Als der Aufstand der Tataren gegen die Russen niedergeschlagen wird, muss ihr Anführer, Möngür Khan, den Siegern einen Sohn als Geisel überlassen. Seine Lieblingsfrau und Mutter des einzigen überlebenden Sohnes weigert sich jedoch strikt und steckt stattdessen Schirin, die Tochter Möngürs und einer russischen Sklavin, in Männerkleidung und gibt sie als den vor kurzem verstorbenen ältesten Sohn, Bahadur, aus.
Von nun lebt Schirin ständig in Angst, dass man ihr wahres Geschlecht erkennen könnte. Aber das allein ist nicht die einzige Gefahr, die auf sie lauert. Als Geisel der Russen ist sie auf das Wohlwollen des Zaren angewiesen und was alles noch verschlimmert, sie verliebt sich in einen russischen Offizier.
Begeistert von „Der Wanderhure" und „Die Goldhändlerin" habe ich voller Vorfreude „Die Tatarin" begonnen und in drei Tagen durch gelesen.
Zwar war ich nicht vom ersten Moment an so gefesselt, wie bei den ersten beiden Büchern, war aber nach etwa hundert Seiten so in die Geschichte verstrickt, dass ich das Buch nicht mehr zur Seite legen mochte.
Auch mit der Hauptfigur, „Schirin", hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten. Anders als bei der „Marie" konnte ich nicht sofort sagen, dass sie mir sympathisch war. Dies hat sich aber Gott sei Dank sehr schnell gelegt und sie wuchs mir, wie noch einige andere Charaktere, eng ans Herz.
Wer allerdings so seine Schwierigkeiten mit Krieg und Schlachten des 18. Jahrhunderts hat, sollte es sich überlegen, ob er/sie dieses Buch lesen möchte.
Da die Handlung zu einer Zeit in Russland spielt, in der Zar Peter der Große gegen den Schwedenkönig Carl XII. kämpft, findet ein Großteil der Geschichte gerade auf diesem Schauplatz statt.
Insgesamt ist das Buch sehr fesselnd und spannend und steht den o.g. Büchern, „Die Wanderhure" und „Die Goldhändlerin", nur in dem Punkt nach, dass ich mich erst „warm" lesen musste. Daher bekommt „Die Tatarin" nur vier statt fünf Sterne.