Pressestimmen
»Hannah Arendts Deutschland-Report scheint die Folie für das neue Buch des Historikers Hubertus Knabe. Knapp zwanzig Jahre nach dem Umbruch im Herbst macht er Bestandsaufnahme, fragt nach der politischen Realität im vereinten Land. Die entsteht nicht mittels eines flüchtigen Reise-Blicks, sondern durch seine langjährige Erfahrung als Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, des ehemaligen Zentralgefängnisses der Staatssicherheit, eines Containers von Extremerfahrungen, einer Welt aus Tatsachen. Wovon Knabe in seinem Buch zu berichten hat, organisiert sich durch die Härtesubstanz. […] Dem Historiker ist es ernst. Er setzt auf Fakten und spricht für die Opfer, für die, die in den Extrem-Containern der DDR eingesessen haben. Das macht das Buch so politisch, so unerträglich, so schmerzhaft, so kostbar. […] Umfangreich und überaus konkret legt das Buch die fehlgeschlagene juristische Aufarbeitung der DDR dar.« Ines Geipel / 31.03.07 / Die Welt »Knabes mit Zorn geschriebene Abrechnung ist eines der wichtigsten politischen Bücher des Jahres.« Sven Felix Kellerhoff /04.05.07 / Berliner Morgenpost »Knabe versucht eine Bestandsaufnahme politischer Realitäten 17 Jahre nach der deutschen Einheit. Dabei spricht er als Anwalt der Opfer und setzt auf Fakten und Zusamenhänge. […] Er fragt auch nach Opfern, von denen Leben man nicht viel weiß. Er schreibt an gegen das kontinuierliche Verschwinden historischer Tatsachen über die SED-Diktatur aus dem öffentlichen Raum...Knabes Buch lässt keinen Zweifel an der unerträglichen Schieflage bei der Aufarbeitung des Unrechts in der DDR.« Rita Kuczynski / Berliner Zeitung / 10.04.07 »Sie bekommen alle ihr Fett weg, die, in welcher Funktion auch immer, mit der Stasi gekungelt haben: Gregor Gysi, Manfred Stolpe, Lothar Bisky, Lothar de Maizière und viele, viele andere. Knabe bemüht sich dabei um eine relativ nüchterne Sprache, sein faktengesättigtes Werk stützt seine Hauptthese durchaus glaubwürdig: Die Aufarbeitung des Unrechtsstaates DDR läßt zu wünschen übrig. Während die Opfer mit kargen Renten abgespeist werden, genießen die Täter ihre staatlichen Pensionen und treten zugleich immer dreister auf.« Ralf Husemann / 16.04.07 / Süddeutsche Zeitung »Die Täter sind unter uns ist ein Muss für jeden politisch interessierten Menschen und sollte zur Pflichtlektüre in deutschen Schulen werden.« Claudia Seiring / 05.05.07 / Oranienburger Generalanzeiger »Hubertus Knabe hat ein engagiertes Buch gegen das Vergessen und für die Würde der Opfer der SED-Diktatur vorgelegt, das sicherlich heftigen Widerspruch erfahren wird.« Klaus Schroeder /13.04.07 / DeutschlandRadio Kultur »[…] eine brandaktuelle, engagierte, detailreiche und mitunter bittere Bestandsaufnahme des gesamtdeutschen Umgangs mit der SED-Diktatur und ihren Protagonisten.« Olaf Reichert, 21.04.07, Nordwest Zeitung »Traurig, aber wahr. Empfohlen besonders einer nachwachsenden Generation, die nur noch wenig weiß über den grauen Alltag der ostdeutschen Diktatur.« 23.04.07, Südwest-Presse, gha »Nur die Rentenprivilegien treuer Kader wurden im Westen anerkannt. Die Opfer der Diktatur begreifen nun schmerzlich, dass es für ihr persönliches Fortkommen besser gewesen wäre, sich anzupassen: Soll ich meinen Enkeln erzählen, dass es sich lohnt, die Demokratie zu verteidigen? - Wie es dazu kam, dass der Täterschutz durch bundesdeutsches Recht so gut funktioniert hat, erklärt Hubertus Knabe in seinem Buch.«Die Zeit / 24.5.07 / Evelyn Finger »Es ist richtig und wichtig, dass Knabe diese eindringlichen Schilderungen nun zusammen vorlegt. Der Band ist eine Grundlage für die öffentliche aufarbeitung des Stasi-Systems, das für die DDR so charakteristisch war wie sonst nur noch das mörderische Grenz-Regime.« 31.05.07 / Die Welt / Sven-Felix Kellerhoff »Knabes Plädoyer für eine stärkere Auseinandersetzung mit der SED ist […] uneingeschränkt zuzustimmen. Nur Wissen und Kenntnisse über das Leben in der Diktatur und deren Folgewirkungen können Verklärung und Verharmlosung von Diktaturen entgegenwirken.« 11.06.07 / Der Tagesspiegel / Rainer Eppelmann und Anja Kaminsky »Der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen bei Berlin belegt in seinem neuen Buch das skandalöse Ausmaß an Verdrängung, Vertuschung und Schönreden der zweiten deutschen Diktatur. Er zieht ein niederschmetterndes Fazit. Es gibt in Ost wie West viele, die an einer Aufarbeitung, wie sie [Horst] Köhler vorschwebt, wenig bis kein Interesse haben.« 15.06.07, Neue Ruhr Zeitung NRZ/ Frank Stenglein »Ein wichtiges, notwendiges Buch.« Rolf Helfert / 05/07 Freiheitsglocke »Mit größter Sachkenntnis und engagiertem Pathos geschrieben und angesichts des Auftriebs der neuen Partei Die Linke hochaktuell ... aufregend wie ein Krimi.« Münchner Merkur / 11.7.2007 / ltz »Akribisch und materialreich […] Knabes Bilanz ist ernüchternd. Das Bild der Aufarbeitung in Schieflage wiederholt sich von Kapitel zu Kapitel, so dass der Leser sich […] fragt: Ist in Deutschland so wenig aus dem Umgang mit der ersten deutschen Diktatur gelernt worden?« 18.08.07/ Neue Zürcher Zeitung / Andreas Petersen
Rita Kuczynski, Berliner Zeitung, 10.04.07
»Knabes Buch lässt keinen Zweifel an der unerträglichen Schieflage bei der Aufarbeitung des Unrechts in der DDR.«
Ralf Husemann, 16.04.07 Süddeutsche Zeitung
»Sie bekommen alle ihr Fett weg, die, in welcher Funktion auch immer, mit der Stasi gekungelt haben: Gregor Gysi, Manfred Stolpe, Lothar Bisky, Lothar de Maizière und viele, viele andere. Knabe bemüht sich dabei um eine relativ nüchterne Sprache, sein faktengesättigtes Werk stützt seine Hauptthese durchaus glaubwürdig: Die Aufarbeitung des Unrechtsstaates DDR läßt zu wünschen übrig. Während die Opfer mit kargen Renten abgespeist werden, genießen die Täter ihre staatlichen Pensionen und treten zugleich immer dreister auf.«
Kurzbeschreibung
War das Unrechtsregime der SED in Ostdeutschland ein Kavaliersdelikt? Betrachtet man die Ostalgie-Shows im Fernsehen, den Kultstatus von DDR-Devotionalien oder die öffentliche Verhöhnung ehemaliger Häftlinge durch frühere Stasi-Offiziere, so scheint sich dieses milde Urteil über die zweite deutsche Diktatur durchgesetzt zu haben. Während sich die Täter von einst durch tatkräftige Lobbyarbeit einen auskömmlichen Lebensabend erstritten, werden die Opfer in Deutschland wieder einmal allein gelassen., Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, zieht knapp zwei Jahrzehnte nach dem Sturz des SED-Regimes eine kritische Bilanz des Umgangs mit der DDR-Vergangenheit. Er beschreibt die mangelhafte strafrechtliche Verfolgung der Täter und deren Reorganisation in schlagkräftigen Vereinen. Er zeigt, wie die SED durch Umbenennung und geschicktes Taktieren ihr Überleben in der Demokratie sicherte, und schildert die Lage Tausender Opfer, die unzureichend entschädigt wurden und deren Kampf für Freiheit und Demokratie kaum öffentliche Wertschätzung erfährt. Im Gegensatz zur gründlichen Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur wird das SED-Regime vielfach verharmlost und schöngeredet. Insbesondere in der jüngeren Generation herrscht eine erschreckende Unkenntnis über die Realität der kommunistischen Diktatur und das Ausmaß politischer Verfolgung in der DDR. Knabes Bilanz sollte jedermann aufrütteln, dem die politische Kultur unseres Landes am Herzen liegt.
Klappentext
Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, zieht knapp zwei Jahrzehnte nach dem Sturz des SED-Regimes eine kritische Bilanz des Umgangs mit der DDR-Vergangenheit. Er beschreibt die mangelhafte strafrechtliche Verfolgung der Täter und deren Reorganisation in schlagkräftigen Vereinen. Er zeigt, wie die SED durch Umbenennung und geschicktes Taktieren ihr Überleben in der Demokratie sicherte, und schildert die Lage Tausender Opfer, die unzureichend entschädigt wurden und deren Kampf für Freiheit und Demokratie kaum öffentliche Wertschätzung erfährt. Im Gegensatz zur gründlichen Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur wird das SED-Regime vielfach verharmlost und schöngeredet. Insbesondere in der jüngeren Generation herrscht eine erschreckende Unkenntnis über die Realität der kommunistischen Diktatur und das Ausmaß politischer Verfolgung in der DDR. Knabes Bilanz sollte jedermann aufrütteln, dem die politische Kultur unseres Landes am Herzen liegt.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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Über den Autor
Hubertus Knabe, geboren 1959, ist wissenschaftlicher Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Von 1992 bis 2000 war er in der Forschungsabteilung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (Gauck-Behörde) tätig. Er gehört zu den profiliertesten Historikern der Bundesrepublik, die sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur widmen. Im Propyläen Verlag erschienen »Die unterwanderte Republik. Stasi im Westen« (1999), »Der diskrete Charme der DDR. Stasi und Westmedien« (2001), »17. Juni 1953. Ein deutscher Aufstand« (2003) und »Tag der Befreiung? Das Kriegsende in Ostdeutschland« (2005).