Adelia Aguilar hat ihren zweiten Einsatz als Henry Plantagenets Geheimwaffe und soll herausfinden, wer seine Geliebte Rosamond getötet hat. Alles deutet auf Henrys Ehefrau Eleonore von Aquitanien hin. Wenn Eleonore wirklich den Mord an Rosamond veranlasst hätte, würde das England an den Rand eines erneuten Bürgerkrieges bringen. Daher macht Adelia sich zusammen mit dem Vater ihrer Tochter Allie, Bischof Rowley, Mansur und Gyltha sehr widerwillig daran, den Mörder ausfindig zu machen. Dabei gerät nicht nur sie in Gefahr, sondern auch Allie und Rowley...
Ich hatte auf ein ähnlich tolles Leseerlebnis wie bei Adelias erstem Einsatz gehofft und bin doch ein wenig enttäuscht. Obwohl es Ariana Franklin alias Diana Norman auch hier wieder hervorragend gelingt, das mittelalterliche England (im tiefsten Winter) heraufzubeschwören, mixt sie hier für meinen Geschmack einfach zu viel zusammen: Auftragsmorde, drohender Bürgerkrieg, Eleonores Anziehungskraft auf sämtliche männlichen Wesen (ausgenommen ihrem eigenen Ehemann), Erbstreitigkeiten, marodisierende Söldner etc. Adelia selbst und auch ihr eigentlicher Auftrag geraten aufgrund weiterer Todesfälle/Morde eine ganze Zeit lang ins Hintertreffen - schade, denn gerade die Person der Adelia Aguilar hatte für mich einen grossen Teil der Faszination des ersten Bandes ausgemacht! Ausführliche Beschreibungen z.B. der Weihnachtsfeierlichkeiten nehmen da wesentlich mehr Raum ein. Auch diese sind Franklin/Norman zwar gelungen, haben mich dann aber schon nicht mehr so wirklich mitgerissen, weil der Plot aufgrund des "Mischungsverhältnisses" einfach zu verworren war. "Die Teufelshaube" weist im Vergleich und im Gegensatz zum Vorgänger deutliche Längen auf.
Frau Franklin/Norman hat dieses Mal einfach nicht so sauber gearbeitet. Nicht gut, gar nicht gut, denn, sie kann es wesentlich besser, wie sie bereits bewiesen hat! Bleibt zu hoffen, dass Vesuvia Adelia Rachel Ortese Aguilar in ihrem dritten Einsatz als Henry Plantagenets Geheimwaffe wieder zur Höchstform aufläuft!