Sieben schwarze Mönche behüten die größte Handschrift des Mittelalters und töten jeden, der zu viel darüber weiß. Die einen wollen sie, um sie für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen, die anderen, um die Welt vor ihr zu schützen - ein mörderischer Wettlauf beginnt ...
Richard Dübell führt uns diesmal zum Vorabend des schrecklichen und halb Europa verwüstenden 30jährigen Krieges. Geschickt baut er um die Legende des Codex Gigas, die real existierende Teufelsbibel, einen fesselnden Thriller. Er zeichnet mit historisch belegten Fakten und Daten ein leidenschaftliches und realistisches Bild des Mittelalters - mit all seinen Nöten, Problemen und schreckliche Auswüchsen gegen Leib und Leben. Die schriftstellerischen Freiheiten, die einem solch gewaltigen Schinken" selbstverständlich zustehen, kommen bei ihm in gewohnt-bewährter Manier aber keineswegs zu kurz dabei.
Neben einigen interessanten historischen Persönlichkeiten (Kaiser Rudolf von Habsburg, Bischof Melchior Khlesl, Reichsbaron Rozmberka u.v.a.m.) entwickelt der Autor zudem weitere sehr glaubwürdige und lebendig gezeichnete Charaktere, die wir auf ihrer Suche nach Liebe und dem Codex abwechselnd begleiten dürfen.
Dass Richard Dübell diesen faszinierenden Stoff um den Codes Gigas unbedingt in die magischen (teuflischen?) 666 Seiten pressen wollte, kann man getrost in die Rubrik "Glücksfall" einordnen! Waren seine früheren hervorragenden historischen Romane vielleicht ein bisserl zu ausufernd, verloren sie sich teilweise in zu genauen Schilderungen von Geschehnissen oder Ortsbeschreibungen, tun die offensichtlich vorgenommenen Kürzungen hie und da dem ganzen keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: vor uns liegt ein unglaublich spannender, geschickt aufgebauter, absolut fesselnder historischer Thriller, der mit elegantem, flüssigem Schreibstil und einem fulminanten Showdown aufwarten kann!