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Die Tage in L: Darüber, daß die DDR und die BRD sich niemals verständigen können, geschweige mittels ihrer Literatur
 
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Die Tage in L: Darüber, daß die DDR und die BRD sich niemals verständigen können, geschweige mittels ihrer Literatur [Broschiert]

Ronald M. Schernikau
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 213 Seiten
  • Verlag: Konkret Literatur Verlag (September 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3894582065
  • ISBN-13: 978-3894582067
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,9 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 32.399 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ronald M. Schernikau
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"1989 wurde DIE TAGE IN L. veröffentlicht, nicht in der DDR, sondern vom Konkret Literatur Verlag in Hamburg. Und es gehört eben zu der Tragik des Ronald M. Schernikau, dass damals niemand erkannte, dass hier genau jener Roman vorlag, den die Kritiker in den kommenden Jahren immer wieder fordern würden: eine Beschreibung der letzten Jahre der DDR. Schernikau ist dies - wenn auch auf ganz andere Weise - mit jener Präzision und Klarheit gelungen, die heute, fast zwei Jahrzehnte später, Uwe Tellkamps 'Der Turm' attestiert wird." --Der Spiegel, 10/2009

Kurzbeschreibung

1986. Ein Westberliner geht in die DDR, um in Leipzig Literatur zu studieren. Seine Abschlussarbeit am Johannes R. Becher Institut wird zu einer außergewöhnlichen Beschreibung des Alltags, der Literatur und der Politik in der DDR sowie zu einer Reflektion über das Verhältnis von BRD und DDR. Eine nicht aktualisierte, aber dennoch aktuelle Neuauflage.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Leser
Format:Broschiert
So seltsam klug ist diese Buch, wie der Junge Schernikau als Person. Ein freier Kopf, der, weil er aus allen Wolken gefallen ist, scharf und naiv zugleich beobachtet. Weil er sich zwischen den Ost- und Westwelten bewegt, ist ihm nur selten die Sicht verstellt. Fast märchenhaft, anmutig, kindlich notiert er, was alle wissen und eben so nicht denken, geschweige den sagen können: DER KAISER IST NACKT (das grauenhafte, wenn man weiß es kommt, ist komisch). Dieses Buch gehört zu den intelligentesten Erscheinungen der Neuzeit. Von der Qualität Heiner Müllers oder Bertolt Brechts oder der Bibel. Schlage eine beliebige Seite auf und es passt. Man kann kaum aufhören zu lesen. Zum Beispiel dies:

anläßlich des lagerfeuers in tschernobyl (tschernobyl ist überyll) nahmen die vierzigjährigen spätmütter westberlins ihre kleinkinder, schleppten sie auf die termingerecht stattfindende erstemaidemo, hielten sie hoch und riefen: jetzt aber weg hier! - ganz in derselben logik erschien in jenen tagen die immer zuverlässig erheiternde bildzeitung mit der bisher unübertroffenen schlagzeile: alles verseucht! - die bildzeitung, wenn ihr irgendjemand glauben schenken würde, müßte also unweigerlich eine massenpanik ausgelöst haben. die auflösung ist einfach: weder glauben die spätmütter an ihre eigene angst, noch glauben die bildzeitungsleser der bildzeitung. zwischen der bildzeitung und den lesern der bildzeitung besteht eine ästhetische vereinbarung, wie sie bei literatur immer besteht. in diesem fall lautet die ästhetische vereinbarung seitens der bildzeitung: wir lügen; und die vereinbarung von seiten der leser lautet: wir glauben euch nicht. - so ist alles in der ordnung. und so ist jedes bemühen sinnlos, den leuten in der ubahn ebenjene bildzeitung aus den händen zu reißen und auf sie einzubrüllen: die bildzeitung lügt! natürlich lügt sie. welch eine alberne unterstellung.

Scharfsinn, Humor und Menschenliebe. In der besonderen Ausprägung des Schriftstellers Ronald M. Schernikau eine wunderbare Mischung. Verstand schafft Leiden - das ist nicht neu, das wussten schon die Griechen. Aber über sein Leiden noch mit anderen zu lachen und ein Einverständnis zu haben mit dem eigenen Verschleiß durch diese gnadenlose Wahrnehmung der Welt. (lachen ist immer die erkenntnis, das etwas nicht stimmt. wir lachen, weil uns etwas auffällt. die wirklichkeit.) Das schafften nur wenige. Fünf Sterne!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Nach der Lektüre der "Kleinstadtnovelle" sowie der "Irene Binz", war ich jetzt neugierig, was mich in Schernikaus
"Die Tage in L.", erwarten würde. Nun war mir ja der junge Autor mit dem Palästinenserschal, der sich als 16jähriger
Schüler das Initial "M" für Mauritius zulegte, Kommunist war und von der Weltrevolution träumte, in Sachen Literatur, kein Unbekannter mehr; deshalb waren meine Erwartungen auch dementsprechend. Aber auch diesmal haben
mich seine Gedanken, Konzepte wie stilistischen Besonderheiten nicht enttäuscht, im Gegenteil: dieses Buch, 1989
erstmals im Konkret Verlag publiziert und 2001 neu aufgelegt, ist für mich Ronald M. Schernikaus bester Text.
Als Schernikau 1986 von Westberlin nach Leipzig zog um am Institut für Literatur Johannes R. Becher zu studieren,
stürzte er sich auch in die Arbeit an "Die Tage in L.", suchte seinen Platz im Alltäglichen der DDR und begann
eine Affäre mit dem Parteisekretär.- Später reichte er seinen Text als seine Abschlußarbeit ein. Dieser Text war
eine aphoristisch- fragmentarische Spurensuche zwischen zwei Systemen. Auf der einen Seite der real existierende
Sozialismus, der den Menschen im Lande viel abverlangte, der weder Selbstkritik im politischem Bereich wie die
Freiheit der Presse zuließ, auf der anderen Seite die BRD mit all ihrer verachtungswürdigen Oberflächlichkeit in
der Politik wie im Literaturbetrieb, dort wurde verteilt, dort wurde getreten, jeder gegen jeden, von oben nach unten. Schernikaus Sätze sind voller Orginalität und Ausdrucksstärke, seine Anekdoten gut und überzeugend
dargestellt; seine Standpunkte waren nachvollziehbar, ein "Geht nicht" - gab es nicht, er musste, und wollte
seine Visionen ausleben.- Bis zu letzt...

Am 1.September 1989 bekam Ronald M. Schernikau die Staatsbürgerschaft der DDR, zog in die Albert-Norden-Straße in
Hellersdorf, Ost-Berlin - kurz darauf gab es die DDR nicht mehr...
Am 20.Oktober 1991 stirbt der erst 31jährige deutsche Schriftsteller Ronald M. Schernikau an seiner Immunschwäche
AIDS im Berliner Klinikum, Prenzlauer Berg.

Die Publikation enthält das Vorwort von Hermann L. Gremliza,
Literaturhinweise, Personenregister und Editorische Notizen.
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