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Die Teilacher
 
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Die Teilacher [Gebundene Ausgabe]

Michel Bergmann
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Arche Verlag; Auflage: 2. (19. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 371602628X
  • ISBN-13: 978-3716026281
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 53.119 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michel Bergmann
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Frankfurt am Main, 1946. Ausgerechnet nach Deutschland, ins Land der Täter sind sie gekommen.

"Michel Bergmann erzählt in seinem anrührenden Buch von Menschen, die sich in harten Zeiten durchgeschlagen haben und die versuchten, ihrem verlorenen Leben wieder einen Sinn zu geben. Ein außergewöhnlicher Roman, dramatisch, bitter und voll liebenswertem Humor." Senta Berger

1972, David Bermann, der "Einstein unter den Teilachern", ist tot. 75. Ist doch kein Alter. Es ist der 11. Januar, als sich Verständig, Fajnbrot und Szoros in ihrem Stammcafé einfinden, nachdem sie David im strömenden Regen beerdigt haben. Man redet natürlich über alte Zeiten...
1946, Frankfurt am Main. Sie hausen in ausrangierten Güterwaggons, in Kellern, halben Ruinen, ehemaligen Krankenhäusern. Die Treppen baufällig, die Nachbarn grimmig. Das politische Klima frostig, der Blick in die Zukunft schemenhaft. David Bermann, Jossel Fajnbrot, Emil Verständig, Moische Krautberg, Max Holzmann und die anderen, sie sind zurückgekehrt. Wie ist es ihnen ergangen? Fast alle waren aus den Lagern gekommen, oft als einzig Überlebende in ihrer Familie. Doch jetzt ist Aufbruch angesagt: Bei Eis und Schnee, bei Regen und Sonnenschein, mit Citroën und Horch, mit Volkswagen, Opel und Tempo-Dreiradpritsche sind sie Tag für Tag unterwegs, um allerlei Dinge zu verkaufen. Wie viel Kraft hat es gekostet, wieder an Liebe, Nestbau und Zukunft zu glauben?
1972, gebannt lauscht der junge Alfred Kleefeld den Geschichten der alten Männer nach der Beerdigung seines Onkels David Bermann. Am Ende erfährt Alfred von einer wunderbaren Liebesgeschichte in dunklen Zeiten und von einem Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird.
Michel Bergmann erzählt in diesem berührenden, zugleich humorvollen Roman, was sie, die Teilacher, aus ihrem Leben gemacht haben und wie sie sich mit viel Chuzpe durch die wilden Jahre kämpften.

Über den Autor

Michel Bergmann wird 1945 als Kind jüdischer Eltern in einem Internierungslager in der Schweiz geboren. Nach einigen Jahren in Paris ziehen die Eltern nach Frankfurt am Main. Nach seiner Ausbildung bei der Frankfurter Rundschau wird er freier Journalist. Er entdeckt seine Liebe zum Film und arbeitet u.a. als Autor, Regisseur und Produzent. Seit über 15 Jahren schreibt er Drehbücher für Film und Fernsehen.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Teilacher - wer? Es ist ein Wort aus dem Jiddischen und bedeutet nicht mehr und nicht weniger als Vertreter. Also ein jüdischer Handlungsreisender, der über Land zieht und Waren an den Mann, die Frau bringt. Anders: "Der Teilacher als Vertreter des Einzelhandels, das kleinste spaltbare Teilchen, das Atom der Kaufmannswelt.... Der Teilacher ist Jude. Oder er gibt sich als solcher aus..."

Ein solcher ist David Bergmann. Von ihm vor allem erzählt Michel Bergmann. Und das sehr authentisch, denn David Bergmann war sein Onkel. Ihm sollte, so der Autor, mit diesem Buch ein Denkmal gesetzt werden. Dass es sich um einen Debütroman eines 65-Jährigen handelt, sei erwähnt, weil es sich um sehr beachtliches Debüt handelt.

Es ist die Geschichte einer jüdischen Familie, die Michel Bergmann erzählt. Sie handelt von Juden, ihrer Lebensweise und ihrer Gedankenwelt im Deutschland der Nachkriegszeit. Mittelpunkt dieser Familie und Held dieses Buches ist eben jener David Bergmann. Er und viele andere Familienmitglieder haben die Lager überstanden. Eigentlich wollten sie nicht mehr in Deutschland leben, im Land ihrer Peiniger. Nebbich. Jetzt sind sie also da. Und jetzt gilt es, sich mit viel Optimismus, großer Lebenskraft und unverwüstlichem Humor eine neue Existenz aufzubauen. Teilacher werden David Bergmann, Emil Verständig und Max Holzmann; sie ergreifen einen alten, traditionell jüdischen Beruf.

Vor dem Hintergrund ihrer Biografien schlagen sie sich durch das neue Leben. Klingeln an Haustüren, preisen ihre Waren an, werden mit den uralten Ressentiments gegenüber Juden konfrontiert. Das führt zu Begegnungen mit viel Situationskomik, aber auch sehr ernsten Begleiterscheinungen. Sie treffen Menschen mit schlechtem Gewissen und solche, die nichts dazu gelernt haben, und preisen ungerührt ihre Waren an. Erzählt wird pointen- und temporeich, garniert mit dem, was man gern als Chuzpe bezeichnet, und mit dem typisch jüdischen Witz. Bergmann bedient sich dabei einer Sprache, die viele Anleihen beim Jiddischen nimmt. Und das gibt dem Roman, diesem wunderbaren, trotz allem amüsanten Buch, eine besondere Klangfarbe.

Doch bleibt dem Leser manchmal das Lachen im Halse stecken. Denn zu sehr spiegeln sich in den geschilderten Erlebnissen der Schrecken und das Leid wider, das ihnen widerfahren ist.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von W. Öschelbrunn TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Von den über fünfundzwanzigtausend Juden, die vor 1933 in Frankfurt am Main gelebt haben, waren schätzungsweise elftausend ermordet worden, der Rest konnte rechtzeitig emigrieren, und hundertvierundfünfzig Menschen waren nach dem Krieg in ihre ehemalige Heimatstadt zurückgekehrt". Das Zurückkehren einer Gruppe dieser Heimkehrer zeichnet Michael Bergmann in seinem furiosen Romandebut "Die Teilacher" nach. Teilacher ist dabei die aus dem jiddisch-berlinerischen abgeleitete Bezeichnung für jüdische Handlungsreisende, im Roman eine Gruppe von Vertretern, die Kurzwaren an den Haustüren Frankfurts verkauften.

David Bermann ist ein solcher Teilacher. In der Zwischenkriegszeit war er so etwas wie das schwarze Schaf unter den Geschwistern Bermann. Hatten die Pogrome in ihrer galizischen Heimat die Geschwister zunächst nach Frankfurt vertrieben, waren sie in der neuen Heimat sehr schnell heimisch und erfolgreiche Besitzer eines Warenhauses geworden. David, der Lebemann unter den Geschwistern, scheint am wenigsten für den Ernst des Geschäfts übrigzuhaben und fühlt sich im Außendienst am wohlsten. Die Situation ändert sich schnell nach 1933. Die Zwangsarisierung kostet die Bermanns zunächst ihr Kaufhaus, dann die Heimat. Im Pariser Exil findet sich David besser zurecht als die Geschwister, die auch später im amerikanischen Exil nicht zum einstigem Wohlstand und damit verbundener Lebenssicherheit zurückfinden. David kehrt über den Umweg der französischen Fremdenlegion nach Frankfurt zurück und steht wenig später wieder vor den Haustüren der ehemaligen Herrenmenschen.

Anläßlich David Bermanns Tod trifft der junge Alfred Kleberg zwei Jahrzehnte später die ehemaligen Freunde und Kollegen seines Onkels David in deren Stammkneipe. Typisch jüdisch ist es, was sie von den gemeinsamen Zeiten zu erzählen wissen. "Immer wurden Wahrheiten in Form von Witzen und Anekdoten weitergegeben". So erfreuen sich die Teilachern erneut an der List mit der sie sich im Frankfurt der Nachkriegszeit eine neue Existenz aufgebaut haben und lassen nicht nur Alfred, sondern auch den Leser an ihren Späßen teilhaben. Schnell setzen sich aber die Lebenswege der einzelnen Teilacher und ihres Chefs Max Holzmann aus den Anekdoten zusammen und ersticken das Lachen im Ansatz. So bleibt am Ende nur das Staunen, wie nur die Liebe zur alten Heimat es dieser kleinen Schar Überlebender ermöglicht hat, das Vergangene zu überwinden und in das Land der Mörder ihrer Freunde und Familien zurückzukehren.

Michael Bergmann hat sich mit sprachlicher Leichtigkeit einem Aspekt der Nachkriegszeit gewidmet, welcher bei aller literarischer Auseinandersetzung mit dem Holocaust bisher wenig ins erzählerische Rampenlicht gerückt worden ist. Wie konnten die Überlebenden nach der Befreiung oder der Rückkehr aus dem Exil mit dem Wissen um das Geschehene weiterleben? Wie war es ihnen möglich in der alten Heimat ein neues Leben zu beginnen. Eine kurzweiliger, aber dennoch sehr nachdenklicher Roman. Große Literatur.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Hier wurde ein wunderschöner melancholischer Roman in zwei Ebenen erzählt. Am 11. Januar 1972 sitzen drei Menschen in ihrem Stammcafe und reden über David Bermann den sie soeben zu Grabe getragen haben.

Im Mai 1946 kamen sie, die Juden, zurück in das Deutschland ohne Lager, in das Land der Täter. In das Land der Menschen die zahllose jüdische Familien auslöschten und die Wenigen, die überlebten erstarrten in Trauer und Hoffnungslosigkeit.

Im Stammcafe, nach der Beerdigung erinnern sich die Freunde der alten Zeiten. Michael Bergmann lässt den Leser teilhaben an der Nachkriegszeit. Der Leser erlebt die Anfänge jüdischen Lebens in Deutschland hautnah mit.

Hier begegnet uns auf unkonventioneller Weise ein Thema über das es nicht viel Literatur gibt. Der Anfang im Deutschland des Jahres '46 ist schwer. Sie kamen aus Lagern mitten hinein nach Deutschland.

In den meisten Fällen waren sie die einzigen Überlebenden ihrer Familien. Die Deutschen sind nicht freundlich zu ihnen, aber Deutschland ist doch auch ihre Heimat. Das politische Klima ihnen gegenüber ist sehr frostig, der Blick in die Zukunft nicht vielversprechend.

Aber sie wagen den Neubeginn hier in Deutschland und während sie sich wieder einrichten kommt auch der Glaube an die Zukunft wieder.

Im Stammcafe hört auch der junge Alfred den Geschichten der Alten zu. Er hört auch von einer wunderbaren Liebesgeschichte seines heute beerdigten Onkels. Er erfährt etwas von einem Geheimnis und dies wird sein Leben verändern.
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