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Produktinformation
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Thomas Rother kennt sie alle, die mächtigen Familien des Ruhrgebiets. Über die Krupps hat er bereits geschrieben, nun sind die Thyssens dran. So manche Parallele entdeckt er zwischen den beiden Dynastien, die später als ThyssenKrupp verbunden sein werden, als schon kein Träger der traditionsreichen Namen mehr in den Unternehmen mitmischt. Atemberaubende Industriekarrieren und "bürgerliches Trauerspiel" findet Rother in beiden Fällen. In einer leisen, lakonischen, fast schon literarischen Sprache erzählt er das Leben der Stahlbarone nach. Mit viel Sympathie, auch Mitleid. Aber stets mit genügend Distanz. Störend wirkt einzig, dass er am Anfang immer wieder ansetzt, die Geschichte an thematischen Fäden entlang zu erzählen, es dann aber doch (endlich) auch chronologisch tut. Viele Überschneidungen entstehen, manches erfährt man doppelt und dreifach.
Die Geschichte beginnt Ende des 19. Jahrhunderts. Wie besessen gründet der "kantige Einzelgänger" August Thyssen Werke, kauft Unternehmen, expandiert unablässig. Zwar schafft er es, eine Dynastie zu gründen und einen gigantischen Konzern aufzubauen, doch mit dem Familienglück wird es -- wie zu erwarten war -- nichts. Fritz Thyssen, der Sohn, begeistert sich für die Nazis und fördert Hitlers erste Bemühungen, an die Macht zu kommen, finanziell. Als er erkennt, dass er einem verbrecherischen Regime geholfen hat und sich gegen Hitler ausspricht, ist es zu spät -- Flucht, Verhaftung, schließlich Verurteilung durch die Alliierten folgen. Und die Nachfahren sind vor allem mit Erbschaftsstreit beschäftigt.
Enkel Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza kann dann endlich den Lebensstil pflegen, den ihm Vater und Großvater -- beide eher sparsam -- verweigert haben. Er baut die zweitgrößte Kunstsammlung der Welt auf und lebt in Saus und Braus. Mit Verständnis, aber auch einem Quäntchen Mitleid zeichnet Thomas Rother Hans Heinrichs Eskapaden mit dem Jetset, diversen Ehefrauen und Gemälden nach -- und erzählt ohne Lust am Skandal die viel größere Geschichte vom Niedergang einer Dynastie, von Schicksal und Dekadenz. Ein wirklich spannendes Buch, blendend recherchiert und geschrieben. --Sylvia Englert
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Leider wird ein Hauptbereich, die Fusion mit Krupp nur am Rande gestreift und ist fast nicht vorhanden.
Wie's besser geht zeigt das Buch "Die Quandts!"
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