Der junge Unternehmer Florian und seine Frau Anne versuchen in den Nachkriegsjahren ,hier 1947, das Familienunternehmen wiederzubeleben. Sie führen eine als kameradschaftlich und freundschaftlich zu bezeichnende Ehe . Anne , die praktische, ist leicht resigniert und desillusioniert. Florian träumt von der Literatur und den schönen Dingen. Eine Einladung beim Grafen verspricht Abwechslung aus dem Alltag, Dieser will aus seinen Werken vorlesen.
Dort angekommen trifft Anne auf ihre alte Freundin Jantien. Eine hübsche Erscheinung die in Florian zunächst Erstaunen und Neugier hervorruft. Er erkennt in ihr eine Wahlverwandte die ihn inspiriert und verzaubert. Zwischen Rilke und den Klängen von Chopin kommt es zu einer leidenschaftlichen Beziehung, die Florian hin und her gerissen sein lässt, zwischen Pflicht und Neigung, Liebe und Verantwortung.
Anne schaut diesem Treiben zunächst ruhig zu, handelt jedoch, als sie merkt das Florian das gemeinsame Leben verlassen möchte.
Es ist Zeichen dieser Zeit, dass man Bücher mit Klappentexten versehen muss die den Käufer anregen dieses Buch zu kaufen. Der Klappentext dieses Buches jedoch wird diesem außergewöhnlich schönen, tiefsinnigem und verzauberndem Roman keinesfalls gerecht.
Es ist eines jener Bücher, die man in die Hand nimmt, um dann die Zeit zu vergessen. Es ist eine seltsam verzaubernde Sprache, mit der dieses Buch geschrieben wurde. Ein bisschen spürt man den Kinderbuchautor, obwohl es sich hier keinesfalls um ein Kinderbuch handelt. Nein, es ist ein Buch für Menschen, die träumen können, die an diese eine Liebe glauben und die wissen das die Pflicht siegen kann, wenn man sie siegen lässt. Es ist eine Botschaft, zu glauben , zu träumen und ein Geschenk anzunehmen, wenn man es bekommt. Es ist ein Werk der Kunst. Kunst in den Bildern die vor dem geistigen Auge entstehen , Kunst über die gesprochen und diskutiert wird und Kunst in Sprachmelodie und Sprachstil.
'Er küsst ihr die Hand, gibt ihr die Wagenschlüssel. '
Dieser Satz aus dem Buch zeigt deutlich worum es geht. Der Träumer und Poet , der Anbeter von Weiblichkeit , nicht geeignet praktische Dinge ohne weibliche Hilfe zu tun.
Deshalb bleibt diese Liebesgeschichte auch ohne Happy End. Anne handelt, als es Zeit wird zu handeln und der bittersüße Traum endet. Das ist auch gut so und tut dem Buch keinen Abbruch. Es ist eine logische Konsequenz. Vielleicht würde man meinen können, dieser Roman hat etwas autobiografisches? Es ist jedenfalls ein Werk das der Autor mit großer Liebe und Zuneigung inszeniert hat.
Diesem zauberhaften, brillanten und ermutigendem Werk gebe ich sehr gerne 5 Pfoten.