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Fußspuren, die aus dem Meer kommen. Die beiden Türme in den Dünen sind fremd und unheimlich und doch seltsam vertraut. Wie bin ich hierhergekommen? schreibt der Junge in sein Tagebuch. Was tue ich hier? Ich weiß nicht mehr, wer ich bin ... Er findet Menschen, die ihm helfen, T'ja zum Beispiel. Auf der Suche nach sich selbst stößt er auf das Rätsel der Türme, auf das Geheimnis des 30. Februar. Aber wie heißt das Wort, das ihn hierher versetzt hat? Und will er überhaupt zurück? -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Das Hörbuch ist dieses Tagebuch. Der Junge hat es an die Autorin Tonke Dragt geschickt mit der Bitte, es zu veröffentlichen. Diesem Wunsch ist sie gefolgt und hat im Tagebuch nur Rechtschreibfehler etc. korrigiert. Ansonsten blieben die Aufzeichnungen unverändert.
Das beschriebene Szenario ist düster und bedrohlich. Allein auf sich gestellt muss der Junge Entscheidungen treffen, ohne über Vergleichsmöglichkeiten zu verfügen. Ist der alte Mann wirklich nur um sein Wohl besorgt oder versucht er ihn zu manipulieren? Was ist gut und was böse? Viele Fragen werden am Anfang aufgeworfen und nicht restlos alle werden am Ende beantwortet sein. Dies lässt viel Raum für Phantasie und Traum und vielleicht ist diese Geschichte ja auch nichts anderes als ein langer Albtraum des Jungen.
Nach und nach wendet sich die Erzählung zum positiven. Langsam findet der Junge sich in der neuen Umgebung zurecht. Er lernt andere Bewohner kennen und verliebt sich schließlich in ein Mädchen. Doch jetzt steckt er erst recht in der Klemme: soll er einfach seine Suche nach seinem wahren ich aufgeben und bei dem Mädchen bleiben? Oder doch lieber das Mädchen verlassen und weiter suchen? Erschwerend kommt noch hinzu, dass es hier gefährlich ist, kein Gedächtnis zu besitzen, denn auf diese wird regelrecht Jagd gemacht.
Durch den spannenden Handlungsaufbau schafft es die Autorin spielend, den Hörer bei der Stange zu halten. Obwohl kein klassischer Fantasy-Stoff, kann man dieses Buch bedenkenlos diesem Genre zuordnen denn dem Hörer wird einiges an Phantasie abverlangt, um in der vielschichtigen Geschichte den Überblick zu behalten. Dies liegt weniger an den Charakteren als vielmehr an den doch sehr der klassischen Philosophie entlehnten Themen und Fragen, die im Buch aufgeworfen werden.
Konstantin Graudus leiht dem Jungen seine Stimme. Jugendlich hell klingt seine Stimme, dabei aber verhalten, zögernd ja teils ängstlich. Diese scheinbaren Gegensätze sorgen im Zusammenspiel dafür, dass seine Lesung die inneren Beweggründe des Jungen messerscharf hervortreten lassen. Hier handelt kein Superheld oder Draufgänger, sondern ein etwas eingeschüchtertes Kind versucht, einer Situation Herr zu werden, die so manchen Erwachsenen überfordern würde. Konstantin Graudus schafft es durch seinen differenzierten und bühnenreifen Duktus diesem Dilemma Gehör zu verschaffen.
Fazit: Spannendes, nervenaufreibendes Abenteuer eines zunächst namenlosen Jungen in einer für ihn befremdlichen Welt. Hier kommt jeder auf seine Kosten, der philosophisch angehauchte Geschichten vor einem Phantasy-Hintergrund liebt.
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