Da ich vor einiger Zeit bereits "Der Novembermörder" von Helene Tursten gelesen und diesen Roman in ganz guter Erinnerung hatte, habe ich mich auf die Lektüre von "Die Tätowierung" gefreut. Leider war ich ziemlich enttäuscht.
Mit Henning Mankell, dessen Romane ich alle gelesen habe, ist Helene Tursten in keiner Weise zu vergleichen. Ihr Schreibstil (vielleicht liegt es auch an der Übersetzung?) ist mehr als ermüdend, es werden unbedeutende Einzelheiten bis in kleinste Details dargestellt und regelrecht "ausgewalzt". Das wiederholte sich dann auch noch regelmäßig, so daß das Lesen irgendwann gar kein Vergnügen mehr war.
Der Fall ist an sich ganz spannend, schleppt sich aber über weite Strecken nur so dahin. Die Geschichte hätte auch auf weniger Seiten Platz gefunden. Die Beschreibungen der Mordopfer sind erträglich, wenn man keinen ganz empfindlichen Magen hat oder öfter mal einen Krimi liest.
Das Ende ist dann ganz schwach und auf einigen wenigen Seiten abgehandelt. Hier erfährt man keine Einzelheiten, Motive usw, alles bleibt im Dunkeln. Und was dieser seltsame Epilog mit Kollege Jonny Blom soll, ist mir auch noch nicht ganz klar.
Alles in allem: Für einen langweiligen, verregneten Sonntag ganz in Ordnung, aber zu viel sollte man vor allem sprachlich nicht erwarten.