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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Perle des historischen Romans!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Tochter des Advokaten: Roman (Taschenbuch)
Nur selten hat man das Glück eine Perle unter den Neuerscheinungen historischer Romane zu finden. Kirsten Schützhofers Erstlingswerk "Die Tochter des Advokaten", bereits 2005 im Bertelsmann Club unter dem Titel "Die Farbe der Revolution" veröffentlicht, ist so eine Perle, ein farbenprächter historischer Roman, der das gewisse Mehr echten Tiefgangs aufweist.Die Revolution frisst ihre Kinder. Ihre Kinder sind das Findelkind Sophie Fouquet und der Aristokrat Jules de Montfort, die sich während der Anfänge des revolutionären Aufbruchs im Paris des 18. Jahrhunderts ineinander verlieben. Ihre Kinder sind das Geschwisterpaar Daniel und Adrienne de Vergnieux, deren Schicksal sich in den Wirren der französischen Revolution noch enger miteinander verknüpft. Ihr Kind ist Pierre Lemaire, der Bastard, der nur in der Veränderung der bestehenden politischen Situation eine Zukunft für sich selbst sieht. Vor dem Hintergrund der französichen Revolution erzählt uns Kirsten Schützhofer vom Schicksal dieser Figuren und zeigt deren Entwicklung und Veränderung in Zeiten des politischen Umbruchs. Freundschaft und Idealismus, Loyalität und Verrat, Hoffnung und Liebe, Kampf und Leiden, Gesetz und Gerechtigkeit sind die wesentlichen Facetten dieses vielschichtigen Romans. In chronologischer Ordnung stellt die Autorin 25 Jahre der für die Entwicklung der Menschenrechte in der Welt maßgeblich gewordenen französischen Zeitgeschichte von 1769 - 1794 dar. Behutsam wird der Leser mit den wesentlichen Charakteren und den sie prägenden Erlebnissen bekannt gemacht. In kurzen Kapiteln fügen sich Szenen und Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven wie die einzelnen Tupfer eines impressionistischen Bildes oder eines Gobelins zu einer farbenprächtigen und facettenreichen Darstellung der damaligen Zeit zusammen. Die häufigen Perspektivwechsel erfordern zwar eine hohe Aufmerksamkeit beim Leser, werden aber nicht anstrengend. Vielmehr bieten sie für den Leser interessante Möglichkeiten des Einlebens in die Geschichte und des Weiterdenkens, so wie man bei einem Bild plötzlich mit der Lupe ein Detail besonders betrachtet, um dann wieder zum Gesamteindruck zurückzukehren, oder so wie man beim Schauspiel oder Film in eine Szene eingeblendet wird, um dann wieder aus ihr herauszutreten. Kirsten Schützhofer erklärt ihre Charaktere nicht bis ins letzte Detail, sondern sie erzählt dem Leser gerade genug, um ihm noch Freiraum zu lassen über die Charaktere nachzudenken und diesen damit in gewisser Weise eine Eigenleben zu ermöglichen. Auch bei den Dialogen der Protagonisten bleibt vieles im Raum stehen oder zwischen den Zeilen verborgen. Aber gerade dieser Erzählstil führt dazu, dass die Protagonisten besonders lebendig und authentisch wirken. Emotionen jeglicher Art werden von der Autorin sensibel, eher schlicht, nüchtern und frei von Kitsch ein- und umgesetzt und erhalten so eine ergreifende Tiefe. Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit webt Kirsten Schützhofer aus Dialogen, Beschreibungen und erzählenden Passagen das Bild einer Zeit im Umbruch. Neben den überzeugenden Charakteren und der spannenden Handlung, beeindruckt Kirsten Schützhofer mit akribischer Recherche, die sich in Details wie Beschreibungen von Kleidung, Möbel und Landschaften niederschlägt, sich aber vor allem bei der Schilderung der politischen Umwälzungen und ihrer Wirkung auf und in der Bevölkerung zeigt. Mit großer Sprachversiertheit und erzählerischem Talent werden dem Leser die Wirren und Schrecken der Revolution und das Leid der zu dieser Zeit lebenden Menschen bildhaft vor Augen geführt. Die für Dezember angekündigte Taschenbuchausgabe "Die Tochter des Advokaten" soll laut Verlagsmeldung gegenüber der Bertelsmann-Ausgabe unter dem Titel "Die Farbe der Revolution" um für den Leser hilfreiche Anhänge wie ein Glossar und eine Zeittafel ergänzt werden. Warum der Titel gegenüber der gebundenen Ausgabe des Bertelsmann Club geändert wurde, ist mir unklar und unverständlich. Meines Erachtens passt der Titel "Die Farbe der Revolution" sehr gut zum Inhalt des Romans, während der Titel "Die Tochter des Advokaten" eher in die Irre führt. "Die Farbe der Revolution" war mein Highlight des historischen Romans 2005 und wird von mir sicher aufgrund der vielen schönen und nachdenkenswerten Passagen wieder gelesen werden! Schön, dass der Diana-Verlag diesen sehr empfehlenswerten historischen Roman, dem ich gerne noch einen sechsten Amazon-Stern geben würde, jetzt unter dem Titel "Die Tochter des Advokaten" als Taschenbuch herausbringt! Ich wünsche der Autorin Kirsten Schützhofer weiterhin viel Erfolg und hoffe, dass bald ein neues Werk von Ihr erscheinen wird! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Farbenprächtig,
Rezension bezieht sich auf: Die Tochter des Advokaten: Roman (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch gelesen, als ich in Paris unterwegs war. Ich habe meinen Blick über das Marsfeld schweifen lassen und Daniel mit seinen Freunden gesehen, wie sie voller Begeisterung in eine neue Zeit stürmten. Ich habe im Park des Palais Royal gesessen und Pierre mit Jules beobachtet, die diskutierten. Ich bin durch Pariser Straßen gewandelt und habe Adrienne und Sophie auf ihren Wegen begleitet.Daniel, Pierre, Jules, Adrienne und Sophie. Das sind die Protagonisten dieses Buches, und nicht die einzigen. Dieses Werk ist mehr als nur die Geschichte einer Tochter. Dieses Buch ist die Geschichte einer Revolution, die selbst Geschichte machte. Es sind ihre Kinder, die hier die Hauptrolle spielen, die sich begeistern, in und an ihr wachsen, sie bewegen und mitdenken und deren Leben sich schließlich in ihr entscheiden werden, zum Guten wie zum Schlechten. Mit diesem Buch hat die Autorin eine facettenreiche Welt geschaffen, in der es kein Schwarz und kein Weiß gibt, aber alle Schattierungen dazwischen. Mit ihrer bildhaften und eleganten Sprache versteht sie es, dem Leser das Gefühl zu geben, mitten im Geschehen zu sein, zu riechen, zu sehen, zu fühlen, zu kosten, ohne es überladen wirken zu lassen. Sie versteht es, den Leser teilhaben zu lassen, seine Fantasie anzuregen und ganz nebenbei die Zeit und die Handlungen der Menschen zu verstehen, unaufdringlich und kitschlos. Ihre eindringlichen Beschreibungen, die genaue Beobachtungsgabe und Detailgenauigkeit machen dieses Buch zu einem besonderen Genuss. Noch lange nach dem Lesen habe ich mich in Gedanken mit den Menschen des Buches und damit auch der Zeit auseindergesetzt. Ich kann "Die Tochter des Advokaten" allen Lesern, die sich für die Zeit der Französischen Revolution, vor allem aber für die Lebenswelt der Menschen, ihren Gedanken und Gefühlen, interessieren, nur wärmstens ans Herz legen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein erstaunlicher Debütroman,
Von Maria Amalia (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Tochter des Advokaten: Roman (Taschenbuch)
Dieser Roman erschien bereits 2005 mit dem Titel "Die Farbe der Revolution" als Club-Premiere bei Bertelsmann. Und ich muß sagen, der Bertelsmann-Titel trifft den Tenor der Geschichte weitaus besser, als der ach so typische Mainstream-Titel hier, den der Heyne-Verlag diesem Buch verpaßt hat. Die Inhaltsangabe ist ebenfalls eine Irreführung. Die Marketing-Strategie des Heyne-Verlages ist wohl offensichtlich. Dieses Buch soll gerade wieder der Klientel schmackhaft gemacht werden, die noch immer für die höchsten Umsatzzahlen sorgt, nämlich den Lesern von Herz-Schmerz-Romanen vor historischer Kulisse. Dafür nimmt der Verlag ganze Heerscharen enttäuschter Leser in Kauf und beraubt das Buch der Leserschaft, für die es eigentlich geschrieben wurde: den Liebhabern hochwertiger historischer Romane. Auch ich hätte dieses Buch anhand der Inhaltsangabe nie auch nur angefaßt, hätte nicht meine Freundin , die dieses Buch bereits gelesen hatte, mir eine weitaus zutreffendere Zusammenfassung der Geschichte gegeben.Der Debütroman von Kirsten Schützhofer ist eine hervorragend recherchierte und ausgefeilte Geschichte über die französische Revolution. Mehrere Hauptpersonen (was damit den Titel "Die Tochter des Advokaten" ad absurdum führt) aus den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten sind es, aus deren Perspektive das Geschehen vor, mitten und nach den Revolutionswirren erzählt wird. Mir persönlich hat dieses Buch damit ein weitaus facettenreicheres Bild der Französischen Revolution gezeichnet, als es Geschichtsbücher und dergleichen jemals geschafft haben. Deshalb finde ich den Bertelsmann-Titel "Die Farbe der Revolution" auch weitaus zutreffender. Allerdings ist dieses Buch alles andere als ein gemütlicher und entspannter Lesespaziergang. Es ist weder etwas für empfindsame zartbesaitete LeserInnen noch hoffnungslose RomantikerInnen mit Vorliebe für Herz-Schmerz-Geschichten. Die Autorin zeichnet ein schonungslos realistisches Bild der Zustände vor, während und nach der Revolution mit all ihrer Grausamkeit. Es wird nichts beschönigt, nichts idealisiert und vor allem nichts romantisiert. Es gibt keine strahlenden Helden und keine makellosen Heldinnen, die Hauptpersonen sind ganz normale Menschen mit Hoffnungen, Ängsten und Zweifeln, die jeder auf seine Weise an den Umwälzungen in Frankreich scheitern. "Die Revolution frißt ihre Kinder", hat einer der Vorrezensenten geschrieben; treffender kann man den Tenor dieses Buches nicht zusammenfassen. So sehr mir das Buch von seinem Inhalt her gefallen hat, bereitete mir der Erzählstil der Autorin ziemliche Schwierigkeiten. Abgehakte minimalistische Sätze, die an Telegrammstil erinnern, teilweise ultrakurze Kapitel und ein rasantes Erzähltempo, das die Handlung im Zeitraffer an einem vorbeirennen läßt, machten es mir als Leser oft schier unmöglich, so richtig in die Geschichte einzutauchen. Dabei bleibt leider auch die Charakterisierung der Hauptpersonen auf der Strecke, die doch irgendwo ziemlich abstrakt bleiben. Es kommt keine "Nähe" auf, weder zur Geschichte an sich noch zu den handelnden Personen. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Zusammenfassend kann man sagen, daß Kirsten Schützhofer einen sehr authentischen historischen Roman geschrieben hat und ich möchte ihn allen ans Herz legen, die gerne hochwertige historische Romane lesen und die sich an einem ziemlich nüchternen, manchmal etwas abgehakten Erzählstil nicht stören. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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