46 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch fürs Herz, den Leib und die Seele, 9. April 2002
Von Ein Kunde
Wem bei dem Gedanken an China zwar Begriffe wie "große Mauer, grüner Tee, Tempel und Tai Chi" einfallen, sich aber bisher nicht genauer mit diesem hoch interessanten Land und seiner Kultur beschäftigt hat, dem sei der Roman "Die Tempelglocken von Shanghai" von Hong Li Yuan empfohlen. Der Autor erzählt anschaulich, lebendig und detailgenau die Geschichte des kränklichen Jungen Da Lee, der in Zeiten der Kulturrevolution seinen Weg sucht und Hilfe sowie väterliche Fürsorge beim Meister Yun, Fe findet. Dieser führt ihn in die Heilkunst des Qi Gong - der Energiearbeit - ein und verhilft ihm dadurch zu seelischer und körperlicher Gesundheit. Da Lee kommt zur Armee nach Xinjiang, sucht dort seinen geliebten Meister, der vor einiger Zeit Shanghai verlassen hat und erlebt seine erste romantische Liebe mit dem kasachischen Mädchen Oigulie. Wenn Hong Li Yuan einfühlsam schreibt, dass Da Lee in Oigulies blaue Augen schaut und darin wie in einem See ertrinkt, dass ihr Anblick ihn fasziniert wie "ein wunderschönes Bild, von einem guten Maler gemalt", dann trifft es einen wahrlich mitten ins Herz.
Einige Jahre später zurück in Shanghai versucht sich Da Lee in der ihm fremd gewordenen Stadt aufs Neue zurechtzufinden. Immer wieder wird der Leser dabei überrascht, auf welch ungewöhnliche Weise der junge Mann auch schwierige Situationen in seinem Leben meistert. Und sehr oft wird dabei sein Alltag trotz aller Widrigkeiten durch eine ganz banale Vorliebe zu einem Festtag - Da Lee isst sehr gerne! Und auch der Autor scheint diese Vorliebe fürs Essen zu teilen: Er macht uns die Lektüre schmackhaft und lässt uns das Wasser im Munde zusammenlaufen, indem er verschiedene traditionelle chinesische Gerichte wie "Bao Ze", "Wan-Tans" oder "Mandarinfisch" in ihrer Zubereitung sehr ausführlich und sinnlich beschreibt. So ist dieses Buch nicht nur fürs Herz, sondern auch für den Bauch eine Wohltat!
Trotz der gänzlich fremden und andersartigen Kultur kann man sich bei diesem Roman in so vielen kleinen Alltagserlebnissen, Träumen und Sorgen Da Lees wiederfinden. Er zeigt dem Leser, wie wichtig es ist, auch in Zeiten des Zweifels und der persönlichen Misserfolge immer etwas Positives zu finden und seinen Weg so gut wie möglich weiterzugehen.
Obwohl gerade erst zu Ende gelesen, verspüre ich das starke Bedürfnis, dieses Buch auch ein zweites und drittes Mal zur Hand zu nehmen um es mit wieder ganz anderen Augen zu lesen und mit dem Herzen zu spüren - es tut der Seele gut!
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wundervolles Buch mit Heilkraft und sprühendem Charme, 3. April 2002
In seinem faszinierend direkten Sprachstil erzählt Hong Li Yuan die spannende Lebensgeschichte des kleinen Da Lee. Da Lee, der kleine Chinesenjunge, ist sehr krank. So krank, dass er ganz weiße Haare hat und von den anderen Kindern immer "Weißkopf" gerufen wird und allgemein als Schwächling gilt.
All das ändert sich plötzlich als Da Lee im Tempel einen großen Qi Gong Meister kennenlernt, der ihn von seiner schweren Krankheit heilt und ihn überdies in die Geheimnisse des Qi Gong einweiht. Die Krankheit wird somit zur Chance, ganz neuartige Erfahrungen zu machen. Für den kleinen Da Lee beginnt ein ganz neues Leben durch das ihn sein Meister begleitet, der ihm Lehrer und Vater zugleich ist. Auf einer abenteuerlichen Reise folgt er seinem großen Vorbild durch halb China und kehrt schließlich als gereifter Mann nach Shanghai zurück. Durch seinen Meister lernt er auch, dass es selbst in schwierigen Zeiten immer möglich ist kleine Zeichen der Mitmenschlichkeit zu setzen. Und so gelingt es ihm immer wieder den gesellschaftlichen Zwängen und Repressalien, die die Kulturrevolution mit sich bringt, erfolgreich zu trotzen. Ganz nebenbei erfährt der Leser eine ganze Menge über die chinesische Kultur.
Der Roman lebt vor allem von der sprachlich sehr lebendigen Schilderung sehr persönlicher zwischenmenschlicher Erlebnisse mit dem Ergebnis, dass man oft Tränen lacht, aber auch so manche Träne weinen muß.Aber immer ist der Grundtenor des Buches positiv in dem Sinn, dass es Hoffnung gibt. Hoffnung darauf, dass es auch in schlechten Zeiten Aussicht auf ein kleines Paradies gibt, auf kleine Oasen der Mitmenschlichkeit, für die der Tempel von Shanghai ein Symbol sein kann. Mit seinem Erzähltalent verführt Hong Li Yuan den Leser vom ersten Augenblick an - mal zum Lachen, mal zum Weinen - und immer zum Weiterlesen. Und so kann man schon sehr gespannt sein auf sein nächstes Buch.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein beeindruckender Roman aus China, 3. Juli 2005
Da ich persönlich sehr interessiert an China und seiner Geschichte bin,habe ich nun schon einige Bücher zu diesem Thema gelesen. Allerdings hat mich noch keines so in seinen Bann gezogen wie Hong Li`s " Die Tempelglocken von Shanghai". Die Art und Weise in der Hong Li zu erzählen versteht ist mehr als ansprechend.Ich hatte fast das Gefühl als würde Hong Li neben mir sitzen und mir die Geschichte rund um Chen Da Lee persönlich erzählen. Die Hauptfigur Chen Da Lee hatte ich schon nach den ersten Seiten ins Herz geschlossen, und er lässt mich auch nicht mehr los, so das ich dieses Buch auch schon mehr als einmal gelesen habe. Man darf sich auf den zweiten Band freuen!! Mittlerweile bin ich selbst Schülerin bei Hong Li Yuan und kann sagen das der Roman wahrlich die faszinierende Persönlichkeit des Autors wiederspiegelt. Jedem der sich ein wenig für China und seine Menschen interessiert kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.
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