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Die Täter sind unter uns: Über das Schönreden der SED-Diktatur
 
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Die Täter sind unter uns: Über das Schönreden der SED-Diktatur [Gebundene Ausgabe]

Hubertus Knabe
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Propyläen Verlag (1. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 354907302X
  • ISBN-13: 978-3549073025
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Hubertus Knabe
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Hannah Arendts Deutschland-Report scheint die Folie für das neue Buch des Historikers Hubertus Knabe. Knapp zwanzig Jahre nach dem Umbruch im Herbst macht er Bestandsaufnahme, fragt nach der politischen Realität im vereinten Land. Die entsteht nicht mittels eines flüchtigen Reise-Blicks, sondern durch seine langjährige Erfahrung als Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, des ehemaligen Zentralgefängnisses der Staatssicherheit, eines Containers von Extremerfahrungen, einer Welt aus Tatsachen. Wovon Knabe in seinem Buch zu berichten hat, organisiert sich durch die Härtesubstanz. […] Dem Historiker ist es ernst. Er setzt auf Fakten und spricht für die Opfer, für die, die in den Extrem-Containern der DDR eingesessen haben. Das macht das Buch so politisch, so unerträglich, so schmerzhaft, so kostbar. […] Umfangreich und überaus konkret legt das Buch die fehlgeschlagene juristische Aufarbeitung der DDR dar.« Ines Geipel / 31.03.07 / Die Welt »Knabes mit Zorn geschriebene Abrechnung ist eines der wichtigsten politischen Bücher des Jahres.« Sven Felix Kellerhoff /04.05.07 / Berliner Morgenpost »Knabe versucht eine Bestandsaufnahme politischer Realitäten 17 Jahre nach der deutschen Einheit. Dabei spricht er als Anwalt der Opfer und setzt auf Fakten und Zusamenhänge. […] Er fragt auch nach Opfern, von denen Leben man nicht viel weiß. Er schreibt an gegen das kontinuierliche Verschwinden historischer Tatsachen über die SED-Diktatur aus dem öffentlichen Raum...Knabes Buch lässt keinen Zweifel an der unerträglichen Schieflage bei der Aufarbeitung des Unrechts in der DDR.« Rita Kuczynski / Berliner Zeitung / 10.04.07 »Sie bekommen alle ihr Fett weg, die, in welcher Funktion auch immer, mit der Stasi gekungelt haben: Gregor Gysi, Manfred Stolpe, Lothar Bisky, Lothar de Maizière und viele, viele andere. Knabe bemüht sich dabei um eine relativ nüchterne Sprache, sein faktengesättigtes Werk stützt seine Hauptthese durchaus glaubwürdig: Die Aufarbeitung des Unrechtsstaates DDR läßt zu wünschen übrig. Während die Opfer mit kargen Renten abgespeist werden, genießen die Täter ihre staatlichen Pensionen und treten zugleich immer dreister auf.« Ralf Husemann / 16.04.07 /  Süddeutsche Zeitung »Die Täter sind unter uns ist ein Muss für jeden politisch interessierten Menschen und sollte zur Pflichtlektüre in deutschen Schulen werden.« Claudia Seiring / 05.05.07 / Oranienburger Generalanzeiger »Hubertus Knabe hat ein engagiertes Buch gegen das Vergessen und für die Würde der Opfer der SED-Diktatur vorgelegt, das sicherlich heftigen Widerspruch erfahren wird.« Klaus Schroeder /13.04.07 / DeutschlandRadio Kultur »[…] eine brandaktuelle, engagierte, detailreiche und mitunter bittere Bestandsaufnahme des gesamtdeutschen Umgangs mit der SED-Diktatur und ihren Protagonisten.« Olaf Reichert, 21.04.07, Nordwest Zeitung »Traurig, aber wahr. Empfohlen besonders einer nachwachsenden Generation, die nur noch wenig weiß über den grauen Alltag der ostdeutschen Diktatur.« 23.04.07, Südwest-Presse, gha »Nur die Rentenprivilegien treuer Kader wurden im Westen anerkannt. Die Opfer der Diktatur begreifen nun schmerzlich, dass es für ihr persönliches Fortkommen besser gewesen wäre, sich anzupassen: Soll ich meinen Enkeln erzählen, dass es sich lohnt, die Demokratie zu verteidigen? - Wie es dazu kam, dass der Täterschutz durch bundesdeutsches Recht so gut funktioniert hat, erklärt Hubertus Knabe in seinem Buch.«Die Zeit / 24.5.07 / Evelyn Finger   »Es ist richtig und wichtig, dass Knabe diese eindringlichen Schilderungen nun zusammen vorlegt. Der Band ist eine Grundlage für die öffentliche aufarbeitung des Stasi-Systems, das für die DDR so charakteristisch war wie sonst nur noch das mörderische Grenz-Regime.« 31.05.07 / Die Welt / Sven-Felix Kellerhoff »Knabes Plädoyer für eine stärkere Auseinandersetzung mit der SED ist […] uneingeschränkt zuzustimmen. Nur Wissen und Kenntnisse über das Leben in der Diktatur und deren Folgewirkungen können Verklärung und Verharmlosung von Diktaturen entgegenwirken.« 11.06.07 /  Der Tagesspiegel / Rainer Eppelmann und Anja Kaminsky   »Der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen bei Berlin belegt in seinem neuen Buch das skandalöse Ausmaß an Verdrängung, Vertuschung und Schönreden der zweiten deutschen Diktatur. Er zieht ein niederschmetterndes Fazit. Es gibt in Ost wie West viele, die an einer Aufarbeitung, wie sie [Horst] Köhler vorschwebt, wenig bis kein Interesse haben.« 15.06.07, Neue Ruhr Zeitung NRZ/ Frank Stenglein »Ein wichtiges, notwendiges Buch.« Rolf Helfert / 05/07 Freiheitsglocke »Mit größter Sachkenntnis und engagiertem Pathos geschrieben und angesichts des Auftriebs der neuen Partei Die Linke hochaktuell ... aufregend wie ein Krimi.« Münchner Merkur / 11.7.2007 / ltz »Akribisch und materialreich […] Knabes Bilanz ist ernüchternd. Das Bild der Aufarbeitung in Schieflage wiederholt sich von Kapitel zu Kapitel, so dass der Leser sich […] fragt: Ist in Deutschland so wenig aus dem Umgang mit der ersten deutschen Diktatur gelernt worden?« 18.08.07/ Neue Zürcher Zeitung / Andreas Petersen

Rita Kuczynski, Berliner Zeitung, 10.04.07

»Knabes Buch lässt keinen Zweifel an der unerträglichen Schieflage bei der Aufarbeitung des Unrechts in der DDR.«


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77 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Beharrlichkeit gegen das Vergessen, 9. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Täter sind unter uns: Über das Schönreden der SED-Diktatur (Gebundene Ausgabe)
Das Thema ist ein finsteres. Es gilt leider allgemein eher als "political correct", der populistischen Phrase "Wir waren doch alle Täter" oder der perfiden Täter-Opfer-Umkehr zu folgen, also das Thema ruhen zu lassen, bis Gras darüber gewachsen ist. Immerhin hat uns das die Nachwende-Politik mit einer Sturheit vorgelebt, mit einer zuweilen schockierenden demonstrativen Sympathie mit z.B. medienwirksamen, "begabten, eloquenten und humorvollen" Talkshow-Dauergästen oder pragmatischen SPD-Ministerpräsidenten, IHK-Präsidenten, Sportredakteuren usw. - Genau diese Stimmungslage, das Vergessen und Verdrängen, das unglaublich großzügige Vergeben von lange zurückliegenden Verfehlungen und Stasimverwicklungen bis hin zu unstreitigen Straftaten im Interesse des totalitären SED-Staates scheinen für Knabe der Antrieb seines immensen Fleißes zu sein. Es gelingt ihm wieder, durch seine Beharrlichkeit Licht ins Dunkel des Vergessens zu bringen. Und was besonders erfreulich und absolut selten ist: Die Texte kommen in einer herrlich klaren Sprache, sind durch Aufteilung in kleine Unterkapitel angenehm zu lesen und bleiben dabei stets wissenschaftlich und in den Schlussfolgerungen streng quellenorientiert und vorsichtig, aber nicht ängstlich! Knapp 30 Seiten Anmerkungen und Quellenhinweise sowie ein Personenregister ergänzen den Text. "Die Täter sind unter uns" stellt derzeit eine konkurrenzlose Publikation zu diesem Thema dar, die das Ergebnis jahrelanger wissenschaftlicher Recherchen gut lesbar, spannend und dadurch auch unterhaltsam darbietet. - Wer Bücher liebt, die Sätze liefern, die man mit Freude anstreichen und behalten möchte, wird hier garantiert fündig. Abschließend ein Beispiel, wie Knabe komplizierte Sachverhalte ohne Vereinfachungen elegant auf den Punkt bringen kann: Unterkapitel "Das wundersame Überleben der SED", S. 31: "Clevere Funktionäre nutzten damals die Toleranz der Bürgerrechtler, die Gleichgültigkeit der westlichen Eliten und die Naivität vieler Demokraten, um ungeniert das Überleben der SED zu sichern." Leseempfehlung!
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43 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schokierend aber leider wahr, 3. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Täter sind unter uns: Über das Schönreden der SED-Diktatur (Gebundene Ausgabe)
Dem Autor danke ich für den von ihm aufgebrachten Mut, dieses Buch zu scheiben und zu veröffentlichen. Leider versuchen viele dieses Thema zu verdrängen oder nach dem Motto: "So schlimm war es doch gar nicht", alles unter dem Gras der Geschichte verschwinden zu lassen. Es war der größte Fehler der Wiedervereinigung, nicht konsequent mit der menschenverachteten Diktatur und ihren Helfershelfern abzurechnen, wie man es nach dem 2. Weltkrieg mit den Kriesverbrechern getan hat. Umsomehr gilt meine Bewunderung Herrn Knabe und seinem Engagement für die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Dieses Buch sollte allen deutschen Staatsbürgern eine Pflichtlektüre sein. Gerade in der heutigen Zeit wo viele der Verantwortlichen wieder gut untergekommen sind und versuchen die Freiheit und Demokratie Deutschlands zu unterwandern. Wer dieses Buch gelesen hat, erfährt, dass die Partei Der Spitzel nicht tot ist, und Leute wie Gysi und Bisky Wölfe im Schafspelz sind deren Machenschaften aufzdecken und zu verhindern es gilt. Leider sind unsere Gerichte nicht nur auf dem rechten Auge blind. Durch ihre Urteile geht es den Opfern heute schlechter als den Tätern.
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71 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein notwendiges Buch, 23. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Täter sind unter uns: Über das Schönreden der SED-Diktatur (Gebundene Ausgabe)
Viele scheinen es bereits vergessen zu haben: Die DDR war ein Unterdrückungsstaat, die SED-Herrschaft ein Unrechtsregime. Dies wieder in Erinnerung zu rufen inmitten von Ostalgie und Stolz auf "DDR-Identität" und den Opfern der SED-Willkür die verdiente Beachtung zu schenken, ist das Verdienst dieses wichtigen Werkes von Hubertus Knabe, dem Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen.

Die Darstellung ist in sich schlüssig, inhaltlich überzeugend und durch vielerlei Beispiele und Quellen solide belegt. Natürlich hat sie auch etwas von einer Anklageschrift und ist entsprechend einseitig geraten. Selbst wenn man also aus gutem Grund den Standpunkt des Autors teilt, so wendet sich doch der Instinkt des Wissenschaftlers gegen die Höchstwertung, sprich volle 5 Sterne für dieses Buch.

Die Gliederung in vier große Kapitel reflektiert auch schon die Hauptanliegen des Autors:

1) Die schöne Welt der Diktatur: Verharmlosung und Verklärung des DDR-Regimes aus ideologischen Interessen oder Unwissenheit bzw. schlechtem Gedächtnis.

2) Täter ohne Strafe: Milde Strafen bzw. weitgehende Straffreiheit für SED-Funktionäre, Richter, Gefängniswärter, West-Spione, Mauerschützen und Stasi-Mitarbeiter.

3) Opfer ohne Lobby: Die Verfolgten des DDR-Regimes als vergessene Helden, die um Haftentschädigung und Rehabilitierung in beschämender Weise kämpfen müssen.

4) Die Stasi lebt: Alte Kader und Stasi-Obristen verbringen ihren Lebensabend nicht etwa zurückgezogen in Reue und Beschämung, sondern werden immer selbstbewusster, suchen sogar die Öffentlichkeit und verhöhnen heute noch ihre Opfer wie auch die Gedenkstätten und propagieren ihr Geschichtsbild durch ständige Wiederholung der Unwahrheit.

Am Ende steht immer wieder die alte Streitfrage: Warum werden, so fragt auch Knabe, "die beiden Spielarten totalitärer Herrschaft in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen"? Nun, einen gewichtigen Grund dafür sollte der Autor verstehen können: Im Gegensatz zum Nationalsozialismus gehörten bei den DDR-Kommunisten Massenmord und verbrecherischer Rassismus nicht zum Instrumentarium der Regierungspolitik. Den zweite immer noch populäre Erklärung sollte man zusammen mit Knabe allerdings nicht hinnehmen: Die Idee des Marxismus-Leninismus sei doch eigentlich gut und unschuldig und nur die Ausführung schlecht gewesen. Der Sozialismus also immer noch als verheißungsvolle Utopie, so wie es sich ja auch die PDS bis heute vorstellt. Jedoch: Man erkennt die Bäume an ihren Früchten, und ein gesunder Baum bringt keine kranken Früchte hervor! Die Welt des real existierenden Sozialismus ist politisch, wirtschaftlich und moralisch bankrott gegangen. Bereits die Idee des Sozialismus basiert auf Unfreiheit und Gleichmacherei; wie kann da ihre Umsetzung mit Freiheit und Gerechtigkeit vereinbar sein?
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