Die Autorin erzählt im steten Wechsel zwei Geschichten, die sich aufeinander zu entwickeln. Dabei gelingt es ihr sehr lange, die Spannung aufrecht zu erhalten. Zwar hat man ab einer bestimmten Stelle eine Ahnung, wie sich alles auflösen könnte, doch genau erfährt man es wirklich erst zum Schluss. Das ist eine der starken Seiten dieses Buches. Neben der Handlung enthält die Story einige sehr schöne Landschafts- und Reisebeschreibungen, die den dringenden Wunsch erwecken, den nächsten Urlaub unbedingt in England zu verbringen. Die Protagonistinnen sind zwei Frauen, von denen eine, Laura, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre gelebt hat. Die andere, Maria, ist Zeitgenossin, etwa 35 Jahre alt. Gemeinsam ist den beiden ein schwieriges Verhältnis zum Vater, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, und die Unfähigkeit, sich der Liebe hinzugeben. Dabei wird der Unterschied in den Generationen, der ja ein ganzes Zeitalter ausmacht, kaum herausgearbeitet. Man darf sich als Leser fragen, ob das ein Mangel des Buches ist, oder ob die Autorin dies bewusst so angelegt hat, da beide Probleme zeitlos sind. Das möge jeder für sich entscheiden. Mich hat es nicht gestört. Das Buch ist sehr schön, man kann es mehrmals lesen.