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Seit ihrem überraschenden Romandebüt Das Gewissen, das auf einfühlsame Weise über eine junge, moralisch scheinbar gleichgültige Nachkriegsgeneration und deren Konfrontation mit der Biografie ihrer Eltern berichtete, gilt die 39-jährige niederländische Autorin Jessica Durlacher als Spezialisten für den schmerzhaft-traumatischen Aufbruch längst vergessen geglaubter Vergangenheiten. Auch in Die Tochter erzählt sie aus der Sicht der Nachgeborenen vom langen Schatten einer grausamen (nationalsozialistischen) Vergangenheit. Und auch hier hat sie ihr Thema durch den Filter einer unmöglichen, schnell endenden Liebe fixiert: Die Beziehung von Max und Sabine nämlich währt nur ein knappes Jahr, bevor sich beide wieder aus den Augen verlieren. 17 weitere Jahre müssen vergehen, bis der Ich-Erzähler Max es wagt, sich über seine Gefühle und verpasste Chancen klar zu werden: "Ich hätte respektvoller mit jener Zeit umgehen müssen, das ist mir heute klar".
Die Liebe der Protagonisten in Die Tochter mag zwar kurzlebig sein. Durlachers Buch aber wird Bestand haben über die normale Verfallszeit der meisten Neuerscheinungen hinaus. Denn dass sie ebenso blendend wie sensibel erzählen kann -- und deshalb zu den großen Nachwuchshoffnungen der niederländischen Literatur zu rechnen ist --, das hat sie mit ihrem neuen Roman einmal mehr bewiesen. --Thomas Köster
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Noch besser als Durlacher`s "Das Gewissen",
Rezension bezieht sich auf: Die Tochter (Gebundene Ausgabe)
Zwei junge Liebende, die die KZ-Vergangenheit ihrer Eltern auf die unterschiedlichste Weise aufarbeiten bzw. verdrängen möchten und deren Beziehung nach einem Jahr aus unverständlichen Gründen für den einen Teil endet.Fünfzehn Jahre später sehen sie sich wieder und versteht es Jessica Durlacher hervorragend, den Grund des damaligen Scheiterns und die Bemühungen des Wieder-Zusammenfindens der beiden in einer derart fesselnden Form zu schildern, dass man das Buch bis zum Ende durchlesen "muß". Ich freu mich schon auf das nächste Buch dieser begabten Autorin! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Anspruchsvolle Unterhaltung,
Von Egon Leseviel "Sprachtiger" (Ahrensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Tochter (Taschenbuch)
Dieser Roman nimmt sich viel vor und hält auch viel ein. Die Liebesgeschichte von Max und Sabine vor dem Schatten der vergangenheit, die in ihrem Fall so besonders trügerisch sind, nahm mich gefangen. Dabei ist die Liebesgeschichte sicher nur er Aufhänger für die Frage von Recht und Unrecht. Wie verhält sich die Gernaration der Holocaust-Erben und wer in dieser Generation noch Schuld zu tragen. Beeindruckend und stilistisch sehr beeindruckend.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Toller zweiter Roman von Durlacher!,
Rezension bezieht sich auf: Die Tochter (Taschenbuch)
Max und Sabine, beide sind anfang zwanzig und beide haben jüdische Eltern, lernen sich in Amsterdam im Anne-Frank-Haus kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive, aber nicht unproblematische Beziehung: während Max die Holocaust-Vergangenheit seiner Eltern am liebsten hinter sich lassen und nicht mehr thematisieren möchte, versucht Sabine durch unablässige Fragerei möglichst alles darüber zu erfahren.Eines Tages verschwindet Sabine ohne ein Wort der Erklärung aus Max' Leben. 15 Jahre später treffen die beiden sich zufällig wieder und ihre Beziehung lebt wieder auf. Sie versuchen, unbeschwert miteinander umzugehen und nicht zu viele Fragen zu stellen, werden jedoch auch diesmal von der Vergangenheit - bzw. der Vergangenheit ihrer Eltern - wieder eingeholt. Mehr über diese Vergangenheit soll an dieser Stelle nicht verraten werden, um das Lesevergnügen nicht zu beeinträchtigen. "Die Tochter" ist ein sehr empfehlenswertes, intensives Buch, welches verdeutlicht, daß die Vergangenheit nicht ausgelöscht werden kann, so sehr man es sich auch wünschen mag. Sie bleibt Bestandteil des Lebens und muß verarbeitet werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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