Max und Sabine, beide sind anfang zwanzig und beide haben jüdische Eltern, lernen sich in Amsterdam im Anne-Frank-Haus kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive, aber nicht unproblematische Beziehung: während Max die Holocaust-Vergangenheit seiner Eltern am liebsten hinter sich lassen und nicht mehr thematisieren möchte, versucht Sabine durch unablässige Fragerei möglichst alles darüber zu erfahren.
Eines Tages verschwindet Sabine ohne ein Wort der Erklärung aus Max' Leben.
15 Jahre später treffen die beiden sich zufällig wieder und ihre Beziehung lebt wieder auf. Sie versuchen, unbeschwert miteinander umzugehen und nicht zu viele Fragen zu stellen, werden jedoch auch diesmal von der Vergangenheit - bzw. der Vergangenheit ihrer Eltern - wieder eingeholt. Mehr über diese Vergangenheit soll an dieser Stelle nicht verraten werden, um das Lesevergnügen nicht zu beeinträchtigen.
"Die Tochter" ist ein sehr empfehlenswertes, intensives Buch, welches verdeutlicht, daß die Vergangenheit nicht ausgelöscht werden kann, so sehr man es sich auch wünschen mag. Sie bleibt Bestandteil des Lebens und muß verarbeitet werden.