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Die Türken vor Wien: Schicksalsjahr 1683 [Gebundene Ausgabe]

John Stoye
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

Oktober 2012
1683 war eines der Schicksalsjahre der europäischen Geschichte. In diesem Jahr spielte sich vor den Toren Wiens eine der dramatischsten Schlachten im Kampf um die Vorherrschaft der Osmanen über das südöstliche Europa ab.
Die Hauptbeteiligten sind der ebenso fähige wie skrupellose Großwesir Kara Mustafa auf der einen Seite und Kaiser Leopold sowie die Feldherren Graf Starhemberg und König Johann III. Sobieski von Polen auf der anderen Seite. Erst durch die Niederlage des weit über 100.000 Mann zählenden türkischen Heeres vor Wien konnte in den folgenden Jahren ganz Ungarn mit dem heute rumänischen Siebenbürgen und Kroatien von der türkischen Herrschaft befreit werden. Dadurch wurde eine Entwicklung in Gang gesetzt, die es später auch den Balkanstaaten von Serbien bis Griechenland und Rumänien ermöglichte, die Herrschaft des Sultans abzuschütteln und die Freiheit zu erlangen.
John Stoyes Buch ist das Standardwerk zum Thema. Es wurde in viele europäische Sprachen übersetzt, zuletzt 2009 ins Italienische, und wird vom Autor laufend am neuesten Stand der Forschung gehalten. Die kürzlich in Großbritannien erschienene aktualisierte Neuauflage bildet auch die Grundlage der deutschen Neuausgabe. Kein anderes Werk behandelt die Türkenschlacht vor Wien ähnlich umfassend und zugleich eingebettet in den historisch-politischen Gesamtzusammenhang der europäischen Geschichte.

Wird oft zusammen gekauft

Die Türken vor Wien: Schicksalsjahr 1683 + Konstantinopel 1453: Die letzte Schlacht + Entscheidung im Mittelmeer: Europas Seekrieg gegen das Osmanische Reich 1521-1580
Preis für alle drei: EUR 65,80

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Amazon bestätigter Kauf
Um es kurz zu machen: an dem Buch stimmt alles bis auf eines.
Es ist kurz, aber flüssig und umfassend geschrieben.
Es bringt die große politische Mächtekonstellation vor und während des Feldzuges von Spanien über Frankreich bis zu Moskau und den Krimtataren -natürlich mit Kaiserreich und Türken im Zentrum.
Es schildert aufs Anschaulichste die enormen finanziellen Schwierigkeiten auch oder gerade der Großmächte, eine Armee aufzustellen, ins Feld zu schicken und dort zu unterhalten.
Es macht die religiösen Anschauungen und ihre politischen Auswirkungen von den protestantischen und katholischen Fürsten bis zu den Derwischorden nachvollziehbar.
Schilderungen der Auswirkungen von Pest und Missernten machen deren grundlegende Einflüsse auf mächtige und weniger mächtige Bevölkerungsteile verständlich.
Gerade auch die Beschreibung der Versorgungsschwierigkeiten der großen Armeen bei Transportmitteln, Lebensmitteln und allen anderen Erfordernissen macht vieles erlebbar und verständlich.
Umso unverständlicher bleibt eines:
Wie muß man sich das marschieren, kämpfen und siegen dieser Armeen vorstellen?
Hier hat der Autor nur die allgemeinen Floskeln und Bilder, die auch dem Wetterbericht entstammen könnten - irgendwelche Massen drücken von da nach dort und vertreiben die anderen Massen.
Besonders die eigentliche Schlacht um Wien, als das Entsatzheer die Belagerer vertreibt, ist davon geprägt: Die Polen haben es geländemäßig schwerer als Sachsen und Bayern, kommen aber dann doch an den Feind und der zieht sich vor dieser Macht zurück und dann isser irgendwie weg und die Sieger streiten sich um die Beute.
Gerade weil der Autor auf allen anderen Gebieten knapp und doch detailreich seinen Stil findet und überzeugt, stellt sich hier die Frage: War es so schwer, einen einzigen Militärexperten aufzutreiben, der die nötigen Informationen für die wichtigsten Schlachten (Raab, Pressburg, Wien) beigesteuert hätte?

Wer hat auf welche Weise, in welcher Zahl, wen angegriffen und durch welche, spezifisch der Zeit entstammende Taktik auf dem Schlachtfeld gesiegt?

Laut Buchtitel geht es doch um einen Feldzug, der das Christliche Abendland in dieser Form gerettet hat. Warum wird dann der Kern der Sache nicht mit dem gleichen Detailwissen und sorgfältiger Analyse geschildert, wie alles andere?
Warum sind auf einmal die Janitscharen (die gefürchtete Eliteinfanterie der Türken) so bedeutungslos, dass ihre Aktionen in der Entscheidungsschlacht - ja nicht einmal sie selbst - überhaupt erwähnt werden? Wie muß man sich diese Schlacht überhaupt vorstellen (schiessen die hauptsächlich aufeinander oder wird nach einem Musketenschuss mit der blanken Waffe gestürmt?)
Kämpfen sie in Reihen oder in Haufen, spielt die Kavallerie eine Rolle oder reiten die feinen Herren nur in der Gegend rum? Trifft die türkische Artillerie von der noch geschildert wird, wie wenig durchschlagskräftig sie gegen Mauern war, jetzt in der Schlacht oder war sie auf Wien gerichtet und konnte gar nicht eingreifen?
Wie sind wenigstens grob gesagt, die Zahlenverhältnisse? Irgendwann einmal am Anfang ist die Rede von über 100.000 Türken - kampfkräftige Einheiten oder Tross? Wieviele sind jetzt im Herbst vor Wien noch übrig? Kampfkräftige Einheiten oder kranke von der Belagerung Erschöpfte?
Wir können es uns nach den anschaulichen Schilderungen vorher spekulierend vorstellen, aber gesagt wird es uns nicht. Wenigstens ein Hinweis, dass diese Zahlen sehr unterschiedlich vorliegen und zwar von bis - dann hätte man wenigstens etwas einordnen können. Aber nicht einmal das! Und wie gesagt: was diese Heere da eigentlich tun, wenn sie aufeinander losgehen: komplette Fehlanzeige!
Ich will das Buch gar nicht runtermachen, weil ich es in vielen Teilen sehr lobenswert finde - aber der Höhepunkt des ganzen enttäuscht schon sehr. So habe ich letztendlich auch gewertet: zwei Punkte Abzug, weil das für ein Buch über einen Feldzug und eine Belagerung schon an die Themaverfehlung rangeht. Auch die von anderen Rezensenten gelobten Skizzen sind zwar zahlreich, aber wenn man sie mal genauer anschaut, nicht wirklich erhellend. Gerade was die militärischen Aspekte der Mauern und Unterminierungsstollen angeht, bleibt das Verständnis auf der Strecke: Die vielfach erwähnten Kontereskarpen, die offenbar ein wichtiger Vorfeldschutz der Mauern gegen das tödliche Unterminieren waren (oder auch nicht) habe ich in ihrer genauen Wirkungsweise und der Art wie ihre Besatzung gekämpft hat, bis zum Schluß nicht verstanden - weil immer nur gesagt wurde, dass sie existieren und irgendwie besetzt wurden.
Wie, von wem, weshalb, warum, wie sahen sie aus, warum wurden sie nicht weggeschossen wenn es nur Holzkonstruktionen vor den eigentlichen Mauern waren, warum konnte man sie nicht gleich als erstes völlig überrennen usw. usw.
Der Leser, der ein komplettes Bild haben will, wird enttäuscht - dem Leser, der militärische Schilderungen sowieso überblättert, wird diese Arbeit abgenommen und er kann sich an allem anderen satt lesen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte wunderbar lesbar dargestellt ! 9. September 2011
Von "Hamburger Jung" TOP 500 REZENSENT
In seinem Buch "Die Türken vor Wien. Schicksalsjahr 1683" erzählt John Stoye, dies kann deutlich so festgestellt werden, die Geschichte der türkischen Belagerung Wiens 1683 in einer wunderbaren Weise. Das Lesen dieses sehr ausführlichen Buch macht wirklich Spaß, Stoye versteht es das farbenfrohe Gemälde einer lang vergangenen Zeit zu entwerfen und den Leser so in einen Bann zu ziehen.

Dabei streut er zahlreiche Informationen am Rande ein die nicht in direktem Zusammenhang mit der Belagerung stehen, aber durchaus sehr lehrreich und unterhaltsam sind. Dies zeugt daneben von seiner großen fachlichen Kompetenz was das Thema der Türkenkriege" angeht und wirkt zu keinem Zeitpunkt aufdringlich, aufgesetzt oder belehrend, wie es manchmal in historischen Darstellungen der Fall ist, sondern dient nur zur Erhöhung des Lesegenusses. Besonders gelungen finde ich, dass Stoye sowohl türkische als auch mitteleuropäische Quellen heranzieht und im Laufe der Darstellung ständig die unterschiedlichen Seiten beschreibt, so dass der Leser ein umfassenderes Bild der Schlacht um Wien erhält. In vielen anderen Darstellungen wird meist eine Entwicklung nur aus einer Perspektive betrachtet. Diese Einseitigkeit vermeidet Stoye und praktisch ist der Leser ständig auf der Höhe der Lageentwicklung bei beiden Konfliktparteien.
Stoyes Buch ist in neun Kapitel gegliedert und er leite die Belagerung ausführlich her indem er über 4 Kapitel sowohl die Vorgeschichte als auch die allgemeine politische Lage des Osmanen- und des Habsburgerreiches darstellt. Der Belagerung Wiens und der sich anschließenden Befreiung sind die folgenden vier Kapitel gewidmet und dabei wird ständig zwischen der Entwicklung innerhalb und außerhalb Stadt auf beiden Seiten gewechselt. Das letzte Kapitel stellt die Folgen der Schlacht für beide Seiten dar.

Stoyes Stil ist sehr leicht verständlich und durchweg unterhaltsam, der Leser wird der historischen Informationsmenge zu keinem Zeitpunkt überdrüssig. Selten habe ich solch ein interessantes und wunderbar lesbares geschichtliches Werk gelesen. Geschichte auf solch hohem Niveau so gut lesbar dargestellt findet man wirklich selten und daher ist dieses Buch mehr als nur zu empfehlen!
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefahr für das Abendland 5. Januar 2011
Von Albrecht Bär VINE™-PRODUKTTESTER
Militärgeschichte, die sich nicht explizit als Sozialgeschichte verstand, fristete in Deutschland seit Beginn der 1970er Jahre lange Zeit ein Schattendasein. Von der etablierten Historikerzunft als Thema für Waffennarren" und Schreibtisch-Napoleons" geschmäht, blieb das spannende Genre einigen wenigen Forschern und Spezialverlagen vorbehalten. Nicht so in England und den USA: Dort war Militär- und Operationsgeschichte immer auch Thema der Hochschulen, hochangesehene Professoren oder Militärs beschäftigten sich damit. Einer davon ist der Brite John Stoye, der mit seinem Buch das Standardwerk zur Belagerung Wiens geschrieben hat. Als das Osmanische Reich während des 17. Jahrhunderts scheinbar unaufhaltsam nach Mitteleuropa vordrang, verlegte schließlich nur noch Wien, die Festung und Hauptstadt des Habsburgerreiches, den Türken den weiteren Weg. Fast ganz Europa fand sich zur Abwehr dieses die europäische Kultur bedrohenden Angriffs zusammen: Truppen aus ganz Deutschland, sogar Polen, beteiligten sich unter Führung des Feldherren Graf Starhemberg am Entsatz der Donaumetropole. Nur Frankreich unter Ludwig XIV. nutzte die Gunst der Stunde, bedrängte das Reich von Westen und schob seine Grenze bis an den Rhein vor. Der Autor schreibt spannend und leicht verständlich, schildert sowohl die Ereignisse im Lager der verbündeten Europäer als auch die Abläufe bei den Eroberern aus Kleinasien. Anhand vieler Abbildungen und Karten wird dem Leser anschaulich vor Augen geführt, wie Kaiser und Reich sich behaupteten und mit ihrem Sieg vor Wien eine beispiellose Rückeroberung der von den muslimischen Aggressoren okkupierten europäischen Gebiete einleiteten. Dem Verlag ist zu danken, daß er die Herausgabe dieses Werks auf Deutsch ermöglicht hat.
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