Mit den Teufelskickern ist den Europa-Hörspiel-Machen der Geniestreich des neuen Jahrzents gelungen. Ein bisschen profitiert von der WM 2006 im eigenen Land, vermittelt diese tolle Serie den jungen Zuhörern nicht nur den Traum vom Profifußballer, sondern auch sehr viel soziale Kompetenz und Gemeinschaftssinn. Bei den Teufelskickern geht es nicht nur um Fußball, sondern auch um die familiären und schulischen Probleme der einzelnen Hauptpersonen. Viele realistische Alltagssituationen werden angesprochen und auf sehr einfache und menschliche Weise gelöst. Auch auf die schwierige Situation, dass Eltern ihre Kinder wegen schlechter schulischer Leistungen das Fußballtraining verbieten oder sie samstags nicht zum Fußballspiel lassen, wird sehr intensiv eingegangen. Hier können sogar Eltern und Erwachsene noch etwas lernen.
In rührender Form setzen sich Moritz und seine Freude für ihre Mitstreiter ein, was in der Realität unserer Gesellschaft oder im Alltagsleben eines Fußballvereins allerdings nicht immer, oder nur sehr selten der Fall ist. In jedem Fußballverein oder Sportverein steht die Leistung schon sehr früh an erster Stelle. Hier werden sehr viele Kinder nicht nur von den Trainern, sondern auch schon von kleinsten Mitspielern, entweder aussortiert, oder nach Gut und Schlecht eingruppiert. Schwächere Spieler werden in der Regel von den stärkeren Mitspielern gemobbt und geschnitten, oder dürfen die meiste Zeit nur auf der Ersatzbank platz nehmen, weil den Verantwortlichen das Gewinnen immer wichtiger ist, als die Entwicklung des einzelnen Kindes.
Die Teufelskicker liefern hier einen sehr positiven Beitrag dafür, dass es auch anders geht, und dass es sinnvoller und menschlicher ist, dem Schwächeren zu helfen, anstatt ihn gegen einen stärkeren auswärtigen Spieler auszutauschen.
Das einzige Manko der Serie ist die übertriebene Stadionatmosphäre bei den Spielen. Hier hat der Zuhörer das Gefühl, dass die Kinder vor 20.000 oder 30.000 Zuschauern spielen würden. Mit Verlaub, jede Jugend im Alter der Teufelskicher kann sich glücklich schätzen, wenn sie bei einem Heimspiel 10 Zuschauer hat, oder wenn mal wirklich alle Eltern bei den Spielen zuschauen würden. Aber das ist im wahren Leben leider nicht der Fall. So bleiben die Geschichten rund um die Teufelskicker einmalig, aus sozialer Sicht lobenswert und für das Leben wünschenswert.
In der Hoffnung, dass die Teufelskicker hier einen Beitrag zur gesllschaftlichen Veränderung leisten können, verteile ich hier Fünf Sterne.