkriegsliteratur, das auch in späteren Zeiten immer wieder gelesen wird. Das jüdische Unbehagen an jenen spezifisch deutschen Elementen der Lieblosigkeit, der Autoritätshörigkeit, des Schreibtischtätertums und des unbedingten Befehlsgehorsams, jener Mischung also, die in die Völkermordkatastrophe des Dritten Reichs geführt hat; dieses Unbehagen wurde wohl noch nie zuvor von einem jüdischen Autor so symbolträchtig, psychologisch präzise und ausdrucksstark dargestellt wie von Maxim Biller in "Die Tochter".

Der Israeli Motti Wind, Sohn deutscher Juden, die durch den Holocaust gingen, und nach dem zweiten Weltkrieg in Israel ein neues Zuhause fanden, erlitt im Libanon-Krieg ein fürchterliches Trauma. Auf seinem ersten Flug nach der Militärzeit raus aus Israel verliebt er sich "ausgerechnet" in die, aus gutbürgerlicher deutscher Familie stammende Sophie. Bei einem Treffen der beiden Elternpaare irgendwann mal, an fortgeschrittener Stelle im Roman, wird es überdeutlich, wie sehr Sophies Eltern dem unangenehmen und negativen Klischee jener Deutschen aus der Nazi-Zeit entsprechen, die ganz und gar nicht fähig sind, Scham oder Schuld zu empfinden für das, was ihre Generation verbrochen hat.

Motti bleibt bei Sophie in München und kriegt mir ihr ein Kind, Nurit, die Tochter. Aber Sophie weiß nicht wie man ein Kind liebt, was es bedeutet Mutter zu sein, wie man Gefühle äußert. Sie wird in der Folgezeit völlig absorbiert von ihrer akademischen Karriere, dem Druck ihrer Vorgesetzten, dem Mobbing ihrer Kollegen. Motti liebt seine Tochter, er versucht die Vernachlässigung seitens der Mutter wiedergutzuachen, ihr die fehlende Mutterliebe zu ersetzen, aber er ist zu schwach und zu gestört dafür. Er wird krank in "Sophies Totenland", psychisch krank, kränker als jemals zuvor. Vor lauter enttäuschter Liebe und Orientierungslosigkeit verfällt er einem der ältesten und furchtbarsten Verbrechen der Menschheit. Er mißbraucht seine Tochter sexuell und Sophie schaut weg.

Die mächtige und oft biblische Sprache Billers, die das Schauderhafte und Widerwärtige, die letztlich all dem zugrunde liegende menschliche Depression sozusagen mit den kalten Worten des nicht existierenden Gottes beschreibt, fordert die Leser und verlangt viel Kraft. Die, die sensibel genug sind und das Zuhören nicht verlernt haben, werden erkennen, was eventuell dem Autor selbst noch nicht so richtig bewußt ist.

Daß das Psychogramm dieser kaputten deutsch-jüdischen Kleinfamilie letzten Endes eine durch und durch gelungene Metapher des deutsch-jüdischen Verhältnis darstellt. Die Figur der Sophie steht als Zerrbild für Schwermut, emotionale Reglosigkeit und den gnadenlosen Liebesentzug in ihrer spezifisch deutschen, Motti für die Sehnsucht nach Rache, für den von außen eingeimpften Hass und die verhinderte Liebe zum Leben in ihrer spezifisch jüdischen Machart. Und Nurit, die Tochter, das verstörte und logischerweise psychisch kranke Mädchen, das Opfer, das am Ende sterben muß, Nurit ist die "Endlösung", das logische Endergebnis, die psychologische botton-line der deutsch-jüdischen Symbiose, mehr als ein halbes Jahrhundert nach Auschwitz, Majdanek, Buchenwald, Dachau, etc.

Bei allem Respekt vor vielen anderen Arbeiten der etablierten deutschen Literaturkritiker Reich-Ranitzki oder Karasek; ihrer sehr abfälligen und geradezu niveaulosen Reaktion auf Billers Roman in der Fernsehsendung "Literarisches Quartett" kann man nur einen klugen Satz von Jonathan Swift, dem Verfasser von "Gullivers Reisen" entgegenhalten: "Das Genie erkannt man am Aufstand der Idioten."

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Brillant 14. April 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Inmitten der eindimensionalen Romanversuche, die derzeit zu hunderten auf den Markt kommen, steht Maxim Billers Tochter schon fast alleine da. Ein brillant erzähltes Zeitporträt, ein leidenschaftliches Anrennen gegen das die Welt, ein Kampf um das Leben an sich. Biller spielt mit einer Virtuosität zwischen den Zeit- und Handlungsebenen, die seinesgleichen sucht. Und er verwechselt Erzählfluß nicht mit Atemlosigkeit. Die Tochter ist kein Konsumbuch, keines für den ICE oder das Flugzeug, aber wer nach den letzten Seiten das Buch aus der Hand legt hat etwas erlebt, das er lange nicht vergessen wird. Mich hat er vom Anfang bis zum Ende gefesselt. Das passiert mir viel zu selten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Es ist dies die Geschichte von Motti: einem Israeli, der in den 90er-Jahren nach München zieht, um die Schrecken des Libanon-Krieges hinter sich zu lassen. Motti zieht es nach Deutschland um zu vergessen, und Motti zieht es nach Deutschland, weil er einer (deutschen) Frau folgt. Die folgenden knapp vierhundert Seiten sind die Beschreibung seiner "verzweifelten Suche nach Glück und Erlösung" (Klappentext). Von "verblüffenden Wendungen" (Klappentext) wie auch "aufregrend schwarzer Prosa" (ebd.), kann hier wahrlich nicht die Rede sein. Viele geißeln Billers Werk ja aus zweierlei Gründen: zum einen seiner bisweilen unerträglich arroganten Auftrittsweise, seinen Deutschland-Ressentiments, die er keck wiewohl bewusst provokant zu lancieren vermag; oder - wie seit seinem teilweise kassierten Roman "Esra", in dem er seine Ex-Freundin beschreibt - aufgrund seiner vulgären, mitunter gegenüber Frauen herblassenden Art zu schreiben. Gewiss, es stellt ein beliebtes literarisches Mittel dar, zwischen "Erinnerung und Imagination, Wahn und Wirklichkeit" (abermals der Klappentext) zu changieren: aber in der "Tochter" treibt Biller dieses Experiment auf die Spitze. En passant werden abermals würzige Sottisen gegen die Deutschen, die deutschen Frauen, Deutschland in toto abgelasssen - was ja durchaus wohlfeil und dazumal interessant sein kann, speziell aus der Sicht eines aus Israel stammenden, traumatisierten Soldaten. Doch mehr fällt Biller nicht ein.

Die letzten fast hundert Seiten entgleiten dem Autor wie ein Stück Seife aus den Händen; hier phantasiert Motti, hier wird dem Leser aber auch nicht mehr klar: lesen wir seine Geschichte? Schauen wir von außen auf ihn herab? Ist seine Tochter tot? Hat er ein inzestiöses Verhältnis mit ihr? Hat er sie umgebracht? Dazu gibt es keine abschliessenden Antworten. Ja, das mag hohe Literatur sein, die gelobt wurde; mal mehr und mal minder. Aber es ist wenig unterhaltsam. Ich kann von dem Buch nur abraten (auch wenn schlechte Kritiken "Amazon-üblich" mit einem "Nicht hilfreich" goutiert werden mögen). Und dieses Urteil hat nichts mit der Person Biller, sondern seinem Werk zu tun!
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