Du findest heraus, dass dein Leben eine einzige Lüge war. Dass deine liebenden Eltern dich als lebendes Schutzschild für ihre wahre Tochter verwendet haben. Während du die Schlangengrube des Hofes navigiertest, voll skrupelloser Adeliger und Ermordungsversuche, durfte sie unbeschwert aufwachsen.
Was würdest du tun, wenn du herausfinden würdest, dass du das Kind einer armseligen Hure bist? Dass dein ganzes Training umsonst war, dein Lebensziel zu Staub zerfällt und der Mann, den du heiraten solltest, sich abwendet, weil sie, die wahre Tochter, zurückkommt um deinen Platz einzunehmen?
Das ist das interessante Konzept, das hinter DIE TOCHTER DER KÖNIGIN steht, Teil eins einer neuen Reihe von Dawn Cook
Kontessa von Kostenpolia ist eine Prinzessin. Sie ist willensstark, intelligent und ein bisschen egoistisch. Sie hat es zudem ziemlich satt, das Ziel von Ermordungsversuchen zu sein und keusch zu bleiben. Deswegen kommt ihr der Wunsch ihres Verlobten, die Hochzeit vorzuziehen, gerade recht.
Ihre Eltern sind davon wenig begeistert und als sie aufdecken, dass Tessa gar nicht ihre wahre Tochter ist, bringt Prinz Garret sie um. Tessa steht vor der Wahl den Trohnräuber zu heiraten oder zu fliehen und die richtige Prinzessin zu finden.
Im Laufe der Geschichte wird Kontessa zum Zentrum einer Dreiecksgeschichte, deckt eine weltumspannende Verschwörung auf und findet Frieden mit sich selbst.
Das Konzept von DIE TOCHTER DER KÖNIGIN ist fantastisch und Dawn Cook kann es großteils umzusetzen. Tessas Innenleben wird gefühlvoll und überzeugend dargestellt. Vielleicht findet sie sich mit ihrem Status als Nummer zwei ein bisschen schnell ab, aber das geht in Ordnung.
Da die Geschichte aus Tessas Sicht erzählt wird (Ich-Form), werden die anderen Charaktere durch ihre Selbstbezogenheit gefärbt und wirken nicht ganz so dreidimensional.
Das Dreiecksverhältnis hat mir nicht so gut gefallen wie in den Büchern der Wahrheit. Nur weil es einmal geklappt hat, muss man es nicht immer wieder verwenden - es verliert dann an Frische.
Der Schwachpunkt von diesem Buch ist jedoch das Setting. Es handelt sich um eine 0815 Fantasywelt und die weltumspannende Verschwörung erschien mir nie realistisch oder komplex genug. Die Verschwörer haben durch den Konsum eines speziellen Giftes Zugang zur Magie. Je höher deine Toleranz ist, desto stärker ist deine Magie. Sie setzen dieses Gift auch zur Beseitigung ihrer Konkurrenz ein, was ich nicht ganz logisch fand. Man kann nicht von vornherein wissen wie hoch die Toleranz des anderen ist und ob er überleben würde, aber trotzdem beschränken sie sich auf diese Methode. Gibt es dort keine anderen Gifte? Wie wäre es mit einem altmodischen Dolch oder Schwert durch die Rippen?
Leider wird das Setting nie richtig ausgebaut. Denn diese Reihe wird mit dem zweiten Band abgebrochen. Dawn Cook beschloss nämlich sich auf ihre Paranormale Fantasyreihe zu konzentrieren, die sie unter dem Namen Kim Harrison schreibt (
Blutspur,
Blutspiel, ...).
Damit bleiben viele Fäden die in
Die Gesandte der Königin aufgegriffen werden, unvollständig - ein äußerst unbefriedigendes Erlebnis.
DIE TOCHTER DER KÖNIGIN kann man jedoch als Einzelband lesen, tatsächlich würde ich das sogar empfehlen. Das Ende ist eigenständig genug, dass eine Fortsetzung nicht unbedingt notwendig ist.
Dawn Cooks neue Reihe gefällt mir nicht ganz so gut wie die Bücher der Wahrheiten. Trotzdem ist es schade, dass sie nie zu Ende gebracht wird.