Peter Ackroyd ist ein Garant für spannende und informative Literatur mit gehobenem Anspruch, wie bereits seine Biographie zum Thema London zeigte. Mit seinem neuesten Buch DIE THEMSE biographisiert er einen der bekanntesten Flüsse Europas und die Besiedelungsspuren in seiner Umgebung, welche über vier Jahrtausende zurück reichen. Die Themse ist somit untrennbar mit der britischen Geschichte verbunden, wie es der Rhein mit Deutschland ist.
Nicht ganz ohne Neid kann man hier über das neueste Buch von Peter Ackroyd schreiben, denn es portraitiert den Fluss der Flüsse Großbritanniens so charmant und galant, dass man meinen könnte er sei in ihn verliebt.
Schon auf den ersten Seiten kommt Peter Ackroyd mit so vielen interessanten Fakten daher, dass man sich fragt, wie lange es gedauert hat all das zusammen zu tragen?!
Allerdings schmerzt es mich das er bei der Auflistung vergleichbarer wichtiger oder großer Flüsse ganz den Deutschen Rhein vergisst, welcher unbestreitbar der Urstrom Europas ist und ins schon lange nicht mehr vorhandene Nordmeer mündete. In den Vater Rhein mündete damals (dies ist schon einige Millionen Jahre her) auch die Themse, bevor sich das ganze Wasser in das Meer ergoss.
Doch zurück zu dem brillanten Buch DIE THEMSE, wir wollen nicht abschweifen. Unbestriten eine hervorragende Quelle zu allem was mit dem Fluss zu tun hat, seien es politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Dinge. Das Buch quillt über vor Fakten, Basiswissen, Quellhinweisen und mystischen Details in der reichhaltigen Geschichte des Flusses.
Es freut den Leser unbestreitbar, dass Kunst und Kommerz einträchtig nebeneinander bestehen können, denn der Fluss hat sie beide gefördert. Seine Windungen, wie ein Aal, absorbieren fast 95% der kinetischen Energie des Wassers und verursachen Strudel und Wasserwellen, Unterströme und Wirbel.
Seine Bedeutung für Südengand ist unbestritten, als Teiler der Grafschaften, Motor der Wirtschaft und Hort der musikalischen Darbietungen. Hier sei auch vermerkt das Händels Wassermusik zu Ehren des damaligen Prince of Wales nicht die durchschlagende Wirkung gehabt hätte, wäre es nicht auf der Themse uraufgeführt worden. Gekont verquickten sich damals Kunst und Politik auf der Themse.
Das Buch DIE THEMSE - BIOGRAPHIE EINES FLUSSES von Peter Ackroyd lässt keine Wünsche offen und ist in der Tat ein herausragendes Werk zu Ehre einer der bedeutendsten Flüsse Europas.
Sehr empfehlenswert!